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Landkreis Landsberg

20.05.2015

Im Schneckentempo zur Unterführung

Der Bahnübergang zwischen Kaufering und Igling soll verschwinden. Weiter nördlich ist eine Überführung für den Verkehr geplant. Allerdings verschiebt sich das Projekt auf nächstes Jahr. 

Der Bahnübergang zwischen Kaufering und Igling soll seit Jahren verschwinden. Weil das geplante Bauwerk dem Eisenbahnbundesamt zu groß ist, muss der Landkreis umplanen

Eigentlich sollte der Bahnübergang zwischen Kaufering und Igling bis zum Jahresende Geschichte sein. Für heuer war die sogenannte Höhenfreimachung geplant, mit der es für Auto- und Lkw-Fahrer künftig per Überführung etwas nördlicher als jetzt über die Gleise geht. Warten an verschlossenen Schranken gehört damit der Vergangenheit an. Aber daraus wird (vorerst) nichts. Denn das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) verweigert den Plänen des Landkreises den Genehmigungsstempel.

„Beim Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt gab es den Vermerk, dass die Pläne für die Bahnunterführung zu groß sind“, sagt Johannes Ried, der Leiter des Tiefbauamtes am Landratsamt Landsberg. Die Behörde habe das Projekt somit als nicht-wirtschaftlich eingestuft. Der Landkreis muss die Planung also noch mal neu aufrollen.

Kurios dabei: Am Landratsamt hat man das Bauwerk mit den Daten der Deutschen Bahn geplant. Das EBA als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für Bahnangelegenheiten hat die Pläne jedoch kassiert. „Die Bahn braucht für die Durchfahrt ihrer Züge bestimmte Höhen und Breiten. Die hat sie ermittelt und uns weitergegeben. Das Eisenbahn-Bundesamt sagt aber: Die Unterführung ist zu breit und zu hoch.“ Das Bauwerk soll um 50 Zentimeter niedriger realisiert werden als geplant und statt acht Metern nur 6,60 Meter breit werden.

Die Tiefbaubehörde am Landratsamt plant nun also um. „Damit sind wir bald fertig. Dann wird die Kreuzungsvereinbarung mit der Bahn mit den Höhen und den Kosten neu aufgesetzt, von beiden Seiten unterzeichnet und dann dem Eisenbahn-Bundesamt und der Regierung vorgelegt“, erklärt Johannes Ried. Allerdings: An den Realisierungskosten von rund 3,4 Millionen Euro – ein Geh- und Radweg zwischen Igling und Kaufering wird dabei gleich mitgebaut – wird sich allerdings wohl nichts ändern. „Der Preis wird gleich bleiben“, rechnet Ried. Die jetzige Kalkulation stamme aus dem Jahr 2013. Bei einer Realisierung im Jahr 2016 würden die Kosten für ein kleineres Bauwerk angesichts allgemein steigender Baukosten gleich hoch liegen. Das wiederum würde das Vorgehen des Eisenbahn-Bundesamtes ad absurdum führen.

„Wir hätten nicht damit gerechnet, dass das Eisenbahn-Bundesamt Nein sagt“, meint Johannes Ried. „Aber die Behörden, die die Mittel zur Verfügung stellen, haben das Sagen.“ Und dass Bauprojekte, die die Bahn betreffen, länger dauern, sei normal. Die Umbaumaßnahmen am Bahnübergang in Schondorf beispielsweise hätten von der Planung bis zur Realisierung etwa 15 Jahre gedauert. Vor etwa fünf Jahren hatten die Planungen für die Höhenfreimachung zwischen Kaufering und Igling begonnen.

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