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Pandemie

04.01.2021

Im neuen Jahr fehlt im Landkreis Landsberg der Impfstoff

Zuletzt wurden im Landkreis Landsberg weniger Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Komplett zum Erliegen ist hingegen das Impfen gekommen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Im Landkreis Landsberg ist im neuen Jahr noch niemand gegen Corona geimpft worden. Was man im Landratsamt dazu sagt und wann es mit den Impfungen weitergehen könnte.

Die Knappheit des Corona-Impfstoffs in Deutschland bekommt auch der Landkreis Landsberg zu spüren. Wie viele Landkreisbürger bislang geimpft wurden und warum es im Pandemiezentrum am Montag Probleme gab.

750 Impfdosen gegen das Coronavirus hat das Impfzentrum im Landkreis Landsberg bisher bekommen – bei gut 120.000 Einwohnern ist das nur ein erster Tropfen auf den heißen Stein. Inzwischen ist das Serum „verimpft“, wie es Anna Diem-Sickinger, die Sprecherin des Landratsamtes, nennt. Der Nachschub soll erst in ein paar Tagen eintreffen.

„Am 31. Dezember waren unsere letzten Impfungen, dann war der Impfstoff weg“, sagt Diem-Sickinger. „Jetzt warten wir wieder.“ Die nächste Lieferung soll am 8. oder 9. Januar kommen, wann genau, werde sich erst kurzfristig zeigen. Die Immunisierung der Bürger gegen das Coronavirus steckt noch in der Anfangsphase, bisher sind erst die rund 7200 über 80-Jährigen an der Reihe. „Sie sind angeschrieben worden und noch lange nicht alle geimpft“, sagt die Pressesprecherin.

Wer wann geimpft wird, hängt von der Impfstoff-Versorgung ab

Zusätzlich sollen alle Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen und im Klinikum geimpft werden, auch das dauere noch eine Weile. „Dann wird wahrscheinlich die Gruppe der 70- bis 80-Jährigen an der Reihe sein. Alles Weitere ist noch nicht geplant und hängt davon ab, wie ausreichend und wie schnell Impfstoff kommt.“ Derzeit würden die Termine ab dem 18. Januar vergeben, in der Hoffnung, dass dann alles klappt mit den Impfdosen. Im Moment habe das Landratsamt noch keine längerfristigen Zahlen, wie viele Dosen wann geliefert werden.

Auch wenn die Impfungen begonnen haben, sind die Tests nicht weniger wichtig geworden. Seit Weihnachten haben sich nach Auskunft des Landratsamts im Landkreis Landsberg 720 Menschen testen lassen, mit einem erfreulichen Ergebnis – zumindest kurzfristig. Am Samstag war Landsberg zwischenzeitlich der einzige Landkreis in ganz Bayern, der einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von unter 50 bei den Corona-Neuinfektionen hatte.

Im Impfzentrum in den Gebäuden des Towers auf dem ehemaligen Fliegerhorst kann derzeit mangels Impfstoff nicht gegen Corona geimpft werden.
Bild: Landratsamt Landsberg

Dieser Wert gibt die Anzahl an neuen Corona-Infektionen binnen sieben Tagen, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, wieder. Am Wochenende lag er für den Landkreis Landsberg bei 42,4, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. Ein Inzidenzwert unter 50 ist für die bayerische Staatsregierung wichtig, da erst ab diesem wieder generelle Lockerungen möglich wären.

Landkreis Landsberg hatte niedrigsten Inzidenzwert Bayerns

Dazu wird es aber auch in Landsberg erst einmal nicht kommen: Stand Montagmorgen steht die Corona-Ampel wieder auf Rot. Das RKI weist einen Wert von 91,4 aus. Seit dem Wochenende wurden 59 neue Infektionen registriert. 89 Infizierte beziehungsweise positiv Getestete befinden sich laut Landratsamt derzeit in Quarantäne, darüber hinaus auch 186 Kontaktpersonen ersten Grades. Derzeit werden zehn an Covid-19 erkrankte Patienten im Klinikum Landsberg behandelt. Sieben befinden sich laut Landratsamt auf der Normalstation, drei auf der Intensivstation, zwei davon werden künstlich beatmet. Seit Beginn der Pandemie sind im Landkreis Landsberg 30 Personen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Dass der Wert zu Beginn des neuen Jahres so stark gesunken ist, dürfte mit dem reduzierten Testgeschehen rund um den Jahreswechsel zusammenhängen. Diem-Sickinger betont, dass sich die Teststrategie seit Weihnachten nicht verändert habe: „Wer einen Test haben möchte, meldet sich in Penzing und macht einen Termin aus.“ Außerdem teste das Gesundheitsamt anlassbezogen, das heißt, wenn es einen Verdacht gibt oder eine Person Symptome zeigt. Außerdem würden auch weiterhin die direkten Kontaktpersonen von nachweislich Infizierten getestet.

Problem bei Anrufen beim Pandemiezentrum in Penzing

Nach Informationen unserer Redaktion hatten am Montag mehrere Anrufer Schwierigkeiten, einen Termin mit dem Pandemiezentrum auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Penzing zu vereinbaren. Auf Nachfrage bestätigt Anna Diem-Sickinger, dass einzelne Meldungen eingegangen seien, nach denen bei einem Anruf die Bandansage ertönte, die Nummer sei nicht vergeben. „Wir wissen, dass die Leitung ziemlich ausgelastet ist, manche Anrufer kommen in die Warteschleife. Aber das funktioniert wie gewohnt.“

Offenbar hätten nur wenige Anrufer die beschriebenen Schwierigkeiten. „Wir wissen derzeit noch nicht, woran das liegt. Es gibt die Nummer definitiv, die Leute rufen an und die ersten Termine werden schon vergeben. Warum es in Einzelfällen nicht klappt, können wir aktuell nicht sagen.“

Update vom 5. Januar: es gab offensichtlich doch Impfungen

Corona: Es wurde doch geimpft im Landkreis

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