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Verlandung des Ammersees

24.04.2012

In 15.000 Jahren ist alles vorbei

Jährlich viele tausende Tonnen Schwebstoffe, Kies, Sand, Kalk und Holz lassen den Ammersee kontinuierlich verlanden.
Bild: Stephanie Millonig

Dass der Ammersee langsam verschwindet, ist nicht aufzuhalten. Wasserwirtschaftsamt informiert Gemeinderat

Nur noch 10.000 bis 15.000 Jahre – und dann wird vom Ammersee nichts mehr zu sehen sein. Schilf und Streuwiesen werden sich dann womöglich in dem großen Seebecken erstrecken. Und an dieser Entwicklung wird sich auch nichts ändern lassen: Das war die Botschaft, die dem Dießener Gemeinderat am Montagabend vermittelt worden ist, als Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim das Verlandungsgeschehen erklärten. Anlass dafür war zum einen das vor dem Abschluss stehende Gewässerentwicklungskonzept. Zum anderen gibt es Forderungen aus der Marktgemeinde, das Ufer in Dießen zu vertiefen, um die Stege anfahrbar zu halten.

Korbinian Zanker vom Fachbereich Gewässerausbau und Ökologischer Wasserbau breitete in seinem Vortrag zwar acht wasserbauliche Varianten aus, um der Verlandung zu begegnen. Einen durchschlagenden Erfolg brächten sie seiner Einschätzung nach aber allesamt nicht: „Es gibt eigentlich kaum ein Szenario, dass nennenswert was bringt, wir können die Verlandung nicht stoppen, sondern höchstens verlangsamen, wenn wir die Zufuhr von Sand und Kies beeinflussen.“

Zwar transportiere die Ammer jährlich rund 4000 Tonnen Sand und Kies in den See, doch dies stelle nur eine kleinere Verlandungsursache dar. Viel höher sei der Anteil der Schwebstoffe im Wasser, die sich im Jahr auf durchschnittlich 82000 Tonnen summieren, in Hochwasserjahren wie 1999 seien es sogar 334000 Tonnen gewesen. Weitere Faktoren seien die Ausfällung von Kalk (18000 Tonnen pro Jahr) und Schwimmstoffe wie Treibholz und Müll. Der jährliche Sedimentaufbau im Ammersee und die damit verbundene flächige Verlandung belaufe sich auf etwa vier Millimeter. Somit könne man noch mit einer Lebensdauer des Sees von 10000 bis 15000 Jahren rechnen.

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Die wasserbaulichen Möglichkeiten hätten Zanker zufolge vor allem einen Mangel: Sie trügen nichts oder kaum dazu bei, den Schwebstoffeintrag zu reduzieren. Zankers Empfehlung lautete am Ende, so weiter zu verfahren wie bisher: Wo der See an Anlegestellen zu seicht werde, sollte das Sediment ausgebaggert und in tiefere Stellen umgelagert werden. Treibholz könne man weiterhin räumen, wenn es am Aidenrieder Ufer anlandet.

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