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Tag des Baumes

11.05.2015

In Eching wächst jetzt ein Ginkgo

In Eching wächst jetzt ein Ginkgobaum: Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hat anlässlich des Tags des Baumes ein Exemplar dieses exotischen Gewächses gespendet. Am Samstag wurde er gepflanzt, und die Kinder des Gartenbauvereins tanzten drumherum.
Bild: Romi Löbhard

Kreisverband für Gartenbau spendiert ein Exemplar, das überall zu Hause ist

„Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit.“ Das sei 1952 der – heute wichtiger denn je erscheinende – Slogan gewesen, als in Deutschland erstmals ein „Tag des Baumes“ begangen wurde, berichtete Stellvertretende Landrätin Ulla Kurz in Eching, wo der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und viele Bürger den diesjährigen Tag des Baumes begingen – mit Baumpflanzung, dem Blasorchester Geltendorf, Tänzen der jungen Echinger Gartler und Segnung durch Pater Winfried Mayr.

Mitten auf der Maibaumwiese am Ortseingang, wo vor Jahrhunderten eine Mühle stand und in wenigen Wochen ein Mittelaltermarkt für einige Tage seine Tore öffnet, war bereits eine ausreichend tiefe Grube ausgehoben, dort hinein wurde ein Ginkgo versenkt, der vielen nachfolgenden Generationen Freude bereiten soll. Echings Bürgermeister Siegfried Luge freute sich über die Baumspende des Kreisverbandes ganz besonders. Schließlich feiere die Gemeinde heuer ihre erste urkundliche Erwähnung vor 950 Jahren, die Baumpflanzung bleibe deshalb immer in Erinnerung. „Und hier wird mit Sicherheit, zumindest solange wir leben, kein Parkplatz entstehen.“ Damit beruhigte Luge schmunzelnd den Kreisverbandsvorsitzenden der Gartler und Echinger Herbert Feyrsinger, der dem Ginkgo viele Jahre Bestand wünschte und dass er nie einem Parkplatz oder Ähnlichem zum Opfer fallen möge.

Alle Redner gingen auf die vielen Besonderheiten eines Ginkgos ein, am intensivsten beschäftigte sich Kreisverbandsgeschäftsführerin Susann-Kathrin Huttenloher mit dem Gewächs, das ein wahres Unikum ist. „Der Ginkgo ist 300 Millionen Jahre alt, und er war überall auf der Welt zu Hause.“ Der zähe Baum sei damit älter als der Mammutbaum. Vor 20 Millionen Jahren sei er auch im heutigen Deutschland heimisch gewesen, „vor 1,8 Millionen Jahren zog er sich immer weiter in den Süden zurück“. Der Grund seien Eiszeiten gewesen, die in großen Teilen der Erde das bestimmende Klima waren. „Irgendwo in China, auf einer überschaubaren Fläche, hat der Ginkgo als einziger seiner Gattung überlebt.“ Er habe im Lauf der Zeit viele Namen und Bezeichnungen bekommen, so Huttenloher, eine davon sei „Entenfußbaum“ wegen der nach Schwimmfüßen aussehenden, leuchtend grünen Blätter, die den Baum im Herbst gelb aufleuchten lassen.

„Der Ginkgo ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Bäume.“ Letztere setzen laut der Gartenfachfrau im Alter von 20 oder 30 Jahren erstmals Blüten an und entwickeln Früchte, die eine Ähnlichkeit mit Mirabellen haben. Zersetzt sich das Fleisch reifer Früchte, dann wird es unangenehm, weil dabei stinkende Buttersäure gebildet wird. „Deshalb werden bei uns in Deutschland vornehmlich männliche Ginkgos gepflanzt.“ In Asien sei das ganz anders, dort seien die in der Frucht befindlichen Kerne sehr kostbar. „Sie finden, zusammen mit Rinde und Blättern des Ginkgos, Verwendung in der Medizin.“ Auch in vielen westlichen Ländern werde Ginkgoextrakt mittlerweile angewandt, vor allem bei Krankheitsbildern wie Schwindel, Tinnitus, Demenz oder zumindest Gedächtnisausfällen und Durchblutungsstörungen generell. „Eine große deutsche Strumpffirma hat Ginkgoextrakt sogar schon auf seine Wirksamkeit gegen müde Beine getestet“, weiß Susann-Kathrin Huttenloher. Dafür sei der Extrakt in das Strumpfgewebe eingearbeitet worden. Mit Tests bei der Berliner Charité und an 500 Mitarbeitern einer Fluggesellschaft habe die durchblutungsfördernde Wirkung nachgewiesen werden können. Das Produkt befinde sich mittlerweile im Handel. Übrigens: Auch Johann Wolfgang von Goethe hat sich mit dem Ginkgo Biloba, wie der Baum mit vollem Namen heißt, beschäftigt und ein Gedicht geschrieben, das im West-Östlichen Diwan veröffentlicht wurde.

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