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Fuchstal

29.07.2020

In Fuchstal soll ein großes Rechenzentrum entstehen

Mit der Blockchain-Technologie in Fuchstal befassen sich Bürgermeister Erwin Karg, Mark Lippert (VG Fuchstal), Leipi Anatolij (Mitarbeiter des Start-ups Augusta Blockchain Technology) , Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid und Christian Leib, Chef der Augsburger Unternehmens.
Bild: Andreas Hoehne

Plus In Fuchstal soll der vor Ort produzierte Strom verwendet werden, um große Datenmengen zu speichern. Die Kommune hofft, dabei noch zusätzliches Geld zu verdienen.

Die Gemeinde Fuchstal hat in den vergangenen Jahren stark auf den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt. Inzwischen wird deutlich mehr Strom produziert, als die Gemeinde verbraucht. Das hat Bürgermeister Erwin Karg und seine Verwaltung auf eine neue Idee gebracht, wie dieser verwendet werden könnte: ein Rechenzentrum für große Datenmengen.

Die Kommune hofft dabei auf Fördermittel aus dem Programm „Smart City“ des Bundesinnenministeriums und hat einen entsprechenden Antrag eingereicht. Zum Einsatz kommen soll dabei die so genannte „Blockchain-Technologie“, dabei handelt es sich um eine kontinuierlich erweiterbare Sammlung von Datensätzen. So wird auch die Nachverfolgung bei der Informationssuche erleichtert.

Ansprechpartner für die Gemeinde bei dem Projekt ist Christian Leib, der in Augsburg das Start-up „Augusta Blockchain Technology“ gegründet hat. Bei der Vorstellung des Projektes hat Leib einen der Prozessoren mitgebracht, den kleinsten seiner Art mit sieben Grafikkarten, denen die zentrale Aufgabe beim Erzeugen der Blockchain-Ketten zukommt. Da dabei sehr viel Wärme entsteht, setzt seine Firma auf eine in der Stahlindustrie entwickelte Kühltechnik. Die Nutzung der Abwärme beispielsweise für die Fernwärme müsste man prüfen, so Leib.

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Interessant auch fürs autonomen Fahren

Vorstellen könnte er sich, dass in Fuchstal ein Blockchain-Zentrum zumindest für die Region entsteht, in dem Unternehmen ihre Datenmengen manipulationssicher auslagern können. Große Rechnerleistungen und Speicherkapazitäten benötige man ebenso für die künstliche Intelligenz und für das autonome Fahren, weist Fuchstals Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid hin.

Die Ausstattung für die Blockchain-Technologie könne man entweder mieten oder kaufen, so Leib. Für die Nutzung der Speicherkapazitäten zahlen die betreffenden Firmen entsprechende Gebühren. Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid hofft, dass das Projekt im Jahr 2022 oder 2023 realisiert werden kann. Aus seiner Sicht ist das Vorhaben auch deswegen sinnvoll, weil der Strom dort verbraucht wird, wo er auch produziert wird. „Und wir tun noch etwas für die Erzeuger von Erneuerbaren Energien, die demnächst aus der Förderung fallen, weil die Laufzeit endet. In dem Projekt bekommen sie womöglich eine höhere Vergütung.“ Schmid denkt dabei unter anderem an die örtliche Biogasanlage und auch an die Fotovoltaikanlagen.

Nebenbei noch Geld verdienen

Mit der neuen Technik kann die Gemeinde sogar noch Geld verdienen, informierte Unternehmer Christian Leib. Immer, wenn ein Prozessor nicht anderweitig benutzt wird, erzeuge er eine Kryptowährung – ein digitales Zahlungsmittel – im Wert von fünf Euro am Tag. Bei Stromkosten von zwei Euro und einem Mietpreis von einem Euro je Tag könnte das schon jetzt im kleinen Umfang ein Geschäftsmodell für die Gemeinde Fuchstal sein. Bekannt geworden ist die Blockchain-Technologie vor allem im Zusammenhang mit der Kryptowährung „Bitcoin“.

Lesen Sie dazu auch: Erneuerbare Energien: Hubert Aiwanger zeichnet Fuchstal aus

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