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Penzing

24.08.2020

In Penzing gibt es einen großen personellen Umbruch

Peter Hammer ist seit nun gut 100 Tagen Bürgermeister in Penzing. Doch nicht nur der Rathauschef ist neu, auch im Gemeinderat und der Verwaltung hat sich eine Menge getan.
Bild: Sylvia Kresin

Plus Der frühere Kommandant des Fliegerhorsts, Peter Hammer, steht jetzt an der Spitze der Gemeinde Penzing. Wie er die ersten 100 Tage im Amt des Bürgermeisters erlebt und welche Themen für ihn höchste Priorität haben.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen März sind in mehreren Gemeinden auf dem Lechrain neue Bürgermeister gewählt worden. Am 1. Mai sind sie ins Rathaus eingezogen. Im LT ziehen sie eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt. Heute: Penzing.

Die Zeit nach der Kommunalwahl in Penzing könnte man auch als umfangreichen Neustart betrachten, zumindest was die handelnden Personen angeht. Peter Hammer hat Johannes Erhard – der nicht mehr antrat – als Bürgermeister beerbt, zwölf der 16 Gemeinderäte sind neu in dem Gremium, in der Verwaltung wurden mehrere Stellen neu besetzt. „Es ging also von Anfang an darum, ein Team zu bilden“, sagt Hammer, früher Kommandant des Fliegerhorsts in Penzing.

Damit das möglichst reibungslos klappt, durfte er im Frühjahr an Einstellungsgesprächen teilnehmen und sich ein Bild von den künftigen Mitarbeitern der Rathausverwaltung machen. Hier gab es ebenso mehrere Wechsel wie im Gemeinderat. Mit dessen Mitgliedern hat Hammer deswegen schon vor der ersten Sitzung gesprochen, um zu erfahren, was ihnen wichtig ist und in welchem der sieben Ausschüsse sie gerne mitarbeiten würden. Neu ist der Ausschuss für den Fliegerhorst, dessen Konversion ein zentraler Punkt für die Entwicklung der Gemeinde ist. Der frühere Kommandant, der zwei erwachsene Kinder hat, befürwortet das erarbeitete Konzept, das eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Forschen vorsieht.

In Penzing gibt es zwei große Themen

„Der Fliegerhorst ist neben dem Hochwasserschutz das zweite große Thema in Penzing. Deswegen war es mir wichtig, dass sich der Gemeinderat gleich zu Beginn mit den beiden Themen befasst. Wir müssen hier jetzt anschieben, um bei diesen längerfristigen Projekten voranzukommen.“ Im neuen Gemeinderat wurde in den ersten Sitzungen ausgiebig diskutiert, in einem Fall endete der nichtöffentliche Teil um kurz nach 1 Uhr. Begonnen hatte der öffentliche Teil um 19.30 Uhr. „Ich lasse lieber mal einen Satz mehr zu, wenn wir dadurch am Ende zu einem guten Ergebnis kommen“, sagt Hammer, dem bei der Moderation der Sitzungen seine Erfahrung als Führungskraft bei der Bundeswehr zugutekommt.

Beim Fliegerhorst hofft er, dass zum Ende seiner laufenden Amtszeit – also 2025 oder Anfang 2026 – bereits etwas von dem entwickelten Konzept umgesetzt sein wird. Der 48-Jährige sagt, er versuche, die richtige Balance bei der Entwicklung des Geländes zu finden. „Wir sollten keine überhasteten Entscheidungen treffen, aber auch nicht warten, bis sich die Natur alles zurückerobert hat.“ Aber schmerzt ihn als früheren Kommandanten nicht, dass dort keine fliegerische Nutzung mehr stattfindet? „Es gibt ein klares Signal aus der Bevölkerung, dass es nicht mehr gewollt ist. Und es eröffnet auch ganz neue Perspektiven.“

Damit meint er neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die Chance, Wohnraum zu schaffen. Nur wenn beides vorhanden sei, blieben die jungen Menschen und Familien auch im Ort, betont der Bürgermeister, und das sei wichtig fürs Vereinsleben und die Feuerwehren. Hammer betont auch, dass es sein erklärtes Ziel sei, in allen Ortsteilen Wohnraum zu schaffen, und nicht nur auf der Konversionsfläche.

In manchen Bereichen braucht es noch eine "Feinjustierung"

In Penzing sei bei dem Thema in den vergangenen 15 Jahren zu wenig passiert, findet der Apfeldorfer, der die Fahrt zur Arbeit nutzt, um morgens seinen Tag innerlich noch mal durchzugehen und abends, um den Kopf freizubekommen. „Ich habe in Verhandlungen positive Signale von Grundstücksbesitzern bekommen und bin zuversichtlich, dass sich weitere Vorhaben realisieren lassen. An die Grundbesitzer appelliert er auch mit Blick auf den Hochwasserschutz. Das Gemeinwohl sollte für jeden Vorrang haben, sagt der 48-Jährige. Gehe es bei dem Thema nicht voran, bleibe letztlich nur ein Planfeststellungsverfahren, um Zugriff auf die benötigten Flächen zu bekommen. „Ich würde das gerne vermeiden.“

Die in der Vergangenheit in Penzing kontrovers diskutierten Pläne zur Gestaltungserhaltungssatzung, in der unter anderem auch ortsbildprägende Gebäude festgelegt werden sollen, und Innerortsbebauungspläne ordnet Peter Hammer unter „Feinjustierung“ ein. Der Gemeinderat werde sich den Themen noch widmen, andere Projekte hätten aber Vorrang.

Mit der Erneuerung der Dorfstraße in Ramsach und der Erweiterung des Kindergartens in Epfenhausen stehen noch zwei weitere Großprojekte auf der Agenda. Beim Kindergarten ist aber noch keine Entscheidung gefallen, ob es ein Um- oder ein Neubau wird. Hammer hofft, diese Projekte nicht schieben zu müssen. Wie in allen anderen Gemeinden auch, werden die Steuereinnahmen wegen des coronabedingten Lockdowns niedriger ausfallen. Große Arbeitgeber gibt es im Ort nicht, weswegen der Blick vor allem auf die Einkommensteuer gerichtet ist. „Wo wir stehen, sehen wir erst in einigen Monaten wirklich. Sollte das Schlimmste schon hinter uns liegen, würden wir mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Hammer, der mit den Nachbargemeinden enger zusammenarbeiten möchte. Ob Energieberater, Jurist oder Kehrmaschine: Gemeinsam mit Weil, Schwifting, Hofstetten und Pürgen will er verstärkt Synergien erzeugen und nutzen.

Bleibt die Frage, ob beziehungsweise wann er nach Penzing umzieht. Ein Umzug sei ein Thema, das er mit seiner Frau diskutiere, auch weil die erwachsenen Kinder aus dem Haus in Apfeldorf ausgezogen seien, sagt Hammer, dessen Arbeitsverhältnis mit der Bundeswehr ruht. Allerdings stehe ein Ortswechsel derzeit „nicht ganz oben“ auf der Prioritätenliste.

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