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Schondorf

25.09.2020

In Schondorf bleibt das Auto Verkehrsmittel Nummer eins

Mit der Verkehrssituation an der Staatsstraße 2055 in Schondorf sind die Bürger sehr unzufrieden. Das hat eine Befragung ergeben, an der sich über 600 Schondorfer beteiligten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Über 600 Schondorfer beteiligen sich an einer Online-Befragung in Sachen Verkehr. Zwei Angebote, von einem Ort zum anderen zu kommen, werden in der Gemeinde kaum genutzt.

Über 600 Schondorfer Bürger haben sich an einer Online-Befragung zum Thema Verkehr beteiligt. Was dabei herauskam, wurde jetzt im Gemeinderat erläutert. Dabei ging es um die Verkehrssituation im Ort, die Verfügbarkeit verschiedener Verkehrsmittel und ihre Nutzung, das Einkaufsverhalten, die Staatsstraße 2055 und weitere offene Fragen.

Die 600 Antworten seien ein außergewöhnlich hoher Rücklauf, sagte Claus Grimm vom Team Red Deutschland GmbH, der die Studie im Rahmen der Feinuntersuchung der Staatsstraße 2055 durchgeführt hatte. Dazu waren im Juni 1800 zufällig ausgewählte Bewohner im Alter zwischen 14 und 80 Jahren angeschrieben worden, beinahe jeder dritte Befragte machte mit.

Schlechte Noten für die Staatsstraße 2055

Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) erläuterte, dass zum Thema Staatsstraße eine eigene Sitzung oder sogar eine Klausur geplant werde. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung werden auch auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. Für die Gemeinderäte gibt es auch noch eine lange Version mit 80 Seiten. In der Sitzung wurde die kurze Version vorgestellt. Demnach sei die Verkehrssituation im Ort durchschnittlich mit der Note 3,8 bewertet worden, für die Staatsstraße, also die Greifenberger und Uttinger Straße, vergaben die Bürger die Note 4,5, also zwischen ausreichend und mangelhaft, sagte Grimm. Egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger – im Bereich der Staatsstraße war keiner zufrieden. Besonders unsicher wird die Staatsstraße von Radfahrern und Fußgängern wahrgenommen.

Das Auto ist in Schondorf nach wie vor das Verkehrsmittel Nummer eins. Fast alle, die den Führerschein haben, haben auch ein Auto zur Verfügung, lediglich bei der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen waren es nur zwei Drittel, die jederzeit auf ein Auto zurückgreifen können. Dabei hat schon die Hälfte der Haushalte mit zwei Personen zwei Fahrzeuge, bei größeren Haushalten liegt der Anteil mit Dritt- und Viertfahrzeug bei 29 Prozent. Rund 17 Prozent der Haushalte parken ihr Auto in der Regel am Straßenrand.

Öffentlicher Nahverkehr wird wenig genutzt

Aber in Schondorf wird auch viel mit dem Fahrrad oder E-Bike gefahren, 91 Prozent besitzen ein verkehrstüchtiges Fahrrad. Wenig genutzt wird der öffentliche Nahverkehr, hier besitzen gerade einmal 15 Prozent eine Wochen-, Monats- oder Jahreskarte. Der Trend zum Fahrrad oder zum Zufußgehen hat sich durch das Coronavirus verstärkt, dagegen nahm die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln um 38 Prozent ab.

Zufrieden sind die Schondorfer mit den Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Ort, die Staatsstraße 2055 wird von Norden kommend bis zur Ortsmitte mit dem Edeka fast täglich benutzt. Dort wird auch meistens geparkt und die Querungshilfe wird von zehn Prozent täglich, von 32 Prozent an ein bis drei Tagen in der Woche genutzt.

Bei Tempo 30 herrscht Uneinigkeit

Für eine Einführung von Tempo 30 auf der Staatsstraße im Ort sei das Bild uneinheitlich, sagte Grimm. Nur die Hälfte aller 18- bis 29-Jährigen war für eine Geschwindigkeitsreduzierung. Insgesamt sprachen sich mehr Frauen als Männer für eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus, ebenso für einen barrierefreien Umbau. Eine eigene Fahrspur für Radfahrer befürwortete die Hälfte der Befragten. Grimm sagte, dass sich viele Schondorfer zusätzliche sichere Übergänge wünschten. Fußgänger und Radfahrer stufen die Staatsstraße mehrheitlich als unsicher ein. Eine faire Aufteilung des zur Verfügung stehenden Raumes für alle Verkehrsteilnehmer werde gewünscht, zog Grimm als Fazit zur Staatsstraße.

Die Mitfahrerbank in Schondorf war die erste ihrer Art im Landkreis Landsberg. Angenommen wird sie von den Bürgern aber kaum.
Bild: Julian Leitenstorfer

Carsharing und Mitfahrerbänke wurden sehr positiv bewertet, aber kaum jemand nutze diese Verkehrsmittel. Zwar äußerten viele ihre Bereitschaft, jemanden mitzunehmen, aber nur wenige erklärten, dass sie mitgenommen werden wollten.

Gespräche mit Jugend und Senioren

In der kurzen Diskussion wurde im Gemeinderat kritisiert, dass nicht nach einer Umfahrung gefragt werde. Grimm sagte, dass es dazu keine konkrete Planung gebe. Wolfgang Schraml (FWS) verwies auf eine Untersuchung von 2008, bei der vier Trassen ausgewertet wurden. Dazu soll es neue Berechnungen geben, wenn die Zahlen der Verkehrszählung vorliegen. Die jetzt vorgestellte Bürgerbefragung ist nur ein Baustein der Feinuntersuchung der Staatsstraße. Mit Vertretern von Gewerbe, Jugend und Senioren solle auch noch gesprochen werden, sagte Bürgermeister Herrmann.

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