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Riederau

27.10.2016

In der Brühe liegt die Kraft

Bernt und Claudia Müller am Kupferkessel, in dem seit zwölf Stunden eine Hühnerbrühe köchelt. Mit der Brühenmanufaktur haben sie sich einen lang gehegten Traum erfüllt und bereiten Brühen vor, wie zu Großmutters Zeiten.

Was ein Ehepaar am Ammersee gegen Erkältungen und Winterblues unternimmt.

Im Keller eines großzügigen Einfamilienhauses in idyllischer Waldrandlage köchelt seit zwölf Stunden eine Hühnerbrühe im Kupferkessel über einem Holzfeuer. Wie früher bei der Großmutter in der Bauernküche.

Die Erinnerungen an diese Kindheit waren es, die Claudia Müller bewog, zusammen mit Ehemann Bernt das alte Wissen im modernen Gewand wieder zu beleben, nämlich gehaltvolle Brühe mit besten Zutaten sehr lange zu kochen und, in Gläsern abgefüllt, zu vermarkten. Zwei Jahre bastelten die beiden an ihrer Geschäftsidee bis zur Produktionsreife. Nun gehen sie mit ihrer „Brühenmanufaktur“ an die Öffentlichkeit.

„Die Suppe bei meiner Oma hat einfach himmlisch geschmeckt. Man spürte förmlich die Kraft, die in der Brühe steckte“, sagt die Diplom-Kauffrau Claudia Müller.

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Bernt Müller (50), früher IT-Fachmann und Entwickler von Warenwirtschaftssystemen, ging an diese „Selbstverwirklichung im Vorrentenalter“ mit System heran. Er informierte sich über alle behördlichen Vorschriften und Zertifizierungsvoraussetzungen des Öko-Standards und setzte sie um.

Die Zutaten –Fleisch von regionalen Metzgern und Bio-Gemüse mit selbst gezogenen Kräutern – werden nach der Fünf-Elemente-Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Wasser zubereitet, das über Umkehr-Osmose gefiltert und nach Grander belebt wird, so Müller. Nach der TCM bewirke die lange Kochzeit, dass eine Transformation der Substanzen in Energie stattfindet. Alle Nährstoffe werden den Zutaten entzogen und verbleiben in der Brühe – Kraftbrühe eben.

Der Müllersche Keller gleicht einem gastronomischen Labor, Edelstahl blitzt, aus dem aufgehängten riesigen Kupferkessel steigt leichter, würziger Dampf auf. Darunter, hinter der Glastür des Ofens, glimmen Buchenholzscheite.

Bernt Müller, ausgestattet mit vorschriftsmäßigem Haarschutz, Schürze und Handschuhen, entnimmt eine Probe aus dem Kessel, testete sie: „Perfekt!“ Er schließt den Deckel und geht nach oben, wo Claudia in der Gastronomie-Küche Kräuter und Gemüse schnippelt.

50000 Euro haben die Müllers in die Umsetzung ihrer Geschäftsidee investiert.

Sie finanzierten dies aus eigenen Mittel und mit Starthilfe von Freunden, die vom Erfolg der Kraftbrühen überzeugt sind. Die Brühen von Huhn oder Rind oder auch vegan gibt es in fünf Geschmacksrichtungen, von mild bis scharf. Die Schraubgläser mit 385 Milliliter Inhalt sind sechs Monate haltbar.

Kaufen kann man sie in den meisten Bio-Läden und einigen Supermärkten am Ammersee.

Bernt Müller träumt schon weiter, zum Beispiel von einer Produktionshalle, wo er Immigranten Arbeit geben könnte, von Perma-Kultur im eigenen Garten. „Aber wir wollen langsam und regional wachsen“, sagt er und hofft zunächst auf einen guten Start in die Wintersaison.

Denn die Kraftbrühen der Brühenmanufaktur sollen vor Erkältungen schützen.

Auch dem Winterblues sollen sie entgegenwirken.

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