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13.12.2010

Intelligente Schwarzkittel

Wildschweine gehören zu den intelligentesten und anpassungsfähigsten heimischen Wildtieren. Deshalb müssen Jäger mit Bedacht vorgehen, wenn sie die Schwarzkittel unter Kontrolle und die durch sie verursachten Schäden möglichst gering halten wollen. Einige Tipps dazu gab der Vorsitzende des Bunds Bayerischer Jagdaufseher, Hubert Witt, bei einem Vortrag in Denklingen. Gut 40 Jäger und Jagdgenossen hatten sich dazu im Gasthaus Hirsch eingefunden. Die Wildschweine sind auch im Landkreis auf dem Vormarsch.

Verteufeln und bekämpfen müsse man das Schwarzwild nicht. Zwar komme ein durch Wildschweine verursachter Schaden den Jäger leicht sehr teuer, erklärte Witt anhand von Fotos. Doch könne man diesem mit relativ einfachen Mitteln gut vorbeugen. So empfahl Witt das Anlegen von Wühlstreifen. Dabei wird im Wald auf einem Streifen maßvoll Kirrung wie Eicheln, Mais oder Nüsse in die Erde eingebracht. Die Wildschwein-Rotten seien dann oft zwei bis drei Stunden pro Nacht damit beschäftigt, den Boden umzugraben und die Leckereien zu fressen. Damit können sie keine Schäden auf Äckern anrichten - und sorgen dafür, dass der Waldboden gut durchlüftet wird. Zudem erhalten die Tiere damit den notwendigen Ausgleich zwischen pflanzlichem und tierischem Eiweiß und stillen ihren Hunger nach Engerlingen und Maden nicht auf

feuchten Wiesen mit entsprechenden Schäden. Ein ähnliches Verfahren empfahl Witt für große Feldflächen, zum Beispiel Maisfelder. Diese sollten in Absprache mit dem Landwirt durch Streifen mit Getreide unterbrochen werden, das eher in die Milchreife kommt als der Mais. Dann würden die Wildschweine gezielt das angebotene Getreide nehmen und sich sicher fühlen. Ist die Zeit gekommen, können sie hier wie auf dem Wühlstreifen effektiv bejagt werden.

Im Wald sollten die Schwarzkittel vom Ausbringen der Saat bis zum Einholen der Ernte nicht jagen, empfahl Witt. Denn die Tiere lernten schnell und flüchteten sich dann in die Felder - mit entsprechendem Schaden. Wichtig sei zudem das Erhalten der Sozialstrukturen beim Abschuss. Werde zum Beispiel die Leitbache geschossen, laufe eine Rotte leicht aus dem Ruder. Deshalb sollte Jagd auf Frischlinge und Überläufer gemacht werden. Um die Wildschweine von Flächen fernzuhalten, eigne sich eine scharfe Bejagung, aber auch das Ausbringen von Menschenhaaren in mit Löchern versehenen Schraubenboxen. Denn der Geruchssinn ist bei Wildschweinen am besten ausgeprägt. An Geräusche dagegen gewöhnen sie sich schnell und Elektrozäune seien eher kontraproduktiv. Als sinnvoll bei der Jagd auf Wildschweine empfahl Witt mobile Hochsitze, da die Tiere oft ihre Kirrungsflächen wechselten. Wie das Fleisch der Tiere anschließend gut vermarktet wird, erläuterte der gelernte Metzger ausführlich.

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