1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Ist eine UV-Anlage die richtige Lösung?

Kaufering

21.12.2016

Ist eine UV-Anlage die richtige Lösung?

Zum Thema Trinkwasser gab es im Marktgemeinderat eine lange Aussprache. Zu einer Abstimmung kam es aber nicht.

Der Kauferinger Marktgemeinderat diskutiert lange über die Sicherheit der Trinkwasserversorgung, kann sich aber noch nicht zu einer Entscheidung durchringen. 

Mit dem Einbau einer UV-Desinfektionsanlage und deren Dauerbetrieb will der Markt Kaufering die Sicherheit der Trinkwasserversorgung gewährleisten und damit der Gefahr einer erneuten mikrobiologischen Belastung des Wassers vorbeugen (LT berichtete). Bürgermeister Erich Püttner gab in jüngster Marktgemeinderatssitzung nach einer rund eineinhalbstündigen Aussprache ein klares Bekenntnis für diesen Weg ab. „Wir brauchen diese UV-Anlage um die Wassersicherheit für Kaufering zu hundert Prozent sicherzustellen und sollten jetzt für die Sicherheit in die Zukunft diese Entscheidung treffen“, so Püttner.

Zu einer Abstimmung und damit zu einer formellen Entscheidung sollte es aber nicht kommen. Gleich zu Beginn der Sitzung fand Ratsmitglied Andreas Keller, GAL, mit seinem Antrag zur Geschäftsordnung eine Mehrheit, das Thema UV-Anlage zwar zu behandeln und zu diskutieren, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt darüber abzustimmen. Zur Begründung führte er unter anderem an, dass nicht genügend Zeit zur Verfügung gestanden habe, um sich mit der Studie zur Nachrüstung einer UV-Anlage ausreichend zu beschäftigen. „Wir haben die Informationen erst sehr kurzfristig bekommen“, meinte Keller und mahnte eine ausführliche Überprüfung des Sachverhaltes sowie die Abwägung von Alternativen an. „Wir haben in letzter Zeit deutlich erfahren, dass Wasser ein sehr intensives Thema ist“, so Keller weiter.

Einer alternativen Wasserversorgung über einen neuen Brunnen erteilte der Rathauschef eine Absage. „Einen neuen Brunnen zu erkunden und zu erschließen sowie ein Wasserschutzgebiet auszuweisen sind Prozesse, die Jahre oder gar Jahrzehnte dauern“, meinte Püttner.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Es blieb zunächst bei einer Information

So blieb es also zunächst bei einer Information durch Klaus Sixt vom Ingenieurbüro Sixt, Heiß und Partner, der seine Studie zur Wasserbeschaffenheit in Kaufering und zur Nachrüstung einer UV-Desinfektionsanlage vorstellte. Zusammenfassend werde empfohlen, die Wasserversorgungsanlage mit einer UV-Desinfektionsanlage nachzurüsten, um einer erneuten biologische Belastung des Trinkwassers durch coliforme Bakterien vorzubeugen und damit die Wasserqualität zu sichern. Die Einwendung von Dr. Patrick Heißler (GAL), die UV-Anlage gaukle Sicherheit vor, und den Rück-schluss von Alex Glaser (GAL), ohne UV-Bestrahlung lebe man seit Jahren mit dem Risiko ausbrechender Epidemien, die aber nicht ausgebrochen seien, entgegnete Sixt mit der Frage: „Wie risikobereit sind sie denn als Entscheider?“ Und weiter: „Ich würde eine UV-Anlage einbauen, weil ich dann auf der sicheren Seite bin. Während auch Eva Nitsche (Freie Wähler) meinte, dass die UV-Anlage keine Sicherheit für gutes Wasser biete aber „ein hoher Bedarf an Alternativen“ bestehe, setzten sich Thomas Salzberger und Thomas Wiesmann (beide SPD) ebenso für die Nachrüstung ein wie Sascha Kenzler (UBV). „Warum zweifeln wir an zusätzlicher Sicherheit?“, so Kenzler. Wie berichtet, war es zu bakteriologischen Verunreinigungen des Trinkwassers nach Sanierungsar-beiten an der Quellsammelleitung gekommen. Dabei wurde eingewachsenes Wurzelwerk entfernt und die Leitungen gespült. In der Folge wurde die Versorgung über einen Zeitraum von vier Monaten mit dem Notverbund Landsberg sichergestellt. Seit Ende November ist die Quelle St. Leonhard wieder in Betrieb. Im kommenden Jahr soll nun der zweite Sanierungsabschnitt erfolgen. Im Quellfassungsbereich sollen Bäume entfernt und die Wurzelstöcke ausgefräst werden. Aufgrund der gemachten Erfahrungen könne davon ausgegangen werden, dass durch die Fräsarbeiten erneut coliforme Keime in das Trinkwasser gelangen. Laut Bürgermeister Püttner sei die Wurzelentfernung notwendig Voraussetzung, um einen neuen Wasserrechtsbescheid zu erhalten.

Auch über Kosten der Nachrüstung wurde informiert. So soll die UV-Desinfektionsanlage mit rund 84 000 Euro an Investitionen erfordern. An jährlichen Betriebskosten fallen bei Dauerbetrieb rund 4000 Euro an. Ob die Trinkwasserversorgung nun mit einer UV-Desinfektionsanlage nachgerüstet wird und ob dadurch das Trinkwasser für die Kauferinger Bürger sicherer wird, darüber haben die Marktgemeinderäte in einer der nächsten Sitzungen zu entscheiden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
127961986.jpg
Dießen

Nächtliche Randale-Tour mit Einkaufswagen

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket