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12.01.2015

Ja so was Greisliches

Mit lockeren Sprüchen animierte „Auktionator“ Peter Rasch die Besucher, sich für die versteigerungsgegenstände zu erwärmen.
Bild: Romi Löbhard

Im Landratsamt wurden wieder ungeliebte Geschenke versteigert. Das findet immer mehr Zuspruch

Ein noch verpackter Kinderroller, davor ein Messerblock, daneben luxuriöses Toilettenwasser von Hugo Boss, Küchenrollenhalter, High Heels, Spanisch Wörterbuch, Kamerastativ: Wo sonst ist solch ein Sammelsurium an Waren und Dingen des täglichen oder auch nicht alltäglichen Bedarfs zu finden als bei der Versteigerung ungeliebter oder nicht benötigter Geschenke, die seit Jahren von der Familienoase Landsberg organisiert wird? Die Veranstaltung hatte Zug, die Plätze im großen Sitzungssaal des Landratsamtes einschließlich der Galerie waren besetzt, als Auktionator Peter Rasch begann, sein (gedachtes) Hämmerchen über Bücher, Bekleidung, Spirituosen, Kristallglas, Fotoalben und vielem mehr zu schwingen und die Ehrenamtlichen der Familienoase alle Hände voll zu tun bekamen.

Knapp 170 Artikel seien heuer abgegeben worden, berichtet Heike Brummer von der Familienoase, „und 73 Nummern für potenzielle Bieter haben wir ausgegeben. Erstmals kommen 20 Prozent des Versteigerungserlöses unserer Arbeit in der Familienoase zugute“, so Brummer, „einige Anbieter spenden auch 100 Prozent.“

Dass die Versteigerung nicht nur Anbietern, Bietern und dem Familienzentrum etwas brachte, sondern auch erheblichen Unterhaltungswert bot, dafür sorgte Peter Rasch, im normalen Leben Sachgebietsleiter im Landratsamt und als Animateuor ein richtiges Naturtalent. Die schwarze Mütze „benötigen Sie unbedingt, wenn Sie die nächste Bank überfallen wollen“, erklärte Rasch, um ein paar Artikel später noch eins draufzulegen: „Denken Sie an das Geld, das Sie nach dem Banküberfall verstauen müssen, dafür brauchen Sie diese große schwarze Umhängetasche.“ Das Kartenset Suppenrezepte sei doch sehr praktisch, meinte Rasch verschmitzt. Die Frau müsse nur täglich den Mann ein Kärtchen ziehen lassen, schon sei klar, welche Suppe es gibt.

Das wollte selbst der Auktionator nicht verstehen

„Durchschaun wollt ihr net, net durchschaun wollt ihr auch net, was wollt ihr denn?“ Bei den beiden mehr und weniger durchsichtigen „Blüschen“ half alles Anbieten nichts, sie fanden keine neue Besitzerin. Dass aber die „Pilszapfanlage von Philips“ nicht über den Tisch ging, das wollte der Auktionator gar nicht verstehen. So sehr er auch schwärmte und allen anwesenden Männern den Mund wässrig machte – es half nichts. Genauso erging es dem „Cleaning Robot von Vileda“ oder dem „Wasserhyazinthenkorb für Zeitungen. „Nun ja, ich hätte den auch nicht erworben“, meinte Rasch schmunzelnd über den Zeitungskorb.

„Ja so was Greisliches!“ Mit diesem Ausruf bot die freche Verkaufskanone den Landkreiskrug an und wurde ihn los – zusammen mit einem Rat an den Ersteigerer. „Wenn Sie 100 werden und der Landrat Ihnen mit einem Krug gratulieren will“, meinte Rasch feixend, „dann können Sie ihm den zeigen.“ Das „ultimative Geschenk für einen, den ich absolut nicht leiden kann“, auch das fand einen neuen Besitzer. Wer also in nächster Zeit einen „Dekofrosch im Gartenschuh aus Kunststoff“ geschenkt bekommt, der weiß jetzt, was er davon halten sollte ...

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