12.12.2010

Jauchzet, frohlocket

Jauchzet, frohlocket
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Erhebende Momente und wunderbare Musik erlebten die Besucher des Weihnachtsoratoriums in der Landsberger Stadtpfarrkirche. Fotos: Sibylle Seidl-Cesare

Landsberg Mit einer großartigen und höchst beeindruckenden Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach, Bachwerkeverzeichnis 248 aus dem Jahre 1734, in der vollbesetzten Landsberger Stadtpfarrkirche endete der Vortag zum dritten Advent.

Klug gewählt hatte der musikalische Leiter, Johannes Skudlik, den Beginn des Konzerts. Es war für 20.30 Uhr angesetzt. Der Lärm und das geschäftige Treiben der Läden und des Christkindlmarktes waren da schon verebbt, das Kirchenrund in Halbdunkel getaucht. Aus der Tiefe der Halle schritt Dirigent Skudlik zum Podest in der Apsis der Kirche. Kein Applaus störte zu Beginn die Spannung der Zuhörer. Ein erhebender Moment.

Glänzende Arien

Glänzende Arien der Sängersolisten, gelungene Einlagen der Instrumentalsolisten dazu ein bestens präparierter Landsberger Oratorienchor mit optimaler Artikulation sowie ein hervorragendes Orchester ließen diese Aufführung zu einem ganz besonderen Erlebnis in der Vorweihnachtszeit werden. Skudlik dirigierte mit auf den ersten Blick leichter Hand und nahm die Musiker doch an die Zügel. Am Samstag führte Skudlik die ersten drei Kantaten dieses großen Werkes auf, das zu den nahezu unumgänglichen Bestandteilen winterlicher Festzeit und der schönsten Phase des Kirchenjahres gehört.

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Die Freude über das Kommen des Herrn

In diesem Opus äußert sich auf unnachahmliche musikalische Weise die Freude über das Kommen des Herrn. Musik und vertonter Text bilden eine geschlossene Einheit. Die Verkürzung auf jeweils drei Kantaten ist gängige Praxis, weil die Dauer mit sechs Kantaten, aus denen das Oratorium besteht, allzu lange wäre. Ganz herausragend sangen die Sopranistin Anita Steuer, ebenso der Tenor Robert Sellier. Eine Bereicherung für Landsberg die Altistin Stefanie Irányi und der Bass von David McFerrin.

Wunderschön die Hirtenmusik mit der Oboe d'amore von Christoph Hartmann, Mitglied der Berliner Philharmoniker, und den beiden Englischhörnern zu Beginn der zweiten Kantate. Bezaubernd die Geigenarie im dritten Teil von Julia Dausacker, Konzertmeisterin des Tonhallen-Orchesters in Zürich, ebenso die Flötenarie von Burkhard Jäckle und natürlich Klaus Dann an der strahlenden Trompete. Abgerundet wurde das Ganze durch den Cellisten Markus Wagner. Ebenso muss der Countertenor des Oratorienchores hervorgehoben werden.

Keine Selbstverständlichkeit

Man sieht hier übrigens, wie es Skudlik immer wieder schafft, Musiker von höchstem Niveau in die Stadt am Lech zu bringen. Das ist keine Selbstverständlichkeit und liegt häufig in dessen persönlichen Beziehungen zu den Künstlern begründet.

Ergreifende Stille nach dem Verklingen der letzten Takte. Skudlik hielt die Hände oben. Wie gebannt verharrten sekundenlang schweigend die Menschen. Schließlich senkte der Dirigent die Arme und Jubel und Beifall brachen los.

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