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Porträt

24.07.2019

Jetzt geht es öfter in den Bayerischen Wald

Heute wird Rektorin Ulrike Johannes in der Erpftinger Grundschule in den Ruhestand verabschiedet. Die 63-Jährige hat 40 Jahre lang erste und zweite Klassen unterrichtet und verbrachte ihr gesamtes Berufsleben in Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Heute wird Rektorin Ulrike Johannes an der Grundschule in Erpfting in den Ruhestand verabschiedet. 40 Jahre lang war sie Lehrerin an Landsberger Schulen. Was sie in der Zeit erlebt hat

Wenn am heutigen Mittwoch in der Grundschule Erpfting Rektorin Ulrike Johannes mit einem fröhlichen Fest in den Ruhestand verabschiedet wird, dann geht eine Lehrerin, die ihr gesamtes Berufsleben in Landsberg verbracht hat. 40 Jahre lang hat sie, die stets erste und zweite Klassen unterrichtete, hier Kindern das Tor zu Lesen, Schreiben und Rechnen geöffnet. Immer als Klassleiterin: „Nur Verwaltung wäre nicht meins gewesen“, sagt sie rückblickend auf ihre Rektorentätigkeit. „Ich wollte den nahen Kontakt zu den Kindern, deshalb habe ich ja auch den Beruf ergriffen.“

Ulrike Johannes ist ein Münchner Kindl, genau genommen stammt sie aus einer seit Generationen in Pasing ansässigen Familie. Dort ist sie 1956 geboren und aufgewachsen. Die ersten vier Schuljahre verbrachte Ulrike Johannes in einer Waldorfschule. „Die Lehrerin dort habe ich so sehr verehrt, dass mein Berufswunsch feststand.“ Das wollte die kleine Ulrike auch werden. In den darauffolgenden Jahren habe sich das natürlich immer mal wieder geändert. Sogar Konditorin fand die mittlerweile 63-Jährige eine Weile lang klasse und hat Torten kunstvoll verziert.

Zum Glück wurde daraus nichts, denn „der Beruf Lehrerin war genau richtig“. Diesen eingeschlagenen Weg habe sie nie bereut, betont Johannes. Nach vier Jahren Waldorf wechselte die Zehnjährige zu den Englischen Fräulein ans Maria Ward Gymnasium in Nymphenburg. Nach dem Abitur 1976 schrieb sich die junge Frau an der Pädagogischen Hochschule in München-Pasing ein. „Ich hab’ noch die alte Ausbildung für das Unterrichten an Grund- und Hauptschulen genossen.“ 1979 folgte die erste Lehramtsprüfung und die erste Stelle als Lehramtsanwärterin in Landsberg. „Da wurden wir nicht gefragt, wir bekamen die Stellen einfach zugewiesen.“ Für ihr Berufsleben sei der Einsatz an verschiedenen Schulen förderlich gewesen, meint Ulrike Johannes rückblickend. „Ich habe viel gesehen und mitbekommen.“

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Dazu gehöre auch der Unterricht an der Sonderschule (heute Förderzentrum) in der Isidor-Hipper-Straße. Dort war sie nach der zweiten Lehramtsprüfung (1982) für vier Jahre in verschiedenen Klassen tätig. „In der Einrichtung habe ich viel gelernt, vor allem pädagogisch.“ Ab 1986 war Ulrike Johannes’ berufliche Heimat an der Spitalplatzschule. Mehr als 30 Jahre lang führte sie erste und zweite Klassen im Wechsel. 1998 wurde die Lehrerin zur Konrektorin ernannt, leitete die Schule 2001/2002 kommissarisch an vorderster Stelle. Ab Herbst 2002 übernahm Johannes die Grundschule Erpfting als Rektorin. Befragt nach negativen Erlebnissen in dieser Zeit, fällt ihr der Deckeneinsturz gleich im zweiten Jahr in Erpfting ein. „Das war schon gravierend, glücklicherweise ist damals niemand zu Schaden gekommen.“ Große Freude habe ihr bereitet, dass der Stadtrat den Schulstandort Erpfting bestätigt hat. Rund 180 Schüler gehen dort seit Jahren ein und aus. Etwa zwei Drittel kommen aus dem Landsberger Westen, das restliche Drittel stammt aus Erpfting und Ellighofen.

Johannes freut sich auf die Freiheit, etwas unternehmen zu können, ohne auf Ferienzeiten zu achten. Pläne gebe es nicht. „Mein Mann und ich werden vielleicht öfter unser Refugium im Bayerischen Wald aufsuchen.“ Der Garten mit den schönen Rosen, in dem vermehrt auch Stauden für Bienen, Insekten und Schmetterlinge blühen, werde möglicherweise mehr Pflege erfahren. Johannes wird weiterhin Freunde und Bekannte mit selbst gebastelten Karten und kunstvoll verpackten Geschenken beglücken. Der Geist darf beim Lesen entspannen, körperlich will sie sich weiterhin mit Pilates fit halten. „Das hab’ ich vor 15 Jahren angefangen.“ In all den Jahren davor hat sie bei Marianne Kopetschek Ballett – „gut für Disziplin und Struktur“ – trainiert.

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