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Energie

12.05.2015

Jetzt können die Bürger in Windkraft investieren

Etwa einen Kilometer östlich vom Rand des Kingholzes bei Frankenhofen werden die vier Fuchstaler Windräder gebaut.
Bild: Andreas Hoehne

Vier Anlagen im Fuchstaler Kingholz stehen vor der Genehmigung. Dürfen auch Bewohner aus Nachbargemeinden Geld anlegen?

Für den Juni oder Juli rechnet man in Fuchstal mit den Genehmigungsbescheiden für die vier im Kingholz geplanten Windkraftanlagen im südwestlichen Gemeindegebiet. Dies gab Bürgermeister Erwin Karg am Montag bei einem Pressegespräch im Rathauskeller bekannt. Zusammen mit Kämmerer Gerhard Schmid und Planer Robert Sing informierte er zudem über die zu erwartende Wirtschaftlichkeit und die Möglichkeiten, in das Projekt mit einem Kostenvolumen von etwa 21 Millionen Euro zu investieren. Unmittelbar angesprochen und auch zu Wort kommen werden die Bürger bei einer Informationsveranstaltung am Freitag, 22. Mai, ab 19.30 Uhr in der Fuchstalhalle.

Als Betreiber für alle vier Windräder wird eine noch zu gründende Bürgerwind Fuchstal GmbH & Co. KG fungieren. 30 Prozent der Bausumme, dies sind etwa 6,5 Millionen Euro, sollen die Kommanditisten dieser Gesellschaft als Eigenkapital einbringen, wobei die Mindesteinlage 5000 oder 10000 Euro betragen soll. Angesprochen werden zunächst die Fuchstaler Bürger und dann die aus den Nachbargemeinden. Über beide Dinge müsse jedoch noch im Detail der Gemeinderat entscheiden, wies Karg hin. Mit einer beträchtlichen Summe werde auch die Gemeinde Fuchstal selbst in das Projekt investieren, kündigte Gerhard Schmid an. Allerdings sollten die Einlagen möglichst vieler Bürger die Mehrheit behalten.

Zwei Gutachter hätten nahezu übereinstimmend den zu erwartenden Jahresertrag der vier Windkraftanlagen mit 28 Millionen Kilowattstunden beziffert, teilte Robert Sing mit. Zur Sicherheit habe man zur Berechnung der Rendite davon 15 Prozent abgezogen, so der Planer weiter. Bei den genannten 4 bis 4,5 Prozent Ertrag seien auch ein Komplettwartungsvertrag für 20 Jahre und die Rückbaukosten einberechnet worden. Anders ausgedrückt bedeute dies, erläuterte Karg, dass ein Anleger von 10000 Euro innerhalb der kalkulierten Betriebsdauer von 20 Jahren 18000 Euro zurückerhalte. Danach werde die Gesellschafterversammlung über die weitere Zukunft der Windräder entscheiden.

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Für den Bau der vier getriebelosen Windräder, die von einem „namhaften deutschen Hersteller“ stammen, wie es hieß, gibt es ein relativ enges Zeitfenster, wies Robert Sing hin. Denn der dafür notwendige Holzeinschlag dürfe nur in den Monaten September und Oktober erfolgen. Notwendig wird dieser nur an den Standorten selbst, die bereits an Waldwegen liegen, und an den Abzweigungen der Zufahrtswege zur Erweiterung der Radien. Hier werden die gerodeten Flächen jedoch wieder aufgeforstet. Zumindest ein Teil der Anlagen sollte wegen der Einspeisungsvergütung nach dem Erneuerbaren Energiengesetz bereits bis zum 30. Juni des nächsten Jahres ans Netz gegangen sein.

Aufgrund der vorausgegangenen Untersuchungen habe man praktisch alle Naturschutzbelange mit den Behörden abgeklärt, so Sing. Da man noch weiter vom Waldrand abgerückt sei, nehme die Gefährdung des Rotmilans ab. Das Vorkommen der Haselmaus könne man allerdings wegen deren langer Winterstarre erst jetzt untersuchen. Sollte man fündig werden, würde dies Einschränkungen der Bauzeiten mit sich bringen. Gerüstet sei man schließlich auch für Klagen, die bei nahezu jedem Windkraftprojekt zu erwarten sind, stellte Karg fest. Hier gebe es die Möglichkeit eines Sofortvollzugs, um eine Verzögerung der Baumaßnahmen zu verhindern. Da man nun die 10-H-Regelung eingehalten habe, wolle zumindest die Gemeinde Kaltental nicht den Gerichtsweg gegen das Projekt bestreiten, berichtete Karg aus einem Gespräch mit seinem Amtskollegen aus dem Ostallgäu. Die Verschiebung der Standorte nach Osten habe zudem nur geringfügige Einbußen gebracht, merkte Sing hierzu an. Bei einer Höhendifferenz von nur drei Metern zu den ersten Standorten liege die zuvor mit 5,5 angesetzte Windhöffigkeit nur um etwa ein Prozent darunter, bezifferte er.

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