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Landsberg

12.11.2019

Jetzt stellen sich auch die Landsberger Geschäftsleute hinter das Stadtmuseum

Viele Geschäfte in der Innenstadt werben mit einem Banner für das Stadtmuseum und die Landesausstellung, die 2024 nach Landsberg kommen könnte.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Das Thema Stadtmuseum wird in Landsberg immer heißer: Jetzt gibt es sogar eine Plakataktion vieler Geschäftsleute. Was sie vom Stadtrat konkret fordern.

Neben Kulturschaffenden und den Freunden des Stadtmuseums üben jetzt auch viele Geschäftsleute in der Landsberger Innenstadt Druck auf den Stadtrat aus: Seit dem Wochenende hängen in vielen Läden weiße Banner, mit denen sich die Inhaber pro Stadtmuseum positionieren. Was sie am aktuellen Vorgehen des Stadtrats kritisieren.

Nicht nur in der Bergstraße hängen die Banner in den Schaufenstern

Landsberg braucht das Stadtmuseum. Landsberg braucht die Landesausstellung“ ist darauf zu lesen. Man findet die Banner nicht nur im unmittelbaren Umfeld des geschlossenen Museums in der Alten Bergstraße, sondern auch in vielen weiteren Geschäften im Zentrum. Hintergrund der Aktion ist, dass zuletzt im Stadtrat bezweifelt wurde, ob das Stadtmuseum tatsächlich bis zur geplanten Landesausstellung „Räuber und Banditen“ im Jahr 2024 saniert und wiedereröffnet werden könne. Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) wies dabei auf die begrenzten Kapazitäten im Bauamt der Stadt hin. Daneben wurde auch infrage gestellt, ob das ehemalige Jesuitengymnasium, das das Stadtmuseum seit den 80er-Jahren beherbergt, der richtige Ort für eine solche Einrichtung und für eine Landesausstellung ist. Die Kritiker des Standorts erachteten das Museum als ungünstig auf dem Berg gelegen und schwer erreichbar.

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Initiiert wurde die Plakataktion von der Interessensgemeinschaft Alte Bergstraße. Catherine Koletzko: „Wir wollten den Geschäften die Möglichkeit geben, auch ihre Meinung äußern zu können.“ Beliebt ist das Museum vor allem in der Alten Bergstraße. Andrea Nisch, Geschäftsführerin im Café Zirnheld. „Die Besucher würden unsere Straße beleben und das ist enorm wichtig.“ Man brauche ein Stadtmuseum, um die historischen Dinge zu bewahren und sichtbar zu machen. „Das ist doch auch für unsere Kinder wichtig, dass sie diese Dinge auch sehen können.“ Man brauche auch einen Ort für die zeitgenössische Kunst. „Landsberg muss ein Museum haben.“

Die Fotos werden eifrig in den sozialen Netzwerken geteilt

Bei Facebook und Instagram wurden bereits viele Bilder von der Plakataktion fürs Museum gepostet. Und nicht nur die Alte Bergstraße in unmittelbarer Nähe des Museums zeigt Einsatz, sondern auch Vorder- und Hinteranger. Boutiquebesitzerin Rosi Metzner aus dem Vorderanger hat die Plakate auch im Schaufenster. „Eine so tolle Einrichtung muss man unterstützen. Es ist ein toller Platz dort oben, die Ausstellungen haben mir gut gefallen und man muss sich solidarisch zeigen.“ Die Plakate habe ihr Catherine Koletzko vorbeigebracht – und viele Geschäfte haben sie inzwischen aufgehängt.

Das sieht auch Viktoria Witzel von „Witzel & Berchtold“ im Hinteranger so. „Natürlich unterstützen wir diese Aktion. Für jeden Menschen mit Bildung ist ein Museum normal“, sagt Witzel. Man brauche sich doch für eine Landesausstellung erst gar nicht bewerben, wenn man keine Mittel hat.

Michael Vivell vom gleichnamigen Reisebüro und Vorstandsmitglied der Händlervereinigung „Aufmacher“ warnt davor, die Landesausstellung platzen zu lassen: „Wenn die Landesausstellung nicht kommt, kommen 100 000 Leute weniger in die Stadt, das könnte unserer Innenstadt einen Schaden zufügen.“ Jeder Besucher, der in die Stadt komme, sehe sich hier um und kaufe möglicherweise auch etwas ein. Das Stadtmuseum liege in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt und zur Schlossberggarage. Und dann könne immer auch mit „Sekundäreffekten“ einer solchen landesweiten Veranstaltung gerechnet werden, meint Vivell: „Da wird es viele geben, die zum ersten Mal nach Landsberg kommen, die dann einen zweiten Besuch folgen lassen.“

Das Platzen der Ausstellung würde der Innenstadt schaden

Nachdem sich nach der jüngsten Stadtratssitzung bereits die Museumsfreunde, der Historische Verein und der Verschönerungsverein für die Wiedereröffnung des Stadtmuseums am bisherigen Standort und die Durchführung der Landesausstellung eingesetzt hatten, zeigen jetzt auch viele Geschäftsleute Flagge. Michael Vivell vom gleichnamigen Reisebüro und Vorstandsmitglied der Händlervereinigung „Aufmacher“ warnt insbesondere davor, die Landesausstellung platzen zu lassen: „Wenn die Landesausstellung nicht kommt, kommen 100.000 Leute weniger in die Stadt. Das könnte unserer Innenstadt einen Schaden zufügen.“

Auch der Ältestenrat ist sich uneins, wie es mit dem ehemaligen Jesuitengymnasium weitergehen soll. Der Stadtrat muss jetzt entscheiden, ob die Landesausstellung in dem dann sanierten Stadtmuseum stattfinden soll.
Foto: Thorsten Jordan

Jeder Besucher, der in die Stadt komme, sehe sich hier um und kaufe möglicherweise auch etwas ein. Das Stadtmuseum liege in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt und zur Schlossberggarage. Und dann könne immer auch mit „Sekundäreffekten“ einer solchen landesweiten Veranstaltung gerechnet werden, meint Vivell: „Da wird es viele geben, die zum ersten Mal nach Landsberg kommen, die dann einen zweiten Besuch folgen lassen.“

Stiftung kündigt eine große Spende an

Kurz vor der Stadtratssitzung am Mittwoch, 13. November, machten sich zudem die Künstler-Gilde Landsberg-Ammersee und der Regionalverband Bildender Künstler Oberbayern-West für eine baldige Wiedereröffnung des Stadtmuseums am bisherigen Standort stark. Das Kuratorium der Hans-Heinrich-Martin-Stiftung und der Historische Verein Landsberg kündigten zudem eine 250.000-Euro-Spende an die Stadt an – geknüpft an die Bedingung, 2020 mit der Sanierung und Neueinrichtung des Stadtmuseums im ehemaligen Jesuitengymnasium zu beginnen.

Lesen Sie auch den Kommentar:Landsberger Stadtmuseum: Ein absolutes Muss

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