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Sanierungen

07.12.2018

Jetzt wird über die Klosterkirche debattiert

Hier sollten Konzerte stattfinden: Geld dafür ist im Landsberger Haushalt, aber es gab auch Kritik daran, hier Schallschutzmaßnahmen durchzuführen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Das Geld fürs Klostereck kommt wieder in den Haushalt, die Kirche bleibt auch drin. Muss die Kirche komplett saniert werden und besteht überhaupt ein Bedarf für einen Konzertraum?

Die Sanierung der Decke und des Freskos im Klostereck kann im nächsten Jahr kommen: Wie von Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) angekündigt, hat der Finanzausschuss jetzt den vor zwei Wochen gestrichenen Ansatz von 220000 Euro wieder erneuert. Die zuvor an deren Stelle eingeplanten 100000 Euro für Schallschutzmaßnahmen an der benachbarten Klosterkirche bleiben im Etat enthalten. „Wir haben ja eigentlich schon immer gesagt, das gehört jetzt gemacht“, sagte Neuner zu diesem Thema, und da schienen sich die Ausschussmitglieder auch einig zu sein, denn zum Klostereck gab es keine weiteren Wortmeldungen. Anders jedoch bei der Klosterkirche. Christian Hettmer (CSU) äußerte die Befürchtung, dass sich das Vorhaben aufwendiger gestalten könnte, als von Drittem Bürgermeister Axel Flörke (Landsberger Mitte) dargestellt. Um die Kirche für Konzerte besser nutzen zu können, hatte er vorgeschlagen, ähnlich wie in der Säulenhalle und im Rosarium innen Fenster vorzuhängen und einen Windfang zu errichten, um den Verkehrslärm besser abzuschirmen. Hettmer sagte nun, eine solche Schallschutzmaßnahme sei ohne den Einbau einer Lüftungsanlage nicht möglich. Darüber hinaus halte es Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buchecker für notwendig, über eine komplette Sanierung des Kirchenraums nachzudenken.

„Mit den Fenstern ist es nicht getan“, unterstrich Fees-Buchecker auch gegenüber dem LT. Die Ursulinenkirche sehe einfach verschmutzt aus und an den Mauern seien Feuchtigkeitseinträge zu erkennen. An der Kirche sei seit Jahrzehnten nichts gemacht worden. Die Kirche benötige eine Gesamtsanierung, die mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgesprochen werden müsse. Den Vorschlag, die Kirche auch für Musikdarbietungen zu nutzen, findet Fees-Buchecker gut: „Man sollte ein Kunstdenkmal, eine Kirche nutzen. Da es ein städtisches Gebäude ist, auch für weltliche Konzerte, allerdings sollte die Kirche nicht profaniert werden.“ Dass das Gebäude eine Kirche bleiben soll, hatte jüngst auch Stadtpfarrer Michael Zeitler gefordert. Für religiöse Zwecke wird die Ursulinenkirche momentan nicht regelmäßig genutzt. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde München feiert dort manchmal Gottesdienste und würde die Kirche in Zukunft auch gerne intensiver nutzen. Vorrangig ist auch für den Stadtheimatpfleger, das Klostereck zu sanieren. „Das muss dringend im nächsten Jahr gemacht werden.“

Für Reinhard Skobrinsky (BAL) war daher der Fall in der Finanzausschusssitzung klar: Die Kirchensanierung habe keine Priorität. Man solle sich erst einmal weitere wissenschaftliche Erkenntnisse verschaffen, „um keinen weiteren Schaden durch falsche Entscheidungen zu schaffen“.

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Dr. Reinhard Steuer (UBV) stellte erneut den Bedarf einer Schallschutzmaßnahme in der Klosterkirche infrage. Wie viele Konzerte zu erwarten seien und warum diese nicht mehr in den anderen Kirchen möglich sein sollten, wollte er von Axel Flörke wissen.

Eine Antwort bekam er jedoch nicht. Außerdem warnte er vor „sich nach oben spiralisierenden Kosten“. Sein Antrag, den 100000-Euro-Ansatz aus dem Haushalt zu nehmen, fand jedoch nur vier Befürworter. Acht Mitglieder des Finanzausschuss waren dafür, das Geld im Etat zu belassen.

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