Newsticker
20,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Coronavirus geimpft
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Josef Neumair und sein Buch über Scheuring

Scheuring

28.01.2020

Josef Neumair und sein Buch über Scheuring

Josef Neumair ist in seinem Geburtsort viel mit dem Rad unterwegs und erkundet dessen Geschichte, die er nun in einem Buch festhalten will.
Foto: Walter Herzog

Plus Scheurings Zweiter Bürgermeister Josef Neumair schreibt ein zweites Buch. Darin geht es auch um den Tag, als Scheuring plötzlich um 441 Einwohner wuchs.

Josef Neumair ist Zweiter Bürgermeister von Scheuring und widmet sich jetzt einem Projekt, das ihn in den kommenden Monaten beschäftigen wird. Der frühere Geschichtslehrer plant ein zweites Buch über seine Heimatgemeinde. Bereits vor 25 Jahren erschien sein Werk über die Scheuringer Schulgeschichte. Nun will er ein weiteres Buch schreiben.

Unter dem Titel „Scheuring – Gemeinde und Vereine“ widmet er sich der Geschichte der Lechraingemeinde mit seinen beiden Kirchen St. Martin und St. Johannes. „Scheuring ist sehr geschichtsträchtig“, sagt Neumair und nennt dabei in erster Linie die Einöde Haltenberg und das heutige Gut Lichtenberg. Dazu schreibt er aus der Zeit des kurfürstlichen Bayerns und berichtet in diesem Zusammenhang auch über einen Weg von der Münchner Residenz heraus bis ins Westerholz beziehungsweise nach Scheuring, dem sogenannten Kurfürstenweg. In einem weiteren Kapitel wird sich der 66-Jährige mit historischen Ansichten seines Heimatortes beschäftigen. Dabei könne er auf eine eigene Sammlung von Luftbildern und Ansichtskarten zurückgreifen, bis aus dem Jahre 1895, sagt er.

Auch der Hochwasserschutz ist ein Thema

Noch ein paar Jahre weiter zurück (1882) reichen seine lückenlosen Aufzeichnungen der Bürgermeister und Gemeinderäte. Eingehen wird Neumair auch auf den enormen Bevölkerungszuwachs in Scheuring nach 1945. Beispielhaft erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung von der Aufnahme von 441 Vertriebenen im Mai 1946, „an einem Tag“. Scheuring habe damals selbst nur 703 Einwohner gehabt, so Josef Neumair. Aus der jüngeren Vergangenheit wird er unter anderem die Sommerhochwasser 2006 und 2013 bis hin zum aktuellen Stand des Hochwasserschutzes berichten.

Daneben sollen die Liegenschaften der Gemeinde sowie besondere Örtlichkeiten im Gemeindebereich beschrieben werden. Neben dem Zollhaus, dem Dorfbrunnen oder der Lourdes-Grotte nennt er auch den Badeplatz am Lech, „den schönsten zwischen Augsburg und Landsberg“, wie er findet. Wichtig ist dem früheren Geschichtslehrer, auch einen Bezug zum aktuellen Dorfleben herzustellen. Deshalb habe er sich entschlossen, etwa ein Drittel seines Buches den örtlichen Vereinen zu widmen. Diese habe er angeschrieben, um ihnen die Möglichkeit zu geben, über ihre Entstehungsgeschichte und für sie wichtige Jahresveranstaltungen in seinem neuen Heimatbuch informieren zu können.

Derzeit studiert Neumair in München

Neumair selbst, ist seit vielen Jahren Schriftführer der Trachtenkapelle und des Sportvereins. Er hat in seinen Jugendjahren, trotz Handicap durch einen Unfall, aktiv Fußball gespielt, sowie sich als Trainer für Schülermannschaften und als Schiedsrichter engagiert. 1971 hat er die Abteilung Tischtennis gegründet und hat es als aktiver Spieler neben vielen Vereinsmeisterschaften in Scheuring und Prittriching als „A-Spieler“ bis zur Kreismeisterschaft gebracht. Er feierte zudem als Tennisspieler Erfolge, wovon Pokale in seiner Vitrine zeugen. Zu seinen Hobbys zählt Neumair neben den sportlichen Aktivitäten seit Jahrzehnten Reisen, zusammen mit seiner Frau Brigitte, das Radfahren, Mathematik und Geschichte. Derzeit studiert er Deutsche und Bayerische Geschichte im siebten Semester an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Daraus schöpft Neumair auch Motivation und Wissen für sein aktuelles Projekt.

„Etwa zwei Jahre werde ich daran wohl noch arbeiten“, sagt Josef Neumair. Der Gemeinderat, dem er seit 1990 angehört, hat Neumair seine Unterstützung für die Realisierung des Heimatbuches zugesagt.

Mehr über Josef Neumair lesen Sie hier: Ein Multitalent geht in den Ruhestand

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren