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Kritik

26.01.2015

Jugendarbeit wird in Frage gestellt

Jugendpfleger Tayfun Solgun beendet seine Tätigkeit.

Gemeinderäte aus Eresing und Finning wollen sich jetzt beraten lassen

Der Jugendpfleger in Windach, Finning und Eresing, Tayfun Solgun, hört im März auf. Mit ihm wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen. Wie die Jugendarbeit künftig gestaltet werden kann, war jetzt auch in den Gemeinderäten in Finning und Eresing Thema. In Finning stand die Tätigkeit des Jugendpflegers schon länger in der Kritik. Wie Bürgermeister Siegfried Weißenbach in der Sitzung sagte, habe dieser „mehr die Kinder betreut“. Der Jugend in Finning hätte dies nichts gebracht, meinte er.

Nun stelle sich die Frage, ob jede Gemeinde sich einzeln um die offene Jugendarbeit kümmern sollte oder wieder ein Jugendpfleger für alle drei Gemeinden tätig sein soll. Wie Verwaltungschef Herbert Riess darlegte, hatte der Sozialpädagoge 8,5 Stunden in der Woche Zeit für Finning. Rund 6000 Euro kostete dies die Gemeinde, da der Landkreis die Stelle zur Hälfte bezuschusst.

Er wisse nicht, ob es Bedarf gibt, sagte Weißenbach. Momentan gäbe es keine Gruppe, die den gemeindlichen Jugendraum nutzt. Marion Mayr berichtete, dass zu den Öffnungszeiten meist zwei bis drei Neun- bis Zehnjährige zu gegen waren. Dies sei auch das Konzept des Jugendpflegers gewesen, zunächst einmal Jüngere anzusprechen, berichtete Weißenbach. Allerdings hätte sich in den vergangenen vier Jahren auch keine Gruppe entwickelt, stellte er fest. Mit einem anderen Konzept läuft es vielleicht besser, meinte er. Denn aus seiner Zeit als Jugendreferent wusste Weißenbach, dass früher schon Jugendliche mit Problemen den Weg in die offene Jugendarbeit gefunden hätten. Anders sah dies Wilhelm Turetschek: „So wie die Jugendarbeit definiert sei, ist kein Bedarf da.“ Auch machten die Vereine gute Jugendarbeit. Dass der Erfolg der offenen Jugendarbeit auch an der Person liegt, meinte Beate Moser.

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Verwaltungschef Riess sagte, die Jugendlichen seien ausführlich befragt worden. Als Fazit kam heraus, dass „die meisten nicht gewusst haben, dass wir einen Jugendpfleger haben“. Der größte Wunsch der Jugendlichen sei eine Skateboard-Anlage. Anstatt in die offene Jugendarbeit wollte Moser das Geld lieber dafür investieren.

Riess warnte aber davor, die Jugendräume, die bestens ausgestattet seien, Jugendlichen ohne Aufsicht zu überlassen. Er lobte auch das vom Jugendpfleger gestaltete Ferienprogramm, das sehr gut gelaufen sei. Die Gemeinderäte entschieden, sich zusammen mit den Windacher Gemeinderäten von Kreisjugendpfleger Wolfgang Bartl informieren zu lassen und danach eine Entscheidung zu treffen.

Für diese Marschrichtung hat sich auch der Eresinger Gemeinderat entschieden. Die Gemeinde Eresing beanspruchte wie Finning den Jugendpfleger für achteinhalb Stunden pro Woche. Michael Klotz (Dorfgemeinschaft Eresing) hob dabei auch die Vorteile einer gemeinsamen Jugendpflegerstelle hervor. „Für achteinhalb Stunden jemand für Eresing zu finden, ist schwierig“, meinte er. Eher sei eine qualifizierte Kraft für eine Stelle für alle drei Gemeinden zu finden, die annähernd eine Vollzeit-Beschäftigung darstelle. (rg/ger)

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