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Sportaustausch

11.08.2018

Junge Russen auf der Landsberger Hütte

Natürlich ging es für die 13 russischen Gäste und ihre Landsberger Gastgeber auch auf die Landsberger Hütte in den Tannheimer Bergen.
Bild: Jacqueline Voigt

Die Jugendabteilung des Landsberger Alpenvereins beherbergte Jugendliche aus Russland. Und diese lernten nicht nur die Berge kennen, sondern auch den deutschen Alltag

Streckenwanderung im Allgäu, Klettern in der Fränkischen Schweiz, Kajakfahren am Lech: Viel Sportliches war für die 13 Jugendlichen aus Russland geboten, die fast zwei Wochen Gäste der Landsberger Alpenvereinssektion im Rahmen eines Sportaustausches waren. Die Jugendlichen aus Russland waren in deutschen Gastfamilien untergebracht, im Gegenzug sollen zwölf junge Leute aus Landsberg nach Russland fahren.

Den Impuls gab der Deutsche Olympische Sportbund zusammen mit dem russischen Verband bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Bewerben konnten sich nun die örtlichen Sektionen. „Es war wirklich super leicht, man musste angeben, wie viele Leute in welcher Altersgruppe man hat, und was man in der Zeit des Austausches machen würde“, erinnert sich Constanze Buckenlei. Die 31-Jährige organisierte zusammen mit dem anderen Jugendleiter Maximilian Winkel die Aktivitäten in den 13 Tagen.

„Ein Grund, warum ich bei dem Austausch mitgemacht habe, war um herauszufinden, wie Deutsche im Alltag leben“, erzählt Michael Kornev. Der 19-Jährige ist bei der Familie von Lorenz Birnberger untergebracht. „Er hat mir alles erklärt und gezeigt, was ich wissen wollte“, sagt der Russe. In der Zeit in Deutschland hat er auch einiges Neues gelernt: „Früher dachte ich immer, alle hier seien total streng, aber die Leute, die ich auf der Straße getroffen habe, waren immer sehr offen und gesprächsbereit.“ „Bis zu dem Austausch habe ich auch immer gedacht, dass in Deutschland alle super pünktlich sind und immer alle Regeln befolgen“, sagt Anastasia Chirkova. Das habe sich aber nach den zwei Wochen als falsch herausgestellt. Die 22-jährige Organisatorin auf russischer Seite hat es auch überrascht, dass die Deutsche Bahn nicht perfekt pünktlich ist.

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Eine weitere Herausforderung war für die Russen auch das deutsche Mülltrennungssystem. „Vor allem, wenn man nicht weiß, was auf den Tonnen drauf steht, ist es mehr ein Ratespiel. Man öffnet die Tonnen und schaut, was aussieht wie der Müll, den man in der Hand hält“, erzählt Anastasia.

Daria Pelogeiko war im Rahmen eines Schüleraustausches schon einmal in Deutschland. „In Erfurt ist es aber ganz anders als hier“, meint sie. Bayern würde ihr auch besser gefallen. Mit am liebsten in den zwei Wochen mochte sie das Klettern. „Ich habe es auch schon mal zu Hause gemacht, und es macht mir generell sehr viel Spaß“, erklärt die 19-Jährige. Auch das Kayaking fand sie gut. „Das habe ich noch nie davor gemacht, und es war am Anfang auch eher schwierig für mich, doch genau die Herausforderung hat mir gefallen“, sagt sie.

Michael Kornev aus St. Petersburg war vor allem vom Wandern in den Alpen angetan. Die Gruppe unternahm eine Vier-Tages-Tour in den Allgäuer Alpen – von der Landsberger Hütte nach Oberstdorf. „Ich war im Frühling auch schon länger im Kaukasus wandern, aber die Alpen haben mir viel besser gefallen“, sagt er. Er wolle, wenn es sich ergibt, auch noch einmal in die Alpen reisen. „Als wir auf dem Gipfel waren, habe ich so viele andere Berge gesehen, die man noch bewandern kann“, erzählt er.

Mit der Verständigung hat es auch gut geklappt, obwohl Englisch gesprochen wurde. „Es wurde auch extra darauf geachtet, nur Leute zu nehmen, die auch Englisch können“, erzählt Anastasia. Ein paar wenige Russen konnten zwar auch ein bisschen Deutsch, aber für ein Gespräch habe es nicht gereicht, erklärt Constanze. Von den Deutschen konnte auch keiner Russisch, deswegen lief die Kommunikation nur auf Englisch.

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