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Landsberg

10.05.2019

Junges Pärchen aus Landsberg leistet sich mit gestohlenem Geld Luxusurlaub

Aus einer herrenlosen Handtasche hat ein junges Pärchen aus dem Landkreis Landsberg insgesamt 21.500 Euro erbeutet.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Aus einer herrenlosen Handtasche erbeuten die Diebe aus dem Landkreis Landsberg einen hohen Betrag. So fällt das Strafmaß für die beiden aus.

Ein junges Pärchen aus dem Landkreis hat sich mit gestohlenem Geld Luxuseinkäufe und einen Urlaub auf Kreta genehmigt. Die beiden schlugen damals in einem Geschäft in Fürstenfeldbruck zu und griffen in eine herrenlose Handtasche und erbeuteten insgesamt 21.500 Euro. Während ihr mittlerweile ehemaliger Freund bereits verurteilt wurde, musste sich jetzt die 20-Jährige vor dem Landsberger Schöffengericht verantworten.

Juli 2018 in einem Fachgeschäft für Zoobedarf und Tierhandel in Fürstenfeldbruck. Ein junges Pärchen aus dem Landkreis Landsberg erspäht eine unbeaufsichtigte Handtasche. Inhalt: 21.500 Euro in bar. Die 20-Jährige und ihr 23-jähriger Freund genehmigen sich mit ihrer Beute noch am gleichen Tag in einem Augsburger Einkaufszentrum einen Luxuseinkauf von Uhren, Schmuck und Kleidung in Höhe von mehreren Tausend Euro. Außerdem buchen sie auch gleich noch einen siebentägigen Luxusurlaub auf Kreta, wie es in der Anklageschrift heißt. Als das Pärchen am 29. Juli 2018 mit dem Flieger in München landet, wartet bereits die Polizei...

Am Flughafen wird das Pärchen von der Polizei erwartet

Über Videoaufnahmen aus dem Geschäft hatten die Beamten zwischenzeitlich die Identität der Ausflügler ermittelt. Zudem wurde offensichtlich, dass eine Frau aus Kroatien die Handtasche in dem Geschäft vergessen hatte. Die große Menge an Bargeld hatte sie mit ihrem Mann vor dem Einkauf in einer Bank abgehoben. Es sollte als Startkapital für ihren Lebensabend dienen, den sie zusammen in ihrer Heimat verbringen wollten.

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Für die 20-jährige Diebin ging es nun vor dem Landsberger Schöffengericht um das Strafmaß. Ihr damaliger Freund und Begleiter, der als Zeuge aussagte, war in einem eigenen Verfahren in München zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Diese wurde für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Im Gerichtssaal deckten sich die Aussagen der beiden, der weder geplant noch ausgespäht gewesen sei. Demnach war das Pärchen mit zwei Hunden in das Geschäft gegangen. Die Frau sah die Tasche, die in einem Regal stand – und wies ihn darauf hin. Er sei hingelaufen und habe eine Geldbörse herausgeholt. Dann hätten sie den Laden verlassen, seien aber gleich wieder zurückgekehrt. Denn im Geldbeutel befanden sich lediglich zwei Euro.

Das meiste Geld ist wieder da

Bei einem zweiten Nachschauen in der Handtasche sei der Mann auf zwei große Tüten – bis zum Rand vollgestopft mit Geldscheinen – gestoßen, so die 20-jährige Angeklagte. Sie hätten sich riesig über das viele Geld gefreut, aber nicht vorgehabt, es zurückzugeben – im Gegenteil: Sie leisteten sich Luxuseinkäufe und einen Luxus-Urlaub auf Kosten eines Ehepaars, das das Ersparte für das tägliche Leben gebraucht hätte, meinte Richter Alexander Kessler.

Aber was ist mit den 21.500 Euro sonst noch passiert? 6147 Euro sind wieder aufgetaucht, wie es vor Gericht hieß. Davon waren 5000 in einer Tüte versteckt worden. Weitere 6000 Euro hat die 20-Jährige bereits zurückbezahlt, nachdem ihre Großmutter die Summe vorgestreckt hatte. Die übrigen 9000 Euro sollen in Monatsraten von 150 Euro – das ist eine gerichtliche Bewährungsauflage aus München – von ihrem damaligen Freund kommen.

Der Ex-Freund wird aus dem Gerichtssaal verbannt

Die 20-Jährige hatte bislang keine Vorstrafen. Staatsanwältin Yvonne Möller plädierte für vier Wochen Dauerarrest, Sozialstunden und die Übernahme der Gerichtskosten. Das Gericht entschied sich für zwei Wochen Arrest, 80 Stunden Sozialarbeit und für ein Kompetenztraining. Dagegen kann Einspruch erhoben werden. Das tat auch der Vorsitzende Richter, aber in anderer Sache: Gegen Schluss der Verhandlung schickte er den 23-jährigen Zeugen wegen unflätiger Ausdrücke und nicht erlaubtem Dazwischenreden auf der Zuhörerbank aus dem Gerichtssaal. (eh)

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