Newsticker

Österreich will ab 14. April die Anti-Corona-Maßnahmen lockern
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Kaltenberg: Mit einem Prinzen zu den Königsschlössern wandern

Kaltenberg

04.08.2019

Kaltenberg: Mit einem Prinzen zu den Königsschlössern wandern

Ludwig von Bayern lädt unter dem Motto „Stark sein für Afrika“ zum 100-Kilometer-Löwenmarsch von Schloss Kaltenberg zu den Königsschlössern.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Ludwig von Bayern, künftiges Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, lädt zur 100-Kilometer-Wanderung von Kaltenberg nach Hohenschwangau. Markus Söder ist Schirmherr. Welche Verbindung es dabei nach Afrika gibt.

Sie hören auf denselben Vornamen, Ludwig. Der eine einst sagenumwobener Märchenkönig, der andere sein Nachfahre und künftiges Oberhaupt des Hauses Wittelsbach.

Während Ludwig II. 1886 ein geheimnisvolles Ende im Starnberger See fand, kümmert sich Ludwig Prinz von Bayern heute neben anderen Aufgaben gezielt um Menschen auf dem afrikanischen Kontinent. „Stark sein für Afrika!“ hat er seinen Löwenmarsch genannt, der am 24. August von Schloss Kaltenberg in 24 Stunden über genau 100 Kilometer zu den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau führen wird.

Was passiert beim Spendenlauf

Über den Spendenlauf haben wir uns mit Ludwig Prinz von Bayern unterhalten.

Kaltenberg: Mit einem Prinzen zu den Königsschlössern wandern

Beim Löwenmarsch handelt es sich um eine Benefizveranstaltung. Was steckt eigentlich dahinter?

Ludwig Prinz von Bayern: Mit der Veranstaltung werben wir um Spenden, mit denen wir Jugendliche in Afrika unterstützen auf ihrem Ausbildungs- und Berufsweg. Nur so erzielen wir eine Nachhaltigkeit, die es ermöglicht, dass diese talentierten jungen Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Die Situation dort ist immer noch dramatisch. Die Geburtenrate ist zu hoch. Im Schnitt hat eine Familie sieben Kinder – ohne große Perspektive, weil sie dort teilweise noch wie in der Steinzeit leben. Hält die Entwicklung an, wird in 30 Jahren jedes zweite Kind auf dem afrikanischen Kontinent geboren.

Warum aber nun Löwenmarsch?

Ludwig von Bayern: Der Löwe ist ja das Wappentier des Hauses Wittelsbach, gleichzeitig steht er für seine eigentliche Heimat Afrika. Wir setzen damit ein Zeichen der Solidarität der Alten Welt mit dem afrikanischen Kontinent. Ich habe in Kenia mit Freunden vor fünf Jahren ein Projekt „Learning Lions“ ins Leben gerufen, durch das talentierte Jugendliche kostenfrei von uns eine Ausbildung im IT-Bereich bekommen. Das Erstaunliche an Afrika ist, dass es dort bei aller Armut eine ausgezeichnete Versorgung mit Mobilfunk gibt. Diese Chance nutzen wir und bilden sie zu Online-Freelancern aus.

Was machen die jungen Menschen, wenn sie ihren Abschluss haben? Sie gehen ins Ausland, weil sie zuhause keinen Job finden.

Ludwig von Bayern: Genau da setzen wir mit unserem nächsten Projekt, den „Startup Lions“, an. Im vergangenen Jahr sind wir mit dieser Idee aus einem Pool von 5000 Bewerberorganisationen mit dem renommierten „Google Impact Award Africa“ ausgezeichnet worden.

Welche Idee steckt da denn dahinter?

Ludwig von Bayern: Mit der Unterstützung von Organisationen wie einer Fair-Trade-Einheit und anderen ermöglichen wir ihnen, als IT-Dienstleister tätig zu werden und unter anderem beispielsweise Webseiten zu entwickeln. Das geschieht weltweit, ohne dass die Dienstleister ihre Heimat verlassen müssen. Und jetzt sind wir beim Löwenmarsch, dessen Webseite übrigens auch in Afrika entstand.

Sie brauchen finanzielle Unterstützung.

Ludwig von Bayern: Genau richtig. Derzeit sind 30 junge Leute bei uns in Ausbildung und 40 haben bereits die zweite Stufe erreicht. Wir haben ein altes Wohnhaus angemietet und platzen so langsam aus allen Nähten. Deshalb planen wir einen großen Campus mit bis zu 500 Arbeits- und Ausbildungsplätzen am Turkaner-See, dem größten Wüstensee der Welt. Es wird ein Eco-Campus werden, der energetisch autark funktionieren soll. Ausbilder, Dozenten und Mitarbeiter sind überwiegend Volunteers aus aller Welt, die sich bei dem Projekt unterschiedlich lang ehrenamtlich engagieren.

Wie funktioniert das Prinzip des Benefizlaufes?

Ludwig von Bayern: Wir sammeln über die Homepage „www.löwenmarsch.de“ Anmeldungen von Personen, die mit mir von Schloss Kaltenberg aus 100 Kilometer in 24 Stunden nach Hohenschwangau in guter Geschwindigkeit gehen. Jeder wandert eine Strecke, die für ihn realistisch ist und veranlasst, dass Freunde und Bekannten für jeden zurückgelegten Kilometer einen Betrag für „Learning Lions“ spenden.

Kann ich dabei sein, wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich die 100 Kilometer durchstehe?

Ludwig von Bayern: Sie sollten schon etwas trainiert sein. Aber auf der Strecke wird es alle zehn bis 20 Kilometer eine Versorungsstation mit Getränken, Essen und Toilettenmöglichkeiten geben. An vier dieser Stationen können sich Gruppen neuer Teilnehmer für eine Teilstrecke anschließen. Die finale Streckenführung wird noch festgelegt. Aber wie gesagt: Die gesamte Route, 100 Kilometer in 24 Stunden ist eine Herausforderung – auch für mich.

Was ist, wenn ich die Wanderung abbrechen muss?

Ludwig von Bayern: Das Löwenmarsch-Team hat ein Shuttle im Einsatz, welches Teilnehmer die nicht mehr weiterlaufen können, zur nächsten Station bringt. Es kann dabei aber zu Wartezeiten kommen.

Wie sieht denn die mögliche Streckenführung aus?

Ludwig von Bayern: Wir starten am Samstag, 24. August, um 14 Uhr in Schloss Kaltenberg. Den Startschuss wird der bayerische Staatsminister Florian Herrmann geben, Schirmherr ist Ministerpräsident Markus Söder. Der Weg führt am Ammersee entlang über Wessobrunn und die Wieskirche durchs Voralpenland. Zieleinlauf ist im Löwenhof von Schloss Hohenschwangau mit Blick auf Neuschwanstein.

Wird eigentlich nur gewandert?

Ludwig von Bayern: Nein, am Ankunfts- und auch 174. Geburtstag von Ludwig II. werden wir mit den umliegenden Gemeinden, den Teilnehmern, deren Abholer und jedem, der dabei sein möchte, ein kleines bayerisches Volksfest feiern.

Mehr über Kaltenberg lesen Sie hier: Was macht eigentlich der Urenkel von Bayerns letztem König?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren