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23.06.2009

Kammermusikalischer Leckerbissen

Landsberg Eine Reverenz erwies Daniel Schmidt seiner Heimatstadt Landsberg am Samstagabend im Alten Bibliothekssaal des Agrarbildungszentrums mit einem "Recital für Posaune", zusammen mit Christoph Paus und der Pianistin Milena Mateva.

In wechselnden Besetzungen spielten die drei Jungmusiker, die derzeit an der Musikhochschule in Stuttgart studieren, interessante Stücke aus der Posaunenliteratur. Dabei war das ganze Spektrum vom warmen, dunklen Klang bis zu scharfen, fast giftigen Klangstößen dieses imposanten Instrumentes zu hören. Nahezu ansatzlos erreichten Daniel Schmidt und Christoph Paus mit ihren Instrumenten beeindruckende Lautstärken, um gleich darauf wieder in subtiles Piano zu wechseln.

Von der Renaissance bis zur Moderne

Die jungen Musiker präsentierten ein abwechslungsreiches Programm von der Renaissance (Orlando di Lasso und Girolamo Frescobaldi) bis zu modernen Komponisten, die speziell die Eigenarten der vielseitigen Posaune herausstellen. Besonders ausdrucksstark dabei Christoph Paus, sehr sicher begleitete Milena Mateva am Klavier. Mit ihrem dynamischen und kraftvollen Spiel konnte die zierliche Pianistin die Stimmführung gleichwertig zu den Posaunen gestalten.

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Eine besondere Spieltechnik führte Daniel Schmidt mit dem zweiten Stück "Muted" des derzeit erfolgreichsten Posaunen-Komponisten Mike Svoboda vor: Bei aufgesetztem Dämpfer mischte er den Posaunenklang mit der eigenen Gesangsstimme. Beeindruckend, was man mit solch einer Luftsäule, wie sie die Posaune hervorbringt, alles machen kann! Die Glasscheiben der altehrwürdigen Bibliothek kamen ganz schön in Vibration.

Das lauteste Orchester-Instrument

Spieltechnisch interessant waren auch die "Tre Pezzi", neuzeitliche Kompositionen von Giacinto Scelsi, die Christoph Paus solistisch vortrug. Eher romantisch muteten die Klänge der "Ballade" von Frank Martin an, die Christoph Paus und Milena Mateva sehr dynamisch und kraftvoll interpretierten. Im letzten Stück dieses einstündigen Konzertes brachte Daniel Schmidt schließlich die Bass-Posaune, die als lautestes Orchesterinstrument gilt, zu Gehör: "New Orleans" von Eugène Bozza, ein französisches Stück mit Jazz-Einflüssen.

Glanzlicht der Posaunenliteratur

Die begeisterten Zuhörer belohnten diesen schönen Konzertabend mit großem Applaus und bekamen mit der "Pastorale" von Eric Ewazon ein weiteres Glanzlicht der zeitgenössischen Posaunenliteratur als Zugabe.

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