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Ammersee

27.08.2018

Kapellentag: Unterwegs zwischen Himmel und See

Auch bei Maria Einsiedel wurde Station gemacht.
Bild: Dieter Schöndorfer

Der Tag der offenen Haus- und Hofkapellen lockt Musikliebhaber zu 24 Denkmälern und Kleinoden rund um den Ammersee. Die Veranstaltung war der innovative Auftakt für die Ammerseerenade.

Dass sich das Klassikfestival „Ammerseerenade“ nach wenigen Jahren bereits etabliert hat, ist an den Besucherzahlen abzulesen. Gar ein echter Selbstläufer ist inzwischen der Kapellentag im Rahmen des Festivals. Die Gäste kommen, wie an den Autokennzeichen unschwer zu erkennen ist, nicht nur aus der hiesigen, sondern vor allem aus der weiteren Region. Für Fahrradklubs aus der Umgebung ist der Kapellentag mittlerweile fester Bestandteil des Jahresprogramms.

So waren diesmal sowohl Radler vom ADFC Weilheim-Schongau als auch aus dem Kreis Landsberg in größeren Gruppen getreu dem Motto des Kapellentags „Unterwegs zwischen Himmel und See“ mit dabei. Einheimische fahren, wenn das Wetter passt, sowieso mit dem Fahrrad zu den Haus- und Hofkapellen rund um den Ammersee, die einen Tag lang für die Allgemeinheit geöffnet waren und nicht nur ihre Schönheit offenbaren, sondern auch Platz bieten für Konzerte aller Art.

Bunt gemischtes Programm

Heuer konnten 24 dieser in verschiedenen Jahrhunderten erbauten Kirchlein besucht und besichtigt werden – einige davon finden sich in nachfolgendem Text wieder. Unterschiedlichste musikalische Gruppen bespielten die sakralen Räume. Für Radler waren auch dieses Mal wieder vier verschiedene, zeitlich machbare Routen zusammengestellt worden. Das musikalische Angebot war dabei so gemischt, dass jeder auf seine Kosten kam.

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Die Ostroute führte am Ammersee Ostufer von Aidenried bis Inning, von der Hofkapelle Maria Schnee zur Dreifaltigkeitskirche. Es gab Gesang und Volkstümliches, Klassik und Weltmusik. Auf der Südroute zwischen Dettenschwang und Sankt Alban durften Besucher Orgelklassik mit dem Münsterorganisten Stephan Ronkov oder Musik aus dem Heiligen Land genießen. Besonderes Schmankerl: Die erst 2012 erbaute und von Abtpräses Jeremias Schröder geweihte Hofkapelle der Familie Wernseher – dort hielt Pater Claudius Bals für die rund 150 Gäste eine Andacht, umrahmt von der „Grainau Musi“. Das sind drei Musiker mit Harfe, Gitarre und Steirischer aus Raisting und Pfaffenhofen.

Weltlicher Genuss

Und nach dem kirchlichen lockte mit warmem Leberkäs auch weltlicher Genuss. In der Kapelle „Maria Einsiedel“ in Dettenschwang war das ursprünglich vorgesehene Gitarrenduo ausgefallen. Das Klarinettenduo Julia Gaßner/David Schöndorfer sprang kurzfristig ein. Nicht so gut hatten es Besucher der Hofkapelle „Maria Hilf“ in Riederau (Westroute). Für den krankheitsbedingten Ausfall der meditativ-sinnlichen Klänge war kein Ersatz mehr gefunden worden. Ebenfalls der Westroute zugeordnet war die Kapelle „Unsere Liebe Frau“ in Bierdorf. Dort startete der Tag um 10 Uhr mit einem Frühschoppen.

Musikalischen Hochgenuss bot danach das Ammersee Streichquartett. Weit mehr als 100 Zuhörer begaben sich mit den vier Musikern auf eine gemeinsame Zeitreise „Von Bach bis Stevie Wonder“. Auf einem Bergerl ist die Riedener Hofkapelle erbaut. Die rund 30 Plätze waren natürlich schnell besetzt, Interessierte konnten offerierten Blues und Swing auch von der steilen Treppe aus hören. Währenddessen hatte Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch Kaffee hergeschafft, und leckerer Zwetschgendatschi wartete auf hungrige Mäuler.

Paten für die Kapellen

Die kleine Wangerbaur Kapelle in Painhofen (Nordroute) konnte zwar besichtigt werden, die Musik aber spielte im Wirtsgarten daneben. Ein Gitarrenduo entführte ans und über das Wasser, allerdings nicht des Ammersees, sondern quer durch das Mississippi-Delta – mit Louisiana-Blues. Etliche Kapellen hatten einen Festivalpaten an der Seite. Dadurch waren besonders gute Engagements möglich, beispielsweise Jakob Spahn (Cello) von der Bayerischen Staatsoper in Sankt Jakob in Schondorf oder Utum Yang (Querflöte)/Julia Ito (Klavier) in Sankt Martin in Hechenwang.

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