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Kreis Landsberg

02.11.2017

Kaplan wird Vater und muss gehen

Pater Joshy Augustine war seit Herbst 2016 als Kaplan tätig. Jetzt erwartet der Kaplan mit der Gemeindereferentin ein Kind.
Bild: Andreas Hoehne (Archiv)

Der Geistliche Joshy Augustine hat im Fuchstal im Kreis Landsberg seine Liebe gefunden. Die Gemeindereferentin erwartet ein Kind von ihm - weswegen beide den Job verlieren.

Das Bedauern im Fuchstal ist groß. Die Diözese Augsburg hat den dort tätigen und allseits beliebten Kaplan Joshy Augustine ebenso vom Dienst freigestellt, wie die Gemeindereferentin. Die 42-Jährige erwartet ein Kind von dem Geistlichen aus Indien, der seit September vergangenen Jahres Dekan Oliver Grimm in der Pfarreiengemeinschaft unterstützt. Kaplan Joshy hat die Pfarrwohnung im Hofgartenhaus in Leeder bereits verlassen und ist jetzt im Kloster Windberg in Niederbayern. Dort soll er, wie es Oliver Grimm formuliert, für seine Zukunft Klarheit finden.

In den Pfarreien in Asch, Denklingen, Leeder, Ober- und Unterdießen sowie in Dienhausen, Ellighofen, Seestall und Welden bedauern viele Gläubige den Schritt. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Leeder, Dr. Doris Schwer aus Welden, hat mit vielen darüber gesprochen. Kritik an Joshy Augustine und der Gemeindereferentin gebe es nicht, vielmehr am Zölibat, den viele für überholt halten. „Man sollte über Lockerungen nachdenken“, sagt Wolfgang Hefele. Er ist der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Denklingen. Als in einer Sitzung mit den Pastoralreferenten und den Mesner bekannt gegeben wurde, dass der Kaplan und die Gemeindereferentin vom Dienst freigestellt werden, sei er geschockt gewesen.

Bürgermeister bedauert, dass der Kaplan gehen muss

Kaplan Joshy Augustine wird als sehr hilfsbereit und sympathisch beschrieben. Er sei bei Alt und Jung gleichermaßen gut angekommen. Der 42-Jährige unterstützte Dekan Oliver Grimm bei allen Arten von seelsorgerischen Arbeiten wie Gottesdienste feiern, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gestalten sowie Angehörige der Pfarrgemeinde in Krankenhäusern und Altenheimen besuchen. Zudem arbeitete er auch in der Jugendarbeit mit. Seit September vergangenen Jahres ist er im Fuchstal, das er nach zwei Jahren wieder verlassen sollte, um eine zweite Kaplanstelle anzutreten.

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Auch Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg bedauert, dass der beliebte Geistliche die Pfarreiengemeinschaft verlassen muss. „Ich schätze ihn sehr“, sagt er. Ebenso die Gemeindereferentin, die seit sieben oder acht Jahren im Fuchstal arbeite. Anstoß an der Beziehung der beiden habe ihm gegenüber niemand genommen. „Meinen Segen haben sie“, sagt der Bürgermeister.

So geht es in der Pfarrei weiter

Wie Dekan Oliver Grimm sagt, soll er in der nächsten Zeit von einem Pater aus St. Ottilien unterstützt werden. „Ich persönlich habe beiden für ihre sehr gute Mitarbeit und die geleisteten Dienste gedankt und wünsche beiden für ihre Zukunft alles Gute“, teilt er auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Joshy Augustine und die Gemeinderferentin sollen nun für ihren weiteren Lebensweg Klarheit finden. Deshalb seien sie nach Gesprächen mit den jeweiligen Personalreferenten vom Dienst freigestellt worden.

Joshy Augustine stammt aus dem Bundesstaat Kerala, der im äußersten Südwesten von Indien liegt. Geboren wurde er als fünftes von sechs Kindern einer gläubigen Landwirtsfamilie in einem kleinen Dorf. Mit 16 Jahren trat er in das Priesterseminar ein. Gleichzeitig wurde er in den Orden der Prämonstratenser aufgenommen, dessen Klöster in Nordindien liegen. 14 Jahre lang war der heute 42-Jährige in allen Teilen Indiens als Priester tätig. Vor zwei Jahren hatte ihn sein Abt gefragt, ob er nach Deutschland gehen wolle. Joshy Augustine kam zunächst in die Pfarrei St. Anton in Augsburg. Dort erhielt er intensiven Deutschunterricht in einer vom Bistum eingerichteten Sprachlerngruppe. Im Mai vergangenen Jahres erfuhr er von seiner Berufung ins Fuchstal.

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.11.2017
Wenn zwischen Kaplan Augustine und der Gemeindereferentin kein Unterstellungsverhältnis bestanden hat, kann erwogen werden, für ihn befristet eine Stelle als Pastoralreferent einzurichten.
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02.11.2017

Die allseits gepredigte "Barmherzigkeit" ist in diesem Fall natürlich nur noch Makulatur...

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02.11.2017
Da stimme ich dem Kommentar voll zu, dass das Zölibat und nicht eine ganz normale Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau zu überdenken ist.
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02.11.2017

Natürlich - gegen etwas zu sein ist immer einfacher als für etwas zu sein.

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