Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Katharina Buzins Kopf steckt voller Ideen

Kulturförderpreis

19.11.2018

Katharina Buzins Kopf steckt voller Ideen

Katharina Buzin ist eine der Trägerinnen des Kulturförderpreises des Landkreises.
Bild: Paul Lonnemann

Die 26-jährige aus Eresing entdeckte ihre Begeisterung fürs Theater im Gymnasium in St. Ottilien. Jetzt will sie Schauspiele und Konzerte nahe zu den Menschen bringen.

Wer sich mit Katharina Buzin unterhält, merkt schnell, dass der Kopf der jungen Dame voller Ideen steckt. Und die drehen sich nicht nur um ihre Arbeit als Regisseurin und die perfekte Inszenierung von Theaterstücken. Vielmehr geht es auch um Möglichkeiten, wie und wo Kunst in allen Facetten einem breit gestreuten Publikum präsentiert werden kann. Theater und Musik ist der bald 26-Jährigen sehr wichtig und ihr großes Anliegen ist, dass der Genuss von Schauspiel oder Konzert nicht nur nach einer längeren Anreise, sondern auch mal bequem vor Ort möglich ist. Für ihre Tätigkeit im Bereich Darstellende Kunst erhält Katharina Buzin den Kulturförderpreis 2018 des Landkreises Landsberg zugesprochen. Verliehen wird er in einem Festakt am 23. November im Landsberger Stadttheater.

Selbst auf der Bühne zu sein ist nicht ihr Ding

Für die sinnvolle Verwendung des damit verbundenen Preisgelds gibt es bereits Ideen, doch dazu später mehr. Katharina Buzin ist in München geboren und hat die ersten zehn Jahre ihres Lebens dort verbracht. Mit dem Umzug der Familie nach Eresing kam für Katharina Buzin auch der Wechsel ans Rhabanus-Maurus-Gymnasium (RMG) St. Ottilien. Der Kontakt nach München blieb erhalten, die bereits begonnene Ausbildung an der Münchner Domsingschule nahm Katharina noch zehn Jahre lang wahr und pflegte ihre Stimme anschließend einige Jahre bei Einzelunterricht.

Am Gymnasium stellte sich aber sehr schnell heraus, wo Katharinas künstlerische Stärken liegen. „In der achten Klasse bin ich zu Florian Werner in die Theatergruppe.“ Hier habe sie schnell gemerkt, dass spielen, selbst auf der Bühne stehen, in Rollen schlüpfen „nicht so meins ist. Ich wollte Stücke entwickeln und auf die Bühne bringen.“ Ein Jahr später bereits hatte Katharina die Geschichte vom „Urmel aus dem Eis“ für das RMG-Schülertheater adaptiert. In der zehnten Klasse, mit 16 Jahren, führte sie erstmals Regie und inszenierte Dürrenmatts „Die Physiker“. Mit dem Abitur in der Tasche ging es folglich für Katharina, deren Eltern, wie sie sagt, „beruflich nichts mit Kunst zu tun haben“, zum Schnuppern. „Ich war am Hamburger Schauspielhaus und am Residenztheater in München.“ Dabei festigte sich die Vorstellung, dass es beruflich „was mit Theater sein muss“. Die Preisträgerin begann Theaterwissenschaften zu studieren. „Zwischendurch regten sich bei mir aber schon Zweifel, ob ich die Arbeit am Theater packe, ob ich nicht überfordert bin von dem Trubel, der dort zuweilen herrscht.“

Eine Bekanntschaft brachte den Wendepunkt

Der Wendepunkt kam im vierten Semester, als die Studentin Marcus Everding kennenlernte. Der Regisseur nahm sie als Regieassistentin bei den Carl-Orff-Festspielen in Andechs unter seine Fittiche. „Er hat mir gezeigt, dass es am Theater keine Überforderung gibt.“ Es folgten Regieassistenzen in Landsberg und Darmstadt sowie eigenständige Inszenierungen wie „Noahs Flut“ von Benjamin Britten in der Heilig-Kreuz-Kirche. Ein wunderbar fantasievoll in Szene gesetztes Weihnachtsmärchen war Katharina Buzins Eigenproduktion „Melvin – Ein Engel für die Stadt“ (ein Stück von Marcus Everding) im Stadttheater.

Wie kommt die Kultur aufs Land?

Und jetzt zur Verwendung des Preisgelds: Katharina Buzin möchte ein Kulturunternehmen gründen, das sich auf Auftritte von Künstlern aller Bereiche in ländlichen Gegenden spezialisiert. In sehr vielen Gasthäusern gebe es Bühnen, die bespielt werden könnten. Die Wirte haben aber meist keine Zeit, sich auch noch darum zu kümmern. „Und für Künstler ist die Akquise ebenfalls zu aufwendig. Das Unternehmen soll eine Zwischenstelle sein zwischen Wirten und Künstlern, als eine Art Ermöglicherin fungieren.“ Buzins Vorstellung ist, Produktionen zu entwickeln und ein Tourneesystem aufzubauen.

Bei der Preisverleihung dürfen sich die Gäste auf den Besuch der Andechser Klostermaus freuen, die sich aus den von Katharina Buzin geleiteten „Klosterminiaturen“ mal kurz Richtung Landsberg abseilt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren