Newsticker

Trotz steigender Infektionszahlen: Kliniken halten wenige Intensivbetten frei
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Kauf des Bahnhofs durch die Gemeinde geplatzt

01.07.2010

Kauf des Bahnhofs durch die Gemeinde geplatzt

Die Deutsche Bahn will das Kauferinger Bahnhofsgebäude nun doch nicht an die Marktgemeinde verkaufen. Foto: Thorsten Jordan
2 Bilder
Die Deutsche Bahn will das Kauferinger Bahnhofsgebäude nun doch nicht an die Marktgemeinde verkaufen. Foto: Thorsten Jordan
Bild: Thorsten Jordan

Kaufering Einer der wichtigsten Pendlerbahnhöfe im Landkreis bleibt im Besitz der Deutschen Bahn. Wie Kauferings Bürgermeister Dr. Klaus Bühler am Mittwochabend dem Gemeinderat eröffnete, habe das Unternehmen einen Rückzieher beim geplanten Verkauf gemacht. Damit haben sich die Pläne der Marktgemeinde erledigt, das Bahnhofsgebäude zu kaufen.

Bekannt wurde dies unter dem Tagesordnungspunkt "Bau eines Toilettenhäuschens am Sportzentrum und Festplatz" an der Bayernstraße. "Wir hatten diese Toilette zugunsten einer neuen WC-Anlage am Bahnhof zunächst zurückgestellt. Wir waren eigentlich schon bestellreif, aber dann hat uns die Bahn informiert, dass sie den Bahnhof nicht verkaufen möchte", so das Gemeindeoberhaupt.

Denn seit 2008 ist das stille Örtchen an der Bahnstation, an der tagtäglich Tausende Pendler vor allem Züge in Richtung München besteigen, geschlossen. Der Marktgemeinderat hatte rund 75 000 Euro in den Haushalt 2010 eingestellt, um am Bahnhof ein Toilettenhäuschen zu errichten. Mit der Entscheidung der Bahn, das Gebäude nicht zu verkaufen, steht die Marktgemeinde nun vor einer neuen Situation. "Solange keine Planung steht, wie es am Bahnhof weitergeht, sollten wir nicht vorpreschen", meinte der Bürgermeister. Stattdessen könne man die eingestellten Mittel für eine WC-Anlage am Sportzentrum verwenden. "Das war eigentlich für 2011 angesetzt. Jetzt können wir das vorziehen."

Kritik kam aus Reihen der SPD. Thomas Salzberger meinte: "Wir haben keine 50 Meter weiter die

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Lechauhalle und da gibt es Toiletten. So eine Anlage kostet pro Monat bestimmt 400 Euro an Unterhalt und ist Beschädigungen ausgesetzt." Salzberger schlug vor, den Pächter der Lechauhalle mit einem monatlichen Betrag zu unterstützen, sodass jugendliche Besucher der Skateranlage oder der Minispielfelder die dortigen Sanitäranlagen nutzen könnten. "Beim Flohmarkt sind ohnehin Dixie-Toiletten da und beim Volksfest müssen die Betreiber für Toiletten sorgen", stellte Salzgeber auch den finanziellen Aufwand gemessen an der Nutzung einer öffentlichen WC-Anlage im Sportzentrum infrage. Unterstützung bekam er von der GAL. Fraktionssprecherin Gabriele Triebel: "75 000 Euro sind viel Geld. Dann müssten wir ja an jedem Spielplatz Toiletten bauen."

Für die Jugend wichtig

Dr. Börries Graf zu Castell (UBV) nannte die Barrierefreiheit als Pluspunkt. Rosina Heinle (CSU) sah es ähnlich und erwähnte die künftigen Realschüler, die die Sportanlagen künftig nutzen. "Was machen die Kinder, wenn die Lechauhalle geschlossen ist? Dann müssen sie in die Büsche gehen." Hans Koch (SPD) sah in einer öffentlichen WC-Anlage "gut investiertes Geld. Für die Belange der Jugend ist es wichtig und der Parkplatz am Sportzentrum lädt viele Leute ein, um den Stausee zu wandern". Letztendlich sprach sich das Gremium mit 13:4 für den Bau des Toilettenhäuschens am Volksfestplatz aus.

Dass der Kauf des Bahnhofsgebäudes nicht zustande kommt, "bedauert" Bürgermeister Dr. Klaus Bühler. "Ich kenne bislang keine Gründe, warum die Bahn jetzt doch nicht verkaufen will. Wir haben eine Begründung erbeten", erläuterte er gestern auf Nachfrage. Geplant gewesen wäre ein Umbau und eine Anpassung der Funktionen. Seit Oktober 2008 gibt es am Bahnhof keinen Kiosk mehr - seit damals übrigens auch keine Toiletten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren