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Bürgermeisterwahl

19.01.2018

Kaufering: Die Kandidaten stellen sich erstmals

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Die Kauferinger Bürgermeisterkandidaten Andreas Keller (Grüne), Dagmar Kramer (Freie Wähler), Thomas Salzberger (SPD), Gabriele Uitz (CSU) und Bärbel Wagener Bühler (Kauferinger Mitte nahmen an der Podiumsdiskussion im Leonhardisaal teil.
Bild: Thorsten Jordan

Bei der Podiumsdiskussion in Alt-Kaufering platzt der Leonhardisaal fast aus allen Nähten. Die fünf Bewerber ums Bürgermeisteramt beantworten Fragen, die nicht nur das Dorf betreffen.

Der Leonhardisaal war zum Bersten gefüllt. Viele Leute mussten stehen. Auf Einladung des Dorfvereins Alt-Kaufering stellten sich die fünf Bürgermeisterkandidaten bei einer Podiumsdiskussion den Fragen von Moderator Simon Nieberler.

Am Sonntag, 4. März, wählt Kaufering einen neuen Bürgermeister – oder eine Bürgermeisterin. Mit Andreas Keller (Grüne), Dagmar Kramer (Freie Wähler), Thomas Salzberger (SPD), Gabriele Uitz (CSU) und Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) gehen fünf Kandidaten ins Rennen. Sie stellten sich den Besuchern vor und erläuterten, warum sie Nachfolger/in von Erich Püttner werden wollen, der nicht mehr antritt. Vier große Themenkomplexe standen zur Diskussion.

Schmitterbauer Was die ehemalige und nun brachliegende Hofstelle im Herzen des Dorfes anbelangt, will Gabriele Uitz „nichts übers Knie brechen“. Sie will eine Bürgerbefragung durchführen. Ein örtliches Zentrum für die Vereine mit Veranstaltungssaal und Büros für die Kommunalwerke, die bislang in angemieteten Räumen in der Bayernstraße untergebracht sind, wünscht sich Thomas Salzberger dort. Eine öffentliche Nutzung will auch Andreas Keller. Passend zum „Jahr der Biene“ soll dort erst einmal eine Blumenwiese entstehen. Ein Gebäude für Altenpflege und mit Demenz- und Palliativbetreuung schwebt Bärbel Wagener-Bühler an der Stelle vor. Bei der Entscheidungsfindung über die Zukunft des Geländes will Dagmar Kramer die Dorfbewohner „ins Boot holen“.

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Klare Worte zur Flüchtlingsunterkunft

Finanzen und Nahwärme Ein Verkauf des defizitär laufenden Biomasseheizkraftwerks steht für Thomas Salzberger „nicht zur Debatte“. Er will mit Maßnahmen das Defizit weiter senken und schnellstmöglich die offene Stelle des Werkleiters besetzen. „Wir bringen unsere Schulden nur in den Griff, wenn wir die großen Brocken untersuchen. Wir müssen die Projekte genau durchforsten“, so Andreas Keller, der sich hinter die Nahwärme stellte. Ein verbessertes Controlling bei der Anlage, optimierte Laufzeiten und Informationen von gut laufenden Biomasseanlagen will Bärbel Wagener-Bühler. „Die Anlage ist falsch konzipiert und sollte abgeschaltet werden, wenn die Verträge mit den Abnehmern enden“, sagte Dagmar Kramer. Sie will mehr öffentliche Fördergelder und weniger Fremdvergaben bei kommunalen Projekten, um die Gemeindekasse zu entlasten. „Die Verschuldung ist eine massive Bedrohung“, so Gabriele Uitz zu den Gemeindefinanzen. Zur Biomasse: „Die meisten Anlagen dieses Erbauers laufen defizitär.“

Flüchtlingsunterkunft Die Kandidaten wurden zur ehemaligen Tennishalle befragt, wo der Landkreis Flüchtlinge untergebracht hat. Die meisten davon sind sogenannte Fehlbeleger – diese anerkannten Flüchtlinge müssten sich eigentlich selbst eine Wohnung suchen, dürfen jedoch trotzdem in der Unterkunft des Kreises wohnen. „Kaufering ist nicht verantwortlich für die Unterbringung der Fehlbeleger“, sagte Wagener-Bühler und dankte gleichzeitig den Ehrenamtlichen für die Betreuung. „Wenn wieder mehr Flüchtlinge kommen, müssen wir uns mit dem Landratsamt auseinandersetzen“, so Kramer. Uitz will, dass die Halle 2019 nach Ende der Vertragslaufzeit wieder den Kauferinger Bürgern zur Verfügung steht. „Die Integrationsfähigkeit einer Gemeinde hat eine Obergrenze“, so die CSU-Frau. Auf die schwierige Bewohnerstruktur – auf der einen Seite junge Männer, auf der anderen Seite Familien – in der Vergangenheit wies Salzberger hin. Er forderte den Landkreis auf, dass die geplanten Sozialwohnungen in der Schlesierstraße endlich gebaut werden. Für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge sprach sich Keller aus.

Tempo 30 ist auch ein Thema

Ehrenamt Alle Kandidaten halten große Stücke aufs Ehrenamt und wollen im Falle einer Wahl Fördergelder für die Vereine beibehalten oder sogar erhöhen.

Anschließend stellten einige Bürger Fragen an die fünf Kandidaten. Es ging unter anderem um das Thema Tempo-30-Zonen und den Standort des neuen Feuerwehrhauses. Andreas Keller sprach sich für Tempo 30 im Dorf aus. Bei der Ausweitung weiterer Zonen müsse man schauen, was sinnvoll sei, so Salzberger. Laut Wagener-Bühler verstoßen die 30er-Zonen in Iglinger- und Dr.-Gerbl-Straße gegen die Straßenverkehrsordnung. Uitz sprach von einer „untragbaren Lösung“ und Kramer will sich für ein leistungsstarkes Vorfahrtsstraßennetz starkmachen.

Podiumsdiskussion Am Samstag, 27. Januar, fühlt das Landsberger Tagblatt den Kandidaten ab 19.30 Uhr in der Lechauhalle auf den Zahn.

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