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Kaufering

19.03.2018

Kaufering: Was sagen die Gemeinderäte zur Bürgermeisterwahl?

Bärbel Wagner-Bühler zieht als Bürgermeisterin ins Rathaus Kaufering ein. Sie tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters Klaus, der bis 2012 ein Vierteljahrhundert Bürgermeister war.
Bild: Julian Leitenstorfer

Bärbel Wagener-Bühler tritt in die Fußstapfen ihres Vaters, der 25 Jahre lang Bürgermeister in Kaufering war. Wie reagieren die Marktgemeinderäte auf das Wahlergebnis?

Am Montag verabschiedete sich Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) von ihren Arbeitskollegen bei der Stadt München. Am Dienstag nach Ostern (3. April) hat sie ihren ersten Arbeitstag als Bürgermeisterin von Kaufering. Nach dem knappen Erfolg in der Stichwahl gegen Thomas Salzberger (SPD) hofft Manfred Huber, der Fraktionssprecher der „Kauferinger Mitte“, auf einen unbelasteten Neuanfang. Sechs Jahre nachdem Klaus Bühler sein Amt als Bürgermeister zur Verfügung gestellt hat, zieht seine Tochter für die „Kauferinger Mitte“ ins Rathaus ein. Was sagen die Fraktionen im Marktgemeinderat zu dieser Konstellation?

Die CSU kündigt die Zusammenarbeit an

CSU Meinrad Mayrock sitzt seit rund 20 Jahren im Gemeinderat. Mittlerweile ist er Fraktionssprecher der CSU. Ihn hat das Abschneiden von Bärbel Wagener-Bühler überrascht. Vor allem Senioren hätten die 45-Jährige gewählt, was bei der geringen Wahlbeteiligung von 52 Prozent den Ausschlag gegeben habe. Jetzt setzt er auf eine vernünftige Zusammenarbeit mit der neuen Bürgermeisterin. „Wir sind auch auf Erich Püttner zugegangen.“

GAL Andreas Keller, der Fraktionssprecher der GAL, ist einer der drei Bürgermeisterkandidaten, die im ersten Wahldurchgang die Segel streichen mussten. Die Kandidatin der Kauferinger Mitte hat seiner Meinung nach vor der Stichwahl ihre Anhänger besser mobilisiert. „Wir wollen künftig konstruktiv mit ihr zusammenarbeiten“, sagt er. Bärbel Wagener-Bühler werde Mehrheiten finden müssen, schließlich habe die Kauferinger Mitte nur vier Sitze im Marktgemeinderat.

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Kauferinger Mitte Von einem überglücklichen Wahlsieg spricht Manfred Huber, der Fraktionssprecher der KM. Seine Fraktion hatte 2014 aus dem Stand heraus vier Sitze im Gemeinderat – darunter der mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Klaus Bühler – geholt, nun stelle sie auch noch die Bürgermeisterin. „Ich hoffe, dass sich die emotionale Stimmung gegen Klaus Bühler jetzt nicht gegen seine Tochter richtet.“ Die 45-Jährige habe eine faire Chance verdient. Zudem gebe es genügend Themen in Kaufering, die sachlich gelöst werden müssen.

Spielt der Vater wieder eine Rolle?

SPD Thomas Wiesmann, der Sprecher der SPD-Fraktion im Marktgemeinderat, war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Fraktionskollege Thomas Salzberger, hat seiner Konkurrentin noch am Wahlabend gratuliert. Gegenüber unserer Zeitung hatte er gesagt, er wolle künftig im Marktgemeinderat mit der neuen Bürgermeisterin konstruktiv zusammenarbeiten. „Es geht nur miteinander. Aber die Kauferinger Mitte muss offener werden.“

UBV „Jeder hat eine Chance verdient“, sagt Sascha Kenzler, der Sprecher der UBV-Fraktion. Es werde sich schnell herauskristallisieren, ob Bärbel Wagener-Bühler der Herausforderung im Rathaus und im Marktgemeinderat gewachsen ist. Von einer Blockadepolitik gegen die neue Rathauschefin wollen Kenzler und sein Ratskollege Bernhard Mödl nichts wissen. „Wir müssen Kaufering im Blick haben und das Verhältnis zu Tochter und Vater trennen“, sagt Mödl.

parteilos Moritz Lau, seit wenigen Wochen parteilos im Marktgemeinderat, sagt, der Name „Bühler“ habe im Wahlkampf funktioniert - auch wenn die 45-Jährige, die seit ihrem Studium nicht mehr in Kaufering gewohnt hat, relativ unbelastet sei. Er befürchtet, dass die Sachpolitik in den Hintergrund rücken könnte, weil der eine oder andere Marktgemeinderat Reibungspunkte mit Klaus Bühler hat. „Für mich ist klar, dass sie ihren Vater auch um Rat fragen wird.“

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05.04.2018

Mir ist das Verhalten der Wähler einfach vollkommen unverständlich, ebenso wie es auf Landes- und Bundesebene ist. Was soll man dazu schon noch sagen, ohne die ganze politische Bagage massiv anzuprangern. So im Kleinen, so im Großen. Die Wähler wollten es so.

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