Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Kauferinger starten Spendenaktion am virtuellen Stammtisch

Kaufering

09.04.2020

Kauferinger starten Spendenaktion am virtuellen Stammtisch

Alexander Popfinger (links) und Peter Nämack vor ihrer Lieblingskneipe. Die Kauferinger haben eine Spendenaktion für örtliche Betriebe gestartet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Aus einer Bierlaune wird ein guter Zweck: Alexander Popfinger und seine Freunde sammeln Geld für Kauferinger Firmen.

Es ist ein geliebtes Ritual, das Alexander Popfinger derzeit vermisst: den Stammtisch mit Freunden im PIK in Kaufering. Dort trifft er sich einmal im Monat mit acht bis zehn anderen Männern. Weil wegen der Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus aber aktuell alle Gaststätten zu haben, fällt das Treffen aus. Das hat Popfinger auf eine Idee gebracht, an der sich inzwischen schon viele andere Kauferinger beteiligt haben.

Er hat unter dem Motto „Von Kauferingern für Kauferinger“ eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Kauferinger Betriebe zu unterstützen. „Das eingesammelte Geld wird nach Abschluss der Aktion an die betroffenen Betriebe weitergegeben“, verspricht er. Eine entsprechende Übersichtsliste von der Marktgemeinde liege vor. „Uns ist wichtig, dass die Betriebe dauerhaft erhalten bleiben.“ Bislang sind durch den Aufruf – Stand gestriger Mittwoch – 3180 Euro zusammengekommen.

Virtuelles Treffen, echtes Bier

Alexander Popfinger und seine Freunde – ihre Kinder sind zusammen in den Kindergarten und die Grundschule gegangen – gehen mit gutem Beispiel voran. Der Stammtisch hat sich kürzlich das erste Mal virtuell getroffen, um ein paar reelle Helle zu trinken. Das eingesparte Geld komme Tom Schiller, Besitzer des PIK in Kaufering, zugute, kündigt Popfinger an.

Kauferinger starten Spendenaktion am virtuellen Stammtisch

Der 47-Jährige und seine Mitstreiter hatten anschließend gemeinsam beschlossen, die Aktion auszuweiten. „Da ich das aber nicht jeden Abend machen kann und ein virtueller Frisörbesuch echt fiese reelle Auswirkungen haben könnte, habe ich nach einer anderen Lösung gesucht“, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Der Initiator will weitere Kaufering zum Mitmachen bewegen

Sein Vorschlag: Jeder Kauferinger Haushalt könne doch einen kleinen Beitrag leisten. Wenn aus jedem der 4800 Haushalte nur zehn Euro beigesteuert würden, käme schon eine „beachtliche Summe“ zusammen, verweist er. Spende jeder Kauferinger zehn Euro wären es sogar 100.000 Euro, die verteilt werden könnten, rechnet er vor. Popfinger empfiehlt, jeden eingesparten Euro fürs weggefallene Essengehen oder den ausgefallenen Friseurbesuch zu spenden oder zumindest einen Teil der Summe. „Ich weiß, dass auch Kauferinger Haushalte von Kurzarbeit betroffen sind und deswegen anders kalkuliert werden muss. Gebt einfach das, was Ihr könnt oder wollt.“

Popfinger selbst ist Finanzberater. Er arbeitet inzwischen viel mehr mit Videoberatung als vor der Pandemie und er spüre die Unsicherheit seiner Kunden, sagt er. Wie lange die ins Leben gerufene Aktion laufen werde, stehe noch nicht fest. „Das dürfte aber mindestens so lange der Fall sein, wie die Geschäfte geschlossen bleiben, vielleicht auch darüber hinaus, bis wir wissen, wer am stärksten betroffen ist. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann dies über den Internetbezahldienst Paypal oder per Überweisung tun. Die Kauferinger Pfadfinder, bei denen Alexander Popfinger seit seinem neunten Lebensjahr Mitglied ist, haben extra für die Spendensammlung ein Konto angelegt.

Die Aktion finden Interessierte im Internet. Es sind auch Überweisungen auf das Konto mit der IBAN DE 61 7005 2060 0022 6438 03 bei der Sparkasse Landsberg-Dießen möglich. Eröffnet hat es die DPSG Kaufering.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren