Newsticker

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Kein Lokal mehr in der Bahnhofstraße

Utting

30.12.2017

Kein Lokal mehr in der Bahnhofstraße

Hier wird kein Kaffee, Wein oder Bier mehr ausgeschenkt: Die Gastronomie in der Bahnhofstraße in Utting soll in Wohnraum umgewandelt werden.
Bild: Stephanie Millonig

Die Uttinger Gaststätte ist dicht - aus dem Gebäude wird ein reines Wohnhaus. In der Schulstraße soll ein einsturzgefährdeter Bauernhof einem Neubau weichen.

In Utting wird gebaut und umgebaut, das zeigte die jüngste Gemeinderatssitzung mit zwölf Bauangelegenheiten. Das Gesicht des Ortes verändert sich: In der Ludwigstraße soll ein maroder Bauernhof verschwinden, der in der Denkmalliste als zweigeschossiger Satteldachbau geführt wird, dessen Nordteil ein verschalter Ständerbau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sei. Außerdem wird ein Lokal in der Bahnhofstraße künftig als Wohnraum genutzt.

Den meisten Anträgen wurde zugestimmt, einige wurden jedoch abgelehnt. So ein Bauvorhaben in der Andechser Straße, bei dem laut Bebauungsplan eine große Eiche auf dem Grundstück erhalten werden muss, was das Bauen schwierig macht. Um zum Haus gelangen zu können, plant der Bauwerber eine Zufahrtsrampe. Patrick Schneider (GAL) machte deutlich, dass der massiven Abgrabung für die Rampe nicht zugestimmt werden sollte. Vielmehr sei eine Tiefgarage zu bauen. Renate Standfest (GAL) missfiel, dass die gesamte Straßenseite durch Rampe und Garagen zugebaut werden würde.

Der Neubau ist dem Gemeinderat zu hoch

Abgelehnt wurde auch ein Antrag auf Vorbescheid für eine Doppelhaushälfte an der Ludwigstraße. Auf dem Grundstück befindet sich ein einsturzgefährdetes altes Bauernhaus, das auf der Denkmalliste steht. Der Bauwerber will auch eine Reihe von Carports beziehungsweise Garagen entlang der Straße errichten. Dadurch gingen Parkplätze in der Ludwigstraße verloren, kritisierte Helmut Schiller (SPD). Auch erschien einigen das Haus mit einer Firsthöhe von 9,13 Metern auf dem ansteigenden Gelände als zu hoch, wenngleich, wie eingeräumt wurde, auch weitere ähnlich hohe Häuser in der Umgebung anzutreffen sind.

Margit Gottschalk (CSU) monierte, dass durch diesen Neubau der bäuerliche Eindruck der Straße verloren gehe. Der Gemeinderat lehnte das Bauvorhaben mit 12:4 Stimmen ab. Der zweiten, westlich situierten Doppelhaushälfte stimmte der Gemeinderat jedoch zu. Dort sind Garagen am Haus vorgesehen, und das Haus stünde nicht wie das vordere mit großer Höhe über der Straße, so die Argumentation.

Schweren Herzens wird die Genehmigung erteilt

Ausgebremst wurde auch der Besitzer eines Hauses am Hechelwiesenweg, der Kellerräume zu einer Wohnung umnutzen will. Damit würden die Vorgaben des Bebauungsplans nicht eingehalten, der zwei Wohnungen pro Haus vorsieht. Im gegebenen Fall, bei dem es sich um einen Altbestand handelt, bestehen bereits vier Wohnungen.

Ähnlich erging es einem Bauwerber, der ein Mehrfamilienhaus in der Ringstraße errichten möchte. Die Ringstraße liegt in einem Mischgebiet, das Wohnen und Gewerbe vorsieht. Da das Wohnen bereits überwiegt, sind nur noch Gewerbebauten genehmigungsfähig.

Schweren Herzens genehmigte der Gemeinderat die Umnutzung einer Gaststätte in der Bahnhofstraße zu einem Wohnraum. Nach dem Café Igitt und dem Restaurant Zander befand sich hier das „Lunardi“, das jetzt geschlossen ist. Dessen Räume sollen durch wenige Maßnahmen bewohnbar gemacht werden. „Es ist bitter, wenn wieder gastronomische Flächen verloren gehen“, bedauerte Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL). Patrick Schneider und Renate Standfest (beide GAL) sprachen sich dagegen aus, Ziel der Gemeinde sei Gewerbe in der Bahnhofstraße. „Wir können froh sein, wenn das Gebäude erhalten bleibt“, zeigte sich Sabine Kaiser (GAL) pragmatisch. Das Gebäude sei ortsprägend und schön hergerichtet, „ein Schmuckstück in der Bahnhofstraße“. Laut Lutzenberger sieht der Flächennutzungsplan in der Bahnhofstraße eine Wohnnutzung vor, so wurde die Zustimmung mit vier Gegenstimmen erteilt.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren