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Holzhausen

20.10.2016

Keine Alternative mehr zum Dampfersteg

Die Planungen für ein Bootshaus der Polizei am Holzhauser Dampfersteg gehen weiter. 

Planungen für das Bootshaus der Polizei am Standort Holzhausen gehen weiter. Bürger fühlen sich nach Gesprächsabsage brüskiert.

Die Würfel sind offensichtlich gefallen. Auch wenn in den vergangenen Monaten weitere Gespräche geführt und Standorte geprüft wurden, ergab sich für Polizei und Innenministerium daraus keine Alternative für den Bau eines Polizeibootshauses in Holzhausen. Das staatliche Bauamt in Weilheim, welches das Projekt umsetzen wird, hatte nie den Auftrag, das Gebäude an einem anderen Standort zu planen, wie der Bereichsleiter Hochbau Peter Aumann dem Landsberger Tagblatt sagte. An der Prüfung anderer Standorte sei das Bauamt auch nicht beteiligt gewesen.

Stand der Dinge ist, wie Aumann erläutert und in öffentlichen Veranstaltungen auch schon transportiert wurde, dass die Polizei darauf verzichtet, das zweite, kleinere Boot in Holzhausen unterzubringen, es soll im Winter anderweitig abgestellt werden. So reduzieren sich die Dimensionen des geplanten Gebäudes, in dem nun nur das große Motorboot WSP7 geparkt werden soll. „Wir haben jetzt ein klassisches, einfachgiebeliges Bootshaus“, erläutert Aumann.

Die Planung habe jetzt monatelang geruht, sei jetzt aber wieder angelaufen. Es gehe in eine finale Abstimmungsrunde mit der Schlösser- und Seenverwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde. Zum Naturschutz haben laut Aumann aber bereits Vorgespräche stattgefunden, der Uferbereich zähle zu den am wenigsten sensiblen am Ammersee.

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Wann der Bau verwirklicht wird, kann Aumann noch nicht sagen, wegen der Gründung stehen beispielsweise noch Bodenuntersuchungen an. Er geht davon aus, dass bis Ende des Jahres oder Anfang 2017 alles geklärt sein wird. Angedacht ist laut Aumann auch, dass die Planung noch einmal der Gemeinde vorgestellt wird. Ob dies wieder öffentlich geschehen solle, müsse die Gemeinde entscheiden.

Die Gegner des Standorts – vertreten durch Wolf-Dietrich Lüps vom Verein „Unser Dorf“ und Daniel Fusban von der Initiative „dampferstegholzhausen.de“ – kritisieren in einer Pressemitteilung, dass für den 26. September noch ein Gespräch zugesagt, dieser Termin aber kurzfristig abgesagt worden sei. Ihrer Information nach trafen sich in München bei Innenstaatssekretär Gerhard Eck nur Vertreter der Polizei, der Stimmkreisabgeordnete Alex Dorow und Landrat Thomas Eichinger. „Wir empfinden das als grobe Brüskierung und Aufkündigung der bisherigen Gesprächsbereitschaft.“

Laut Pressemitteilung gibt es auch bereits einen Planungsauftrag an ein lokales Architektenbüro. Die Gegner eines Bootshauses am Holzhauser Steg bezeichnen „die vorangegangene Diskussion als scheindemokratisches Geplänkel, bei dem es seitens des Bauherrn von vornherein nie ernsthaft um die Suche einer echten Alternative ging“.

Argumente gegen ein Bootshaus in Holzhausen wurden bereits im April in einem ausführlichen Positionspapier, welches Staatssekretär Eck übergeben wurde, dargelegt (LT berichtete). Bemängelt wird an dem Projekt eine „Unverträglichkeit mit Prinzipien des Landschafts- und Naturschutzes“. Außerdem wird befürchtet, dass der Dampfersteg dann in absehbarer Zeit geschlossen wird und damit Uttings vierter Seezugang nicht mehr öffentlich ist. Dort würde dann eine „flächengreifende Staatsenklave“ aus Verwaltungsschule und Polizeisteg am Ende einer gemeindlichen Sackgasse entstehen, was als „Verlust von Heimat“ empfunden wird.

Kritisiert wird außerdem, dass die Notwendigkeit eines Bootshauses nie mit entsprechender Tiefe begründet worden sei: „Das inzwischen 14 Jahre alte Boot liegt problemlos seit über zehn Jahren einsatztaktisch am besten Ort, nämlich mit nächstmöglicher Nähe zur Polizeiinspektion Dießen am Dießener Dampfersteg.“

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