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01.07.2010

Keine Gerätehalle am Metzgerweiher

Der Bauausschuss des Dießener Gemeinderates will am Leutzenseeweg beim Metzgerweiher keine landwirtschaftliche Gerätehalle haben. Foto: Gerald Modlinger
Bild: Gerald Modlinger

Dießen, St. Georgen Der Markt Dießen will am Leutzenseeweg südlich des Metzgerweihers in St. Georgen keinen Feldstadel haben. Dies hat der Bauausschuss des Gemeinderates einstimmig entschieden. Um die Gerätehalle mit einer Grundfläche von knapp 100 Quadratmetern errichten zu können, hätte die Bauwerberin eine Befreiung vom Bebauungsplan "Am Kirchsteig" benötigt. Dazu war das Gremium aber nicht bereit.

Das Bauvorhaben hat eine längere Vorgeschichte, das LT berichtete bereits mehrfach darüber. Zunächst hatte der Pferdehaltungsbetrieb in der Johann-Michael-Fischer-Straße die Gerätehalle direkt an der westlichen Straßenseite am Abhang zum Metzgerweiher hin bauen wollen. Die Gemeinde lehnte ab, es kam zum Rechtsstreit. Das Verwaltungsgericht schlug schließlich vor, die Halle südlich des Metzgerweihers am Leutzenseeweg zu bauen und legte der Gemeinde nahe, einen solchen Bauwunsch "wohlwollend zu prüfen".

Im Rahmen dieser Prüfung verwies die Verwaltung nun darauf, dass das geplante Gebäude in einem Bereich stehen würde, der im Bebauungsplan als "Fläche für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft" festgesetzt ist. So befinde sich in diesem Areal der verrohrte Zulauf zum Metzgerweiher.

Notwendigkeit und Privilegierung bezweifelt

Keine Gerätehalle am Metzgerweiher

Eine Ausnahme von den Bestimmungen des Bebauungsplanes zu gestatten sei nicht möglich, denn: "Ein wesentliches Ziel der Planung ist es, ein durchgängiges Netz von Grünflächen zwischen Kloster und Metzgerweiher zu sichern und damit St. Georgen vom Siedlungsgebiet an der Rotter Straße abzugrenzen", heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Bauausschusses.

Außerdem stelle sich die Frage, ob die Gerätehalle - falls sie überhaupt für den landwirtschaftlichen Betrieb erforderlich sei -, gerade an dieser Stelle sinnvoll und notwendig sei. Unter anderem verweist die Verwaltung darauf, dass die Zufahrt teilweise weniger als drei Meter breit ist. Auch die landwirtschaftliche Privilegierung sei nicht nachgewiesen, da der Betriebsinhaber selbst nicht in der Landwirtschaft tätig sei, sondern als Makler arbeite. Da sich die Landwirtschaft auf die Haltung weniger Pensionspferde beschränkt, sei auch der Grundsatz der Nachhaltigkeit nicht erfüllt.

Einstimmig wurde der Antrag auf Befreiung vom Bebauungsplan und damit das geplante Bauvorhaben abgelehnt. Zugleich wurde im Beschluss festgehalten, dass sich die Gemeinde - unter dem Vorbehalt, dass es sich um einen privilegierten Landwirtschaftsbetrieb handelt - vorstellen könnte, auf einer Wiese in der Nähe von St. Martin in Hädern die Gerätehalle zu bauen.

Das Amt für Landwirtschaft hatte gegenüber der Gemeinde bereits 2008 deutlich gemacht, dass es den Pferdepensionsbetrieb mit Grünlandbewirtschaftung auf mehreren verstreut liegenden Grundstücken (das größte ist knapp zwei Hektar groß) für landwirtschaftlich privilegiert hält. (ger)

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