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Bahnverkehr

28.08.2014

Keine Option für ein viertes Gleis

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Die Eisenbahnbrücke über den Lech bei Kaufering. Mit der Elektrifizierung soll der Bahnverkehr zwischen Lindau und München deutlich ansteigen. 

Der Ausbau der Strecke zwischen Geltendorf und Pasing wird von vielen Seiten dringend gefordert. Alles wartet auf eine Studie

Als vor wenigen Tagen im Landtag über die zweite Stammstrecke für die S-Bahn in München diskutiert wurde, da meldete sich auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) aus Kaufbeuren zu Wort: „Wichtiger als eine zweite Stammstrecke ist für die Pendler aus dem Allgäu und dem südwestlichen Oberbayern ein viertes Gleis zwischen Geltendorf und München.“ Doch Bahn und Freistaat Bayern sind sich einig, dass ein dreigleisiger Ausbau ausreichend ist, wie Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) bereits Ende Juni auf eine Anfrage geantwortet hatte, die der SPD-Abgeordnete Herbert Kränzlein im Landtag gestellt hatte.

Herbert Kränzlein, der für die Sozialdemokraten auch den Landkreis Landsberg betreut, stellte im Parlament die Anfrage, ob eine künftige Erweiterung auf vier Gleise im Planfeststellungsverfahren berücksichtigt werde. „Für den Ausbau der Strecke S4 westlich von Pasing... wurde ... ein viergleisiger Streckenausbau als nicht erforderlich ermittelt“, antwortete Verkehrsminister Herrmann. Vor diesem Hintergrund sei in den weiteren Planungsschritten von einem reinen dreigleisigen Ausbau ohne Option für die „Nachbaubarkeit eines vierten Gleises“ auszugehen.

Für Kränzlein besteht somit die Gefahr, dass eine spätere Strecken- und Taktverbesserung damit unmöglich gemacht wird. Dabei hätten alle Studien gezeigt, dass der Bedarf steigen werde. Dies sei keine nachhaltige Verkehrspolitik, sondern eine außerordentlich kurzsichtige, die dem Münchener Westen schwer schade. Gleicher Ansicht ist der in Puchheim aufgewachsene Verkehrsexperte Ralf Wiedenmann. Für ihn ist das Problem der verstärkten gegenseitigen Behinderung des Fern-, Regional- und S-Bahnverkehrs zwischen Geltendorf und München mit dem Bau eines dritten Gleises nach wie vor ungelöst.

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Wie aus einem Papier der Deutschen Bahn hervorgeht, das Ralf Wiedenmann vorliegt, sollen nach der Elektrifizierung der Strecke Geltendorf-Lindau pro Tag in beiden Richtungen statt bisher 89 künftig 166 Fern-, Regional- und Güterzüge verkehren. Neben der Verdoppelung des Fernverkehrs nach Zürich sei auch eine Ausdehnung des Nahverkehrs von 75 auf 134 Züge vorgesehen. Zwischen Buchenau und München würden noch 140 S-Bahnzüge dazu kommen.

„Es ist vollkommen illusorisch, dass ohne einen Ausbau der Bahnstrecke ein solch verdichteter Fahrplan funktionieren kann“, sagt Wiedenmann. Schließlich solle gleichzeitig nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke statt das 20- ein 15-Minuten-Takt für die S-Bahnen eingeführt werden. Es sei schwer vorstellbar, dass die Züge mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf der Mischverkehrsstrecke zwischen Geltendorf und Pasing ohne zeitraubende und störungsanfällige Überholungen unterzubringen sind. Die Elektrifizierung und der Ausbau der S4 in diesem Bereich bedingen sich nach Meinung des Verkehrsexperten gegenseitig.

Deutsche Bahn und Verkehrsministerium wissen um die möglichen Fahrplankonflikte. „Der Staatsregierung ist bewusst, dass die Fahrpläne zwischen dem Fernverkehr und der S-Bahn eng abgestimmt werden müssen“, hatte Joachim Herrmann auf eine Anfrage des Landsberger Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann (Grüne) geantwortet. Und: Für mehr Flexibilität bleibe es Ziel der Staatsregierung, die Strecke zwischen Geltendorf und Pasing abschnittsweise mit einem dritten Gleis zu versehen.

Die Abstimmung der Fahrpläne werde nach Ansicht von Ralf Wiedenmann nicht viel bringen. Es sei unmöglich, die zusätzlichen Züge unterzubringen, ohne Verspätungen in Kauf zu nehmen. Der Ausbau der S4 zwischen Geltendorf und Pasing müsse daher so schnell wie möglich erfolgen und vertrage keine weitere Verzögerung. „Die Staatsregierung muss endlich die Studie zum dreigleisigen Ausbau veröffentlichen, damit die darin vorgesehenen Angebotskonzepte überprüft und mit dem ursprünglichen Konzept eines viergleisigen Ausbaus verglichen werden können.“

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