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Denklingen

19.12.2019

Kindergarten Denklingen: Zu wenig Betreuerinnen für die Kinder?

Der Kindergarten Maria Schutz in Denklingen: Besorgte Eltern kritisieren, dass es zurzeit zu wenig Personal für die Betreuung der Kinder gibt. 
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Besorgte Eltern kritisieren die Personalsituation im Kindergarten in Denklingen. Die Leiterin zeigt sich überrascht. Das LT hat mit den Beteiligten gesprochen.

Hat der Kindergarten Maria Schutz in Denklingen zu wenig Personal für die Betreuung der Kinder angestellt? In einem Schreiben an unsere Zeitung beklagen sich besorgte Eltern darüber, dass „mehr als fünf Kräfte fehlen und aktuelle Krankheitsfälle kaum noch abgedeckt“ werden könnten. Die Lage sei, auch in Anbetracht der monatlichen Betreuungskosten, unbefriedigend. Gleichzeitig nehmen die Eltern die Mitarbeiterinnen in Schutz, die sich viel Mühe geben würden. Ob es genügend Personal gibt, darüber haben Kindergartenleitung und Gemeinde eine andere Auffassung als das für das Personal zuständige Kindertagesstättenzentrum St. Simpert in Augsburg.

Träger des Denklinger Kindergartens ist seit 1972 die katholische Kirchenstiftung Denklingen, St. Michael. Von dort wurden alle Personalbelange auf das Kindertagesstättenzentrum übertragen. Auf Nachfrage des LT schildert der Vorstandsvorsitzende, Günter Groll, die Situation so: „In der Kindertageseinrichtung Maria Schutz in Denklingen kam es zu Umständen, die nicht beeinflussbar sind. Die stellvertretende Leitung hat gekündigt, ebenso eine Berufspraktikantin.“ Er sagt, dass die Besetzung durch das Kindertagesstättenzentrum im Rahmen einer Amtshilfevereinbarung mit der örtlichen Kirchenstiftung und in Abstimmung mit dem Elternbeirat aufgestockt worden sei.

„Die Behauptung ist schlichtweg falsch“

Der Elternbeirat habe die Eltern auch gebeten, die Möglichkeit zu prüfen, die Kinder zu Hause zu behalten, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme Grolls. Den Vorwurf, man habe sich nicht ums Personal gekümmert, weist er zurück. „Die Behauptung ist schlichtweg falsch.“ Laut Groll arbeiten im Kindergarten Maria Schutz elf Mitarbeiterinnen, die sich um die Betreuung von 87 Kindern kümmern.

Kindergarten Denklingen: Zu wenig Betreuerinnen für die Kinder?

Von den Personalengpässen hören sowohl Kindergartenleiterin Ulrike Hähnel als auch Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger zum ersten Mal, wie sie auf Nachfrage unserer Zeitung sagen. Die Betreuung der Kinder sei zu jeder Zeit gewährleistet, sagt Ulrike Hähnel. „Natürlich wäre es auch für uns schön, wenn wir mehr Personal hätten, das geht aber jedem Kindergarten so.“ Gleichzeitig macht sie keinen Hehl daraus, dass sie es überhaupt nicht gut findet, dass sich Eltern mit ihren Ängsten und Sorgen nicht an sie oder die Gemeinde wendeten, sondern „gleich für Negativschlagzeilen in der Zeitung sorgen wollen.“ Das mache die Suche nach Personal nicht leichter, im Gegenteil. „Ich verstehe ja, dass manche Eltern etwas verunsichert sind, weil uns ein Trägerwechsel ins Haus steht“, sagt Hähnel.

Der neue Träger will mit dem Elternbeirat sprechen

Denn ab 1. Januar übernimmt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Landsberg die Trägerschaft. Dessen Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner sagt: „Wir können uns erst im Januar ein umfassendes Bild über den Kindergarten in Denklingen machen.“ Allerdings habe man schon jetzt ein Stellengesuch veröffentlicht, obwohl man noch gar nicht Träger der Einrichtung sei. „Wir wollen unsere Arbeit auch in Denklingen gut machen und dort unseren Standard einführen“, so Lehner. Das aber gehe nicht von heute auf morgen, bittet er um Verständnis. Er glaubt auch, dass unter den Eltern eine gewisse Verunsicherung angesichts des Trägerwechsels herrsche. „Wir werden möglichst schnell Gespräche mit dem Elternbeirat führen und auch mit allen Eltern den Kontakt suchen“, sagt er. Im Übrigen habe das BRK allen Mitarbeitern die Übernahme angeboten und bis jetzt habe niemand widersprochen.

Die Gemeinde hat mit Personalfragen nichts zu tun

Bürgermeister Andreas Braunegger sagt, es sei zwar nicht Aufgabe der Gemeinde, sich um die Personalangelegenheiten im Kindergarten zu kümmern, aber er stehe in regem Kontakt mit der Kindergartenleitung. Weder von dort noch vonseiten der Eltern seien Beschwerden über fehlende Betreuung bei ihm eingegangen. Aktiv geworden war die Gemeinde bei der Suche nach einem neuen Träger, nachdem die katholische Kirchenstiftung Denklingen die Auflösung der Trägerschaft gewünscht hatte. „Wir haben uns nach einem neuen Träger umgeschaut und unter den Bewerbern das BRK ausgewählt“, so Braunegger. Mit Personalfragen habe die Gemeinde aber nichts zu tun.

Wie berichtet, plant die Gemeinde Denklingen eine größere Kindertagesstätte zu bauen. Die Kosten dafür liegen bei rund 6,2 Millionen Euro. Die bestehende Einrichtung war in der Vergangenheit mehrfach erweitert worden. Vergangenes Jahr fiel im Gemeinderat die Entscheidung für einen Neubau, der 2021 in Betrieb gehen soll.

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