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Eltern-ABC

07.03.2014

Kindern gut zuhören für ein besseres Familienklima

Referentin Susanne Schmid bei ihrem Vortrag.
Bild: Eltern-ABC

Eltern sollen klar und deutlich sagen, was sie wollen

Ein gutes Familienklima zu schaffen, sei gar nicht so schwer. Mit Ich-Botschaften, aktivem Zuhören und der richtigen Methode, selbst zu entspannen, können Eltern von Kindergartenkindern das gut erreichen. Davon wollte Diplom-Sozialpädagogin Susanne Schmid in Kaufering die knapp 30 Teilnehmer beim „Baustein 4+ „Alles prima? Familienklima!“ des Landsberger Eltern-ABC plus überzeugen.

„Ich habe mich darüber geärgert, dass du den Müll nicht rausgebracht hast. Ich möchte, dass du das jetzt erledigst“, klinge völlig anders als „Es ist immer dasselbe mit dir, nie bringst du den Müll raus“. Das erlebte eine Mutter im Rollenspiel mit der Referentin am eigenen Leibe, wie es in einer Pressemitteilung des Eltern-ABC heißt. Statt sich abgewertet, persönlich angegriffen und so zu fühlen, als hätte sie total versagt, sei eine solche Kritik annehmbar und für das Kind nachvollziehbar, stellte sie und die anderen Teilnehmer fest. Susanne Schmid empfahl den Eltern deshalb, klar und deutlich zu sagen, was sie möchten, und auch ihre Gefühle zu benennen, aber Person und Sache zu trennen. Damit tragen diese „Ich-Botschaften“ zu einem guten Familienklima bei – ebenso wie das aktive Zuhören, das die Diplom-Sozialpädagogin für die Eltern ebenfalls in einem Rollenspiel erlebbar machte.

Beim ersten „Gespräch“ war die Mutter sichtlich irritiert, weil Schmid ihr weder Aufmerksamkeit schenkte noch auf sie einging und „nichts zurückkam“ auf das, was sie von ihrem Kind erzählte. Beim zweiten Anlauf dann wurde die Teilnehmerin angelächelt, Schmid fragte nach, ging auf die Erzählung ein, fasste Äußerungen in eigene Worte und hielt den Blickkontakt mit ihrem Gegenüber. In einer kurzen Übung stellten auch alle anderen Teilnehmer fest, wie angenehm ein solches Gespräch ist. Den Eltern sei denn auch klar geworden, dass Kinder sich dadurch ernst- und angenommen fühlen.

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Allerdings sollten weder das „aktive Zuhören“ noch die „Ich-Botschaften“ als reine Methode genutzt werden, sondern stets authentisch sein, also ein echtes Interesse der Eltern widerspiegeln, sagte Schmid. Aktives Zuhören sei auch bei Streit unter Kindern hilfreich – und wenn die Kleinen so richtig sauer sind, so wie das oft zu Beginn der Kindergartenzeit ist, wenn sie lernen, mit Gleichaltrigen auszukommen.

Gefühle können vom Großhirn gesteuert werden

Dann helfe das aktive Zuhören, indem es den Kindern ihre Gefühle spiegelt und sie lernen, diese zu benennen. So könnten Eltern nicht nur fragen, was los war, sondern auch sagen: „Du bist jetzt richtig sauer, oder?“ und den Kleinen helfen, das Gefühl fassbar zu machen. Denn Gefühle sind zwar nicht willentlich steuerbar, sagte Susanne Schmid anhand der Entwicklungsgeschichte des Menschen und dem Entstehungsort von Gefühlen im limbischen System. Doch sie könnten im Großhirn bearbeitet werden. (lt)

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