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23.07.2010

Klare, sonnige Farben

Landsberg Es ist nicht die erste gemeinsame Ausstellung in Landsberg, zu deren Vernissage Hanne Baumann und Doris Jeglitsch am Dienstagabend in die Säulenhalle geladen haben, ihre Namen sind in der Lechstadt also nicht völlig unbekannt. Diesmal haben sich die beiden Künstlerinnen, die sich seit fünf Jahren ein Atelier in Augsburg teilen und ihre Zusammenarbeit als inspirierend empfinden, bewusst für die Säulenhalle als Ausstellungsraum für ihre in kräftigen Farben gehaltenen Bilder entschieden.

Überwiegend in klaren, sonnigen Farben gehaltene Werke in Mischtechnik auf Leinwand erwarten den Besucher und auf den ersten Blick ist deutlich zu erkennen, warum Hanne Baumann und Doris Jeglitsch ihre Ausstellung "Sommerlaune" genannt haben. Jede der beiden setzt jedoch in der Farbwahl eigene und klare Akzente, sodass es weniger die Motive als vielmehr tatsächlich die Farben sind, durch die sich die Hände der beiden scheiden lassen. "Doris ist eher der ruhigere Typ, sie malt gerne in den Komplementärfarben Orange und Türkis, während ich mehr der feurige Charakter bin und viel mit kräftigen Rot-Orangetönen arbeite", erläutert Hanne Baumann. Beide malen gegenständlich, abstrahierend und abstrakt, finden ihre Motive jedoch auf unterschiedlichen Wegen. "Ich hole viele meiner Bildideen aus dem Kopf", sagt Doris Jeglitsch, "während meine Städtebilder oft nach Fotografien entstehen. Ich nehme einige Sehenswürdigkeiten heraus und komponiere daraus eine neue Ansicht." Hanne Baumann dagegen schöpft ihre Motive aus der Natur: "Ich fahre oft in die Wildnis", lacht sie und erklärt, dass das Gesehene im anschließenden Malprozess zum Ausdruck der empfundenen Sinneseindrücke und damit der Seele wird, weswegen sie ihre Landschaften gerne auch als "Stimmungsbilder" bezeichnet.

Nicht nur im Schöpfungsprozess unterscheiden sich die beiden Malerinnen, sie haben auch auf ganz verschiedenen Wegen zur Malerei gefunden. So hat Hanne Baumann, nachdem sie als Zehnjährige von der Großmutter einen Malkasten geschenkt bekommen hatte, nie mehr aufgehört zu malen, während Doris Jeglitsch die Malerei nach einer schweren Erkrankung für sich entdeckte.

Bunte Mischung

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Es ist eine farblich wie motivisch bunte Mischung von Bildern, die die Künstlerinnen in der Säulenhalle präsentieren, vielleicht etwas zu bunt. Zudem leidet die Ausstellung ein wenig unter der unterschiedlichen Qualität der Bilder. So gibt es manches Highlight zu entdecken, wie die Komposition "Color" von Hanne Baumann oder "Gradlinig" von Doris Jeglitsch, anderen Bildern wiederum fehlt es inhaltlich und formal an Tiefe und Zusammenhalt. Ihre rein in die Fläche ausgebreiteten Motive erlauben keine Interpretation, lassen den Betrachter im Gegenteil ratlos zurück, was er denn jetzt eigentlich gesehen hat. Stellenweise bewegt sich die Leichtigkeit der "Sommerlaune" gefährlich nahe am Seichten. Die schlichten, weißen Wände der Säulenhalle sind in dieser Hinsicht idealer Hintergrund für gezeigte wie entlarvender Rahmen für mangelnde Qualität und die Künstlerinnen wären mit einer sorgfältigeren und strukturierteren Bildauswahl sicher besser beraten gewesen. Der Sommerlaune der trotz des warmen Sommerabends zahlreich erschienenen Gäste tut dies jedoch keinen Abbruch und die Freude, die die beiden Malerinnen bei der Arbeit haben und die sich über ihre Bilder mitteilt, stimmt denn wieder einigermaßen versöhnlich.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Juli zu sehen, geöffnet ist Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 13 bis 19 Uhr.

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