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Ausstellung

11.09.2019

Klaus Neizert auf drei Ebenen

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2 Bilder

Der Künstler aus Entraching zeigt seine neuesten Arbeiten im Taubenturm in Dießen. Warum Besucher vorbereitet sein sollten

Besucher der aktuellen Ausstellung im Dießener Taubenturm sollten vor einer Betrachtung der auf drei Ebenen zur Schau gestellten Kunst beziehungsweise begleitend dazu, die ausliegenden schriftlichen Ausführungen des Künstlers selbst zu seiner künstlerischen Entwicklung über die Jahre lesen. Klaus Neizert schildert darin in sehr offenen Worten seinen Lebensweg, wichtige Einflüsse und Personen während dieser Zeit. Entsprechend ist die Ausstellung „Über die Jahre“ betitelt, und es ist fast eine Retrospektive auf ein Künstlerleben.

Es gibt Schlaglichter auf Anmerkungen, Aussagen und Tipps von Mentoren, Professoren, Künstlerkollegen. „Sie sollten noch zwei Jahre Naturstudien machen, bevor Sie auf die Akademie gehen.“ Neizert hat diesen Rat eines Malers angenommen, allerdings in der Weise, dass er 1975 eine Töpferlehre begann und nach zwei Jahren abschloss. Bereits nach einem Jahr habe er gehört „seit du mit Ton arbeitest, haben deine Zeichnungen mehr Räumlichkeit.“ Solche Aussagen oder Anmerkungen hat der Künstler mit Arbeiten aus der jeweiligen Zeit belegt. Die „Zwiebeln“ im obersten Stockwerk des Turms sind so ein Beweis für Tiefe in der Darstellung.

In unmittelbarer Nachbarschaft: das erste Modell „Nina“, eine zarte Bleistiftzeichnung, entstanden in einem Saal der Akademie. Auf einer Auslandsreise kaufte sich der Künstler mit einem Porträt („Gefängnisdiener“) frei, das den Porträtierten so lebensecht gezeigt habe, dass dieser erschreckt davon gestürzt sei. Bald entstanden die Zeichnungen überall, Neizert schilderte, wie er stets mit Stift und Skizzenblock unterwegs gewesen sei. Die Bilder begannen intensiver zu werden, der Bleistift wurde langsam von Ölkreide, später dem massiv kräftigen Oilstick verdrängt.

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Der Künstler testete mit immer großzügigerem Duktus Formen und Farben aus. Seltsam verformte Körper entstanden auf farbigen Leinwänden, oft auch Packpapier. Es sind Körper, denen der Künstler so viel Räumlichkeit mitgab, dass sie auf dem Untergrund zu liegen scheinen. Aus den geometrischen Figuren wurden Zeichen und Runen. Das malerische Licht- und Schattenspiel holte auch diese nach vorn, auf die Oberfläche der Leinwand. Diese Epoche dauert noch an, wie bei den 2019 entstandenen und ausgestellten Arbeiten zu sehen ist.

Klaus Neizert ist 1957 in Neuwied am Rhein geboren. Nach Lehre und Studium verbrachte er viel Zeit im Ausland. Er hatte Ateliers in München, Hanau, Frankfurt und Berlin. Seit 2001 lebt und arbeitet Klaus Neizert in Entraching.

„Über die Jahre“, Malerei und Zeichnung von Klaus Neizert im Taubenturm in Dießen Samstag und Sonntag, 14. und 15. sowie 21. und 22. September, jeweils von 12 bis 18 Uhr.

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