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Chemieunfall

17.10.2011

Kleine Menge, große Wirkung

Chemieunfall in Greifenberg. Bei Wartungarbeiten traten chlorhaltige Dämpfe aus. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz.
Bild: Foto: Dominic Wimmer

In Greifenberger Unternehmen tritt bei Wartungsarbeiten chlorhaltiger Dampf aus. Großeinsatz für Feuerwehren. Zwei Mitarbeiter erleiden Atemwegsbeschwerden

Greifenberg In der Firma inge GmbH in Greifenberg ist am Montagmorgen bei Wartungsarbeiten chlorhaltiges Gas ausgetreten. Der Unfall löste einen Großeinsatz von Feuerwehren und Rettungsdienst aus. Zwei Mitarbeiter des Unternehmens wurden mit Atemwegsreizungen ins Krankenhaus gebracht, konnten aber nach kurzer Zeit wieder entlassen werden. Nach Angaben des Unternehmens, das Ultrafiltrationstechnologie zur Aufbereitung von Trink-, Prozess-, Meer- und Abwasser entwickelt, trat der Gefahrstoff – es handelt sich um in Wasser gelöstes Natriumhpyochlorit (NaClO) – aus einem abmontierten Rohr aus. Übereinstimmend hieß es vonseiten des Unternehmens und der Feuerwehr, dass es sich um nicht mehr zehn Liter gehandelt habe. Die Firma wurde aufgrund des Alarms zwar geräumt, eine Gefahr für Umwelt und Nachbarschaft bestand aber offenbar nicht.

Am Morgen sollten zwei Beschäftigte im Keller des Unternehmens in der Flurstraße Chemikalientanks für Wartungsarbeiten vorbereiten. Sie montierten zu diesem Zweck ein zwei Zoll starkes Rohr ab, um an einen Flansch zu gelangen, berichtete Geschäftsführer Bruno Steis gegenüber dem LT. Dabei kam es gegen 8 Uhr bei den beiden Mitarbeitern zu Beschwerden in den Bronchien. Sie lösten Alarm aus. Das Gebäude, in dem sich zu diesem Zeitpunkt rund 50 Mitarbeiter aufgehalten haben dürften, wurde geräumt.

Über die Brandmeldeanlage wurde die Feuerwehr alarmiert, die aus Dießen, Eching, Greifenberg, Inning, Schondorf und Windach anrückte und von der Landsberger Feuerwehr mit Chemieunfall-Ausrüstung unterstützt wurde, wie der Einsatzleiter, Kreisbrandmeister Josef Ender aus Dießen, berichtete. Insgesamt waren den Vormittag über rund 80 Feuerwehrleute vor Ort. Mit Chemieschutzanzügen waren 24 Atemschutzgeräteträger im Einsatz, um die Leckage abzudichten und Gefahrstoffkonzentrationen zu messen, so Ender weiter.

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Mittel zur Desinfektion

Bei dem aus dem Rohr ausgetretenen Natriumhypochlorit handelt es sich um ein Desinfektionsmittel, das auch in Haushaltsreinigern zu finden ist. Die Firma inge benutzt es laut Steis jedoch in etwa dreifach höherer Konzentration und setzt es am Ende des Produktionsprozesses von Membranen zur Filtrierung von Wasser ein, um diese Mikrosiebe zu sterilisieren.

Warum die Chemikalie in dem abmontierten Rohr vorhanden war, muss erst untersucht werden. Üblicherweise befindet sich der Stoff in einem geschlossenen System. Ermittlungen hat auch die Polizei aufgenommen, um zu klären, ob strafrechtlich relevante Umstände gegeben sind. Mittags war der Einsatz von Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei beendet. (ger)

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