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Utting

21.11.2017

Kleine Wege sollen durchs Wohngebiet führen

Es ist mehr als 8000 Quadratmeter groß - das letzte unbebaute Grundstück in der Uttinger Bahnhofstraße.
Bild: Dagmar Kübler

Es gibt drei Varianten für das letzte unbebaute Grundstück in der Ortsmitte von Utting. Was sich der Gemeinderat in der Bahnhofstraße nun wünscht.

Wie kann auf dem großen freien Grundstück in der Bahnhofstraße in Utting so gebaut werden, dass die Häuser zum Ort und speziell zur Umgebung passen, gleichzeitig der schützenswerte Baumbestand erhalten und zudem der steigende Bedarf an Wohnraum berücksichtigt wird? Dieser Frage hatte sich Christian Schaser vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München angenommen. Er präsentierte jetzt in einer gut besuchten Gemeinderatssitzung drei Entwürfe.

Beauftragt worden war er vom Gemeinderat, der im Juni eine Veränderungssperre über das Plangebiet erlassen hatte. Auslöser dafür waren Grundstücksverkäufe von Teilflächen des Geländes sowie ein Bauantrag für die Hausnummer 10a. Auf einer Internetplattform waren damals die Grundstücke für insgesamt 8,6 Millionen Euro angeboten worden und im Bauamt der Gemeinde liefen die Telefone heiß, wie Bürgermeister Josef Lutzenberger in der Sitzung im Juni erläutert hatte.

Ein Vorschlag beinhaltet eine Tiefgarage

In der jüngsten Sitzung ging es nun um die planerischen Möglichkeiten. Vorab war der Baumbestand geprüft worden. Mit dem Ergebnis: Viele der Bäume sollten erhalten werden, so insbesondere die große Buche mit ihrer einzigartigen Wuchsform, die ungefähr in der Mitte des Geländes steht. Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet erfolgte bei allen Entwürfen von der nordwestlichen Ecke des Grundstücks aus. Variante eins zeigte direkt an der Bahnhofstraße ein Mehrfamilienhaus, im Geländeverlauf dann vorzugsweise locker angeordnete Einfamilien- und Doppelhäuser mit Garagen sowie oberhalb der großen Buche einen Platz mit Wendehammer. Die zweite Alternative sah die dichteste Bebauung mit Reihenhäusern im südlichen Bereich vor. Im dritten Vorschlag standen Einfamilienhäuser, die in Riegel zusammengebaut waren, schräg versetzt im Gelände. In dieser Planung werden Bebauung und Parksituation über einen Wohnhof und eine Tiefgarage geregelt, weshalb Garagen keine zusätzlichen Flächen versiegeln würden.

Maximal 18 Wohneinheiten sind bei allen drei Entwürfen vorgesehen. Die Bruttobaufläche beträgt rund 8700 Quadratmeter. Teilweise hatte der Planer den Entwurf des Bauwerbers in der Bahnhofstraße 10a berücksichtigt, den Altbestand auf dem Gelände jedoch nicht. Es sei recht schwierig, den dahinter liegenden Bereich zu erschließen, wenn das Haus erhalten bliebe, so Schaser. Die Gemeinderäte befassten sich intensiv mit den Entwürfen, arbeiteten die jeweiligen Vor- und Nachteile heraus. So bemängelte Patrick Schneider (GAL), dass genau das Grundstück (Nr. 10a) nun in privater Hand sei, auf dem ein Haus mit Gewerbe im Erdgeschoss möglich gewesen wäre. Gewerbe in der Bahnhofstraße anzusiedeln, sei der Plan der Gemeinde.

So geht es für den Planer weiter

Insgesamt waren sich die Gemeinderäte jedoch einig, dem Bauwerber keinen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Rein rechtlich wäre dies durch ein Umlegeverfahren möglich. Denn die Bauherren, die schon im Sommer einen Bauantrag gestellt hatten, hatten das Grundstück erworben, um dort ein Mehrgenerationenhaus zu bauen. Und damals hatte es noch keine Pläne für einen Bebauungsplan in dem Areal gegeben. Keinesfalls will der Gemeinderat jedoch die vom Bauwerber vorgesehene Stellplatzreihe an der Bahnhofstraße genehmigen, da dadurch öffentliche Stellplätze verloren gingen.

Einig waren sich die Räte auch, dass die für Utting so typischen kleinen „Fußwegerl“ das neue Gebiet durchqueren sollen. Die Mehrheit sprach sich für einen Entwurf aus, der eher einen dörflichen Charakter und eine lockere Bauweise aufwies. Auch die Tiefgarage stieß auf große Akzeptanz. Gewünscht wurde auch ein Mehrfamilienhaus, da auch Bedarf an Wohnungen bestünde. Zudem soll geprüft werden, ob ein Haus mit Gewerbeeinheit untergebracht werden kann. Eine Abstimmung erfolgte nicht. Schaser darf nun neu planen und bekam dafür einige Eckpunkte mit auf den Weg.

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