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Finning

05.02.2016

Kleiner Laden im Dorf und ein großer davor?

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In Finning betreibt Peter Keicher, hier hinter der Theke mit Petra Weiß, noch mitten im Ort einen kleinen Lebensmittelmarkt.
Bild: Stephanie Millonig

Die Gemeinde Finning wünscht sich einen Supermarkt oder Discounter. Das bestehende Lebensmittelgeschäft im Ort läuft gut und besteht weiter.

Bekommt Finning einen großen Supermarkt oder einen Discounter? Bürgermeister Siegfried Weißenbach sprach in der jüngsten Gemeinderatsitzung an, dass sich die Gemeinde darum bemühe, einen großen Supermarkt in Finning anzusiedeln.

Wie Weißenbach im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt sagte, ist ein Supermarkt in Planung, aber derzeit kein konkreter Anbieter im Gespräch. Er wolle die Nahversorgung im Ort sicherstellen. Denn Weißenbach befürchtet, dass der kleine Lebensmittelmarkt im Ort mittelfristig aus Altersgründen geschlossen werden könnte.

In Zusammenarbeit mit einem Projektentwickler versucht die Gemeinde, einen Vollsortimenter- oder einen Discounter nach Finning zu bekommen. Mit den Plänen, einen Markt mit einer Größe bis zu 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche zu bauen, sei man schon bei der Regierung von Oberbayern vorstellig geworden. Die Vorgespräche seien positiv gewesen, berichtete Weißenbach. Abgesagt habe bereits der Betreiber einer Discounterkette. Dieser habe aber ermittelt, dass über 80 Prozent der Kaufkraft aus Finning nicht im Ort ausgegeben werde. Ein großes Potenzial sei vorhanden. Zum möglichen Standort äußerte sich Weißenbach nicht. Freilich sei ein „Supermarkt in der Mitte der Ortschaft nicht realisierbar“.

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Dort, mitten in Oberfinning, gibt es seit jeher den „Nah & Gut“-Laden von Peter Keicher. Der Bürgermeister habe vor Kurzem mit ihm über das Thema gesprochen, berichtet der Einzelhändler. Weißenbach habe gefragt, wie sich die Perspektive für das Geschäft in den nächsten 20 Jahren darstelle. Anlass sei dafür gewesen, dass die Firma Rewe in Finning nachgefragt habe – nicht zum ersten Mal: Das sei auch schon unter Weißenbachs Vorgänger Fritz Haaf geschehen, erzählt Keicher. Damals habe der Gemeinderat eine Rewe-Ansiedlung aber abgelehnt, sagt Keicher.

Eine langfristige Bestandsgarantie könne er nicht geben, sagt Keicher dazu, aber das könne kein Kaufmann tun. Das Geschäft im Dorf solle aber fortgeführt werden. Er selber sei zwar schon 62 Jahre. Seine Verlobte sei aber nicht nur viel jünger, sondern wolle als gelernte Einzelhandelskauffrau das Geschäft auch betreiben und er würde sie dabei unterstützen, solange er gesund bleibe.

Auf rund 100 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet Keicher das ganze Sortiment des täglichen Bedarfs an: Lebensmittel, eine Auswahl an Obst und Gemüse, Wurstwaren, Backwaren (aufgebacken aus Tiefkühlteig beziehungsweise geliefert von einer Bäckerei in Utting), Lotto, Getränke, Zeitschriften, Schulartikel bis hin zu Saisonwaren und Haushaltsbedarf. Neu im Angebot sind auch Alnatura-Bioprodukte. Auch wenn sich zuletzt in Hofstetten ein Edeka-Supermarkt angesiedelt hat, ist Keicher weiter mit seinem Geschäft zufrieden: „Den merke ich nicht“, sagt er und verweist auf seine Stammkundschaft aus dem Dorf. Allerdings spüre er in gewisser Weise die Veränderungen in der Bevölkerung: Die Stammkunden würden älter und manche Neubürger hätten andere Einkaufsgewohnheiten.

Das Thema Supermarkt wurde in der Gemeinderatssitzung im Zusammenhang mit der Städtebauförderung angesprochen: Weißenbach thematisierte einen Fußgängersteg über die Windach als fußläufige Anbindung an einen Supermarkt als Projekt. Denn Finning will sich mit den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Windach an dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ beteiligen. Erhaltenswerte Gebäude, Dorfplätze und Versammlungsräume könnten im Rahmen des Programms saniert oder gestaltet werden. Bürger sollten hier auch Ideen einbringen. Die Projekte würden mit 60 Prozent gefördert, sagte Weißenbach. Die Planungskosten für die Teilnahme belaufen sich für Finning voraussichtlich auf 30000 Euro. Für eine Aufnahme im Städtebauförderungsprogramm stimmten alle Gemeinderäte.

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