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St. Ottilien

18.07.2018

Klosterzirkus: Wenn Siebtklässler durch die Luft fliegen

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Alle drei Jahre herrscht gegen Ende des Schuljahrs am Rhabanus-Maurus-Gymnasium beim „Circus Sankt Ottilien“ Ausnahmezustand. Dann fliegen Schüler bei ihren Kunststücken beispielsweise märchenhaft durch die Luft.

Schüler und Mönche verwandeln das Klostergelände in St. Ottilien in eine kulturelle Wohlfühl-Zone. Gaukeleien und Artistik in der Manege, aber auch Konzerte und ein Zeltgottesdienst für die Familien.

Alle drei Jahre herrscht gegen Ende des Schuljahrs am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien Ausnahmezustand. Dann rennen plötzlich kleine Clowns durch die Gänge, hetzen Oberstufler von A nach B, tönt Musik aus Klassenzimmern. Es setzt Besprechungen, es wird geplant und verworfen und alle sind aufgeregt. Es ist mal wieder Zirkuszeit.

Plötzlich rennen Clowns durch die Schulgänge

Seit 1991, als Stephan Klotz, Bruder Joseph Götz und der damalige Erzabt Notker Wolf in feuchtfröhlicher Runde beschlossen, gegen Schuljahresende auch mal Spaß zu haben und dafür einen Zirkus auf die Beine stellen zu wollen, wird in Sankt Ottilien im dreijährigen Rhythmus Zirkus gespielt. Das Besondere: Gymnasium und Kloster sind gleichermaßen daran beteiligt, es ist eine Veranstaltung der großen Klosterdorfgemeinschaft.

Es ist bereits der neunte „Circus“

Und eine erfolgreiche: Steht das große Zelt auf der Wiese neben dem großen Parkplatz, sind Vorreservierungen schon kaum mehr möglich. Karten sind dann nur noch am Veranstaltungstag und auch das nur bei rechtzeitigem Eintreffen zu bekommen. Für die Mitwirkenden ist dieser große Zuspruch Lohn für ein Jahr Vorbereitung. Letztere liegt in den Händen von mehreren P-Seminaren der Q11. Büro, Öffentlichkeitsarbeit, kreatives Schreiben und vor allem „Budenzauber“ und „Manege frei“ haben von Beginn des Schuljahrs an etliches zu leisten. Für den aktuellen neunten „Circus Sankt Ottilien“ konnte das P-Seminar „Budenzauber“ rund 20 Stände für den Jahrmarkt organisiert werden.

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Süßes und Herzhaftes

Dort finden Besucher alles für einen rundum gelungenen Aufenthalt, von süßem und herzhaftem Essen über Getränke bis zu allerlei Belustigung wie Krug schieben oder Kinder schminken. „Manege frei“ schließlich hatte am Ende 60 (!) Nummern auf der Liste. Mehr als 20 pro Aufführung gehen aber nicht. Das bedeutet, das Besucher problemlos auch zwei Mal kommen können, weil sie unter Umständen ein völlig anderes, dabei gleichermaßen unterschiedliches und unterhaltsames Programm zu sehen bekommen.

Selbst die Zirkusdirektoren und auch die Musiker der Zirkusband wechseln durch. Beim Pressebesuch waren Stephan Klotz und Markus Ücker für die Ansagen zuständig. „Wir sind zwei Fossile“, erklärte Klotz fröhlich, „ich als einer, der von Anfang an dabei ist und Markus, der als Fünftklässler schon ansagte.“ Markus sei damit der jüngste und gleichzeitig der am längsten tätige Direktor.

Die knapp 20-köpfige Band dirigierte Simon Weigl. Er macht das im Wechsel mit Victor von Wolff. „Wir erledigen das ganz allein“, betont Simon, der Vorstand im Schülerblasorchester ist. Das sei auch dem SBO-Dirigenten Schwanzer ganz wichtig.

Sechstklässler mimen Showgirls

Nach fröhlichem Warm-up startete ein Programm, das sich als buntes Feuerwerk an lustigen und anspruchsvollen, schwierigen und clownesken Nummern entpuppte. Sechstklässler mimten Showgirls, Paula und Antonie flogen märchenhaft durch die Luft – einige Siebtklässler machten das als Teufelchen. Es gab Jonglage, eine Laufkugel, Nummern am Vertikaltuch, Aerialring, Doppeltrapez, Bungeegummi. Clowns sorgten für Stimmung und es gab jede Menge wundervolle Kostüme zu bestaunen. Die „Superpuste“ ist ein Dauerrenner. Seit 1991 ist sie jedes Mal dabei.

Ein Fest für alle Altersstufen

Circus Sankt Ottilien, das ist ein Fest für alle Altersstufen. Sogar Kindergeburtstage werden bei den Vorstellungen gefeiert. Und die Mitwirkenden? „Hier werden jahrgangsübergreifend Freundschaften für das ganze Leben geschlossen“, erklärt Stephan Klotz. Circus Sankt Ottilien, das ist eben nicht nur der weltweit einzige Klostercircus, er hat auch eine große soziale Komponente.

Circus Sankt Ottilien bedeutet nicht nur täglich mehrmals Vorstellungen in der Manege. Jeden Abend finden auch zusätzliche Veranstaltungen statt. Das sind bis zum Sonntag, 22. Juli, Konzerte in der Klosterkirche oder im Festsaal des Gymnasiums, Musik- oder Tanzabend im Circuszelt und ein Jugend- und Familiengottesdienst im Zelt als besondere Erlebnisse.

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