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Kirchengemeinde

24.01.2019

Konzert mit drei Eigenschaften

Franziska und Iwan König eröffneten im evangelischen Gemeindesaal in Landsberg das Konzertjahr.
Bild: Romi Löbhard

Franziska und Iwan König spielen unter dem Motto „genial.leidenschaftlich.romantisch“

Vor 20 Jahren startete die Musikerin Cornelia Meyer eine auch heute noch bestehende erfolgreiche Konzertreihe im Gemeindesaal und der Christuskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Landsberg. Rund 160 Konzerte habe sie seither vorbereitet und organisiert, erklärte sie bei der jüngsten Veranstaltung, der ersten im Jubiläumsjahr. Sie sei sehr dankbar für alles, für die vielen Helfer, für das stets wohlgesonnene Publikum, das auch von den auftretenden Künstlern gelobt werde. Und Besucher und Musiker kommen oft nicht nur einmal, so wie auch die beiden auftretenden Musiker: Franziska König (Violine) ist zum wiederholten Mal in Landsberg, ihr Bruder Iwan (Klavier) zeigte ebenfalls schon sein Können in der Lechstadt.

Aktuell hatte das Duo drei Sonaten für Violine und Klavier mitgebracht, die jeweils alle drei Attribute des Titels „genial.leidenschaftlich.romantisch“ in sich vereinigten. Das gilt auch für die kurze Mozart-Sonate in A-Dur, einem Werk mit nur zwei Sätzen, das von den Musikern vor allem im zweiten Satz nicht nur Leidenschaft verlangte, sondern auch durchaus romantische Passagen hatte. Bei diesem ersten Programmpunkt wurde deutlich, was die Zuhörer bei einem Geschwisterpaar vermutlich annehmen oder gar voraussetzen. Die Musiker spielten in hervorragender Übereinstimmung, begeisterten bei den hineinkomponierten Zwiesprachen.

Der aus Böhmen stammende, in Rosenheim lebende Roland Leistner-Mayer ist ein vor allem in der Fachwelt bekannter Komponist. Dessen zur Aufführung gekommene Sonate war im Violinpart mit gefühlt sämtlichen möglichen Raffinessen gespickt. Nach wild-dunklem Beginn lässt der Komponist zarte Klänge folgen. Stimmungen wechseln im ersten Satz immer schneller. Der Mittelteil ist wie ein Choral, mit gleichmäßig-melodiösen Takten. Am Ende durfte das Duo noch richtig arbeiten, der Komponist hatte große, leidenschaftliche Gefühle in Musik verpackt.

Nach der Pause präsentierten Franziska und Iwan König mit Richard Strauss Streicheleinheiten für die Ohren der Besucher. Der bayerische Komponist hat zeitlebens eine einzige Violinsonate geschrieben – da war er gerade mal 20 Jahre alt. Das Werk ist romantisch-verspielt, mit vielen Zwiesprachen der beiden Instrumente. Dem ersten Satz, der wie ein Herantasten wirkte, folgte eine äußerst melodiöse Improvisation. Der dritte Satz wurde zu einem Finale furioso, der das Publikum im evangelischen Gemeindesaal aufjubeln ließ.

Als krönenden Abschluss spielte das Duo nicht nur einfach eine Zugabe. Franziska König griff vielmehr für das sanft-zarte Adagio von Beethoven zu einer Violine aus dem Jahr 2017, einem von der Geigenbaumeisterin Antonia Meyer (Landsberg/Augsburg) gefertigten Instrument, das in den Obertönen besonderen Klangreichtum offenbarte. (löbh)

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