1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. „Kopfnüsse“ gegen Polizisten

Gericht

25.01.2014

„Kopfnüsse“ gegen Polizisten

Angeklagter wird zu Bewährungsstrafe verurteilt. Er war in der Tatnacht betrunken am Kauferinger Bahnhof

Landsberg Widerstand gegen Polizisten, vorsätzliche Körperverletzung und Beleidigung in zwei Fällen – das waren die Anklagepunkte gegen einen 30-Jährigen, der Anfang Juni am Bahnhof in Kaufering mit seiner Begleiterin gestritten hatte, ins Gleisbett gefallen war, danach Polizeibeamte beleidigt hatte und auf der Inspektion Kopfnüsse verteilen wollte. Bei der Verhandlung am Amtsgericht verurteilte ihn Richterin Sabine Grub zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung.

In der Nacht vom 2. auf 3. Juni vergangenen Jahres sah sich der Fahrdienstleiter beinahe gezwungen, die Signale für einen Euro-City, der den Bahnhof mit 120 bis 140 Stundenkilometern passiert, auf Rot zu stellen. Es ging, wie er vor Gericht sagte, um ein paar Minuten. Der 30-Jährige, der Bier, Wein und Cognac getrunken hatte und 2,36 Promille Alkohol im Blut hatte, konnte sich an nichts erinnern. Den „gefährlichen Eingriff“ in den Bahnverkehr, der dem Angeklagten ursprünglich zur Last gelegt wurde, nahm das Gericht auf Antrag von Staatsanwalt Christian Engelsberger aus der Anklageschrift. Denn die Einfahrt habe für keinen einzigen Zug gesperrt werden müssen.

Gegen Mitternacht soll der 30-Jährige in der Tatnacht lautstark mit seiner Begleiterin gestritten haben und des Öfteren ins Gleisbett gefallen sein. Zeitweise sollen beide am Boden gelegen haben. Der Fahrdienstleiter rief die Polizei zu Hilfe. Der Angeklagte soll die Beamten wüst beschimpft und einen von ihnen mit einem Tritt verletzt haben. Der 30-Jährige, kaum noch des Laufens mächtig, soll versucht haben, Reißaus zu nehmen. Der Versuch endete in einem Kombi der Polizei. Auf der Fahrt zur Inspektion habe er keine Ruhe gegeben, sondern „Kopfnüsse“ verteilen wollen. Weitere Probleme habe es bei der Blutentnahme gegeben, die schließlich nicht im Dienstgebäude der Polizeiinspektion, sondern im Klinikum durchgeführt wurde.

Der Angeklagte hat seine Taten bereut, sich bei den Polizisten entschuldigt und mittlerweile erkannt, dass er ein Alkoholproblem hat, wie er vor Gericht sagte. Dagegen kämpfe er. Von sich aus habe er eine stationäre Therapie in die Wege geleitet. Diese Maßnahme wurde von Richterin und Staatsanwalt hoch eingeschätzt. Trotz seiner sieben Einträge im Straftaten-Zentralregister wurde ihm eine Bewährungszeit zugestanden. Im Urteil wird der 30-Jährige verpflichtet, die Therapie fortzusetzen und zu Ende zu bringen. Darüber hinaus muss er 40 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Dem 30-Jährigen stellte Sabine Grub zudem für zwei Jahre einen Bewährungshelfer an die Seite. In der Urteilsbegründung sagte die Richterin, dass seine Steuerungsfähigkeit wegen des hohen Alkoholkonsums möglicherweise eingeschränkt gewesen sei. Andererseits falle bei einem Blick auf den Zeitpunkt seiner verübten Straftaten seine „hohe Rückfallgeschwindigkeit“ auf.(eh)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
jor055.jpg
Landkreis Landsberg

Schwabhausen: Autos stoßen frontal zusammen

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen