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Leeder

03.12.2019

Kostenlose Christbäume von der Keltenschanze in Leeder

Das Luftbild zeigt die Keltenschanze im Aschthal bei Leeder mit der Fichtenbepflanzung. Dort stehen rund 700 Bäume, die nun teilweise zu Christbäumen werden sollen.
Bild: Wolfram Ruoff

Plus Auf der mehr als 2000 Jahre alten Keltenschanze bei Leeder wachsen Hunderte Fichten. Jetzt sollen die Bäume gefällt werden. Nicht nur die Fuchstaler dürfen sich auf kostenlose Christbäume freuen.

Eine der am besten erhaltenen Keltenschanzen in Bayern befindet sich im Aschthal bei Leeder, etwa einen Kilometer vom Ortsrand entfernt. Aufgrund der Initiative des Fuchstaler Altbürgermeisters Franz Xaver Haibl und des Sprechers des Bürgerforums "Buntes Fuchstal", Wolfram Ruoff, wurde das über 2000 Jahre alte Bodendenkmal vom Landkreis gepachtet, um es für die Nachwelt zu erhalten." Bedroht ist die Sichtbarkeit und Unversehrtheit der Viereckschanze dadurch, dass der Grundeigentümer dort vor einigen Jahren Fichten angepflanzt hatte. Die Fichten sollen jetzt kostenlos als Christbäume verwendet werden. Wie die Bürger an die Fichten kommen.

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Ein Teil ist für Kirchen und Märkte vorgesehen

„Die heutigen Besitzer haben jedoch gleich eingesehen, dass es notwendig ist das Denkmal freizuhalten“, sagt Wolfram Ruoff. Um die dort stehenden rund 700 Bäume zumindest noch teilweise einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, kam das Bürgerforum zusammen mit den Garten- und Naturfreunden Leeder auf eine originelle Idee, denn sie sollen als „keltische“ Weihnachtsbäume eine Verwendung finden. Sie werden an die Fuchstaler und die Bewohner der Nachbardörfer kostenlos abgegeben, ein Kontingent ist auch für kirchliche Zwecke und dem Schmuck der örtlichen Weihnachtsmärkte vorgesehen. Spenden, die für ein gemeinsames Projekt der beteiligten Vereine für Dorf und Gemeinschaft verwendet werden sollen, seien aber willkommen.

Bei Schnee mit dem Schlitten mitbringen

Die Abgabe der Bäume, die sehr schön gewachsen und in allen Größen bis zu vier Metern vorhanden seien, erfolgt in zwei Schritten. Am Samstag, 7. Dezember, besteht in der Zeit von 13 bis 15 Uhr die Möglichkeit sich seinen Wunschbaum zu reservieren. Die Baumfällung mit der eigenen Säge erfolgt 14 Tage später am 21. Dezember in der Zeit von 13 bis 16 Uhr. Da man die Viereckschanze nur zu Fuß erreichen kann – der Weg ist ab dem Dreiweiherweg in Leeder ausgeschildert – empfiehlt es sich bei Schnee einen Schlitten mitzubringen. Ansonsten übernimmt die Familie Kneissl mit Pferdefuhrwerken den Abtransport bis zur Hauptstraße in Leeder.

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Als besonderes Angebot steht an beiden Terminen Professor Dr. Stefan Winghart, der ehemalige Landeskonservator von Niedersachsen, und am 21. Dezember auch Dr. Bernd Steidl, Kreisheimatpfleger für Bodenarchäologie, für Fragen zur Verfügung. Steidl hatte die Anpachtung der Fläche ebenfalls mit unterstützt. Am 21. Dezember wird zudem vor Ort bewirtet.

Was von den Kelten gefunden wurde

Viereckschanzen, die es vor allem in Süddeutschland gibt, sind rechteckige oder quadratische mit Wällen und Gräben eingefasste Flächen. Sie wurden von den Kelten vermutlich als Gutshöfe eventuell aber auch als Kultstätten genutzt. Eine weitere Keltenschanze gibt es in Fuchstal nördlich des Lechsbergs. Eine metallene Opferschale und einige Tonscherben aus der Keltenzeit waren im Jahr 2009 von einem Hobby-Archäologen oberhalb von Leeder gefunden und der Gemeinde übergeben worden. Sie befinden sich in einem Schaukasten im Treppenhaus des Rathauses.

Mehr über Bodendenkmäler im Landkreis: Was Denkmalpfleger alles finden: Keltische Schanzen, römische Münzen und Piratensilber

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