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Landkreis Landsberg

09.01.2020

Kreistagswahl: Die ÖDP steht vor der Zerreißprobe

Das Spitzenfeld der ÖDP für die Kreistagswahl bilden (von links) Landratskandidat Wolfgang Buttner (Platz 3), Hanns-Dieter Schlierf (4), Rainer Christl (7), Annunciata Foresti (2), Jörg Burchardt (9), Robert Sedlmayr (1), Rainer Rubenwolf (8), Lucia Winterholler-Pawlak (5) und Franz Blank (6). Zweiter von rechts ist der kommissarische Kreisvorsitzende Steffen Gölzner.
Foto: ÖDP

Plus Wie offen soll die Umweltpartei für neue Gesichter sein? Darüber wird bei der ÖDP in Landsberg gestritten. Am Ende der Nominierungsversammlung machen zwei nicht mehr mit.

Turbulent ist die Aufstellungsversammlung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) für die Kreistagswahl verlaufen. Am Ende der Versammlung umfasste die Liste statt der geplanten 60 Kandidaten nur noch 58.

Robert Sedlmayr aus Geltendorf, der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, führt wie 2008 und 2014 die Liste an. Kreisrätin Annunciata Foresti aus Dießen folgt ihm auf dem zweiten Platz. „Damit haben sich zwei engagierte, zukunftsorientierte und landkreisweit bekannte Bewerber durchgesetzt, hieß es nach der Versammlung in einer von Sedlmayr verbreiteten Mitteilung.

Der Landratskandidat steht erst auf Platz drei

Landratskandidat Wolfgang Buttner folgt auf Platz drei. Er habe von vornherein nicht auf den Spitzenplatz gewollt, erklärte Buttner gegenüber dem LT, sondern habe erst für einen Platz kandidieren wollen, für den keine Frau mehr zur Verfügung steht. Er sei dann für Platz drei vorgeschlagen worden, als es zwischen zwei Kandidatinnen zu einem Patt gekommen war. Eine davon war Karin Kuret, die bereits die Abstimmungen um Platz eins und zwei verloren hatte. Sie verließ die Versammlung daraufhin und verzichtete auf eine Kandidatur.

Gleich tat es ihr der Stadtrat der Landsberger Mitte, Hans-Jürgen Schulmeister. Dieser war zunächst für Platz fünf vorgesehen, wie er dem LT sagte. „Ich bin mit einer sehr positiven Haltung in die Versammlung gegangen und habe mich gefreut, diese Gruppierung zu unterstützen.“ Allerdings habe er zwei Lager vorgefunden. Die größere Gruppe – darunter Robert Sedlmayr und Annunciata Foresti – habe sich für eine politische Vielfalt ausgesprochen, eine zweite Gruppe habe „parteipolitische Punkte stringent verfolgt“. Dazu zählte Schulmeister auch ÖDP-Stadtrat Stefan Meiser – der ebenfalls nicht auf der Kreistagsliste steht – und Kreisrat Wolfgang Buttner.

Fraktionschef Robert Sedlmayr kritisiert die "Platzhirsche"

Fraktionschef Robert Sedlmayr hatte laut Mitteilung versucht, die anwesenden Mitglieder zu motivieren, neue, zur ÖDP positiv gestimmt strebende Menschen freundlich aufzunehmen und ihren Bekanntheitsgrad für ein Weiterkommen der seit 1996 im Kreistag vertretenen Partei zu nutzen. Im Vorfeld hatten jedoch, so Sedlmayr, einige „Platzhirsche“ im Kreisverband mit ausgrenzenden Aktionen versucht, bekannte neue Bewerber auszuschalten. Dies habe zum Rücktritt von zwei Mitgliedern des Kreisvorstandes, Wolfgang Dörsam und Karin Kuret, geführt.

Robert Sedlmayr: „Die ÖDP wird größer. Neue, interessante Menschen sind bereit, unseren eh recht überschaubaren Kreis von aktiven Mitgliedern zu erweitern. Bei einigen langjährigen aktiven Mitgliedern stößt diese für mich sehr positive Entwicklung nicht immer auf Gegenliebe. Ein solches Verhalten ist für mich überhaupt nicht verständlich.“ Für die offene Ablehnung der Person Hans-Jürgen Schulmeister durch zwei Teilnehmer der Versammlung müsse er sich „fremdschämen“, so Sedlmayr.

"Mutter des Klimaschutzes"

Sedlmayr bezeichnet die ÖDP als „Mutter des Klimaschutzkonzeptes“. Der Antrag hierfür sei 2011 von der Kreistagsfraktion gestellt worden. Als Nahverkehrsreferent habe Sedlmayr kürzlich dem Landrat erfolgreich die Behandlung des letztlich im Kreistag einstimmig verabschiedeten Votums für die Reaktivierung der Fuchstalbahn empfohlen. Annunciata Foresti arbeite erfolgreich für die Kreiskulturtage und organisiere 2020 den Familienkulturtag in Utting.

„Ausschließlich im positiven Gespräch im Kreistag können sich Mehrheiten bilden, um den Landkreis weiter in Richtung Ausbau erneuerbarer Energien, Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, Kleinstpflegeheime und Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft zu führen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Diese Schwerpunkte setzten sich Sedlmayr und Foresti für den bevorstehenden Wahlkampf.

Die 58 Kandidaten für den Kreistag

Die Kreistagskandidaten der ÖDP sind: 1. Robert Sedlmayr, 2. Annunciata Foresti, 3. Wolfgang Buttner, 4. Hanns-Dieter Schlierf, 5. Lucia Winterholler-Pawlak, 6. Franz Blank, 7. Rainer Christl, 8. Rainer Rubenwolf, 9. Jörg Burchardt, 10. Dr. Rainer Gottwald, 11. Wolfgang Michalke, 12. Matthias Rodach, 13. Hubert Möhrle, 14. Gabriele Hoffmann, 15. Regina Förg, 16. Wilhelm Heisse, 17. Tobias Dahme, 18. Ulrich Kreitmeyr, 19. Paula Rodach, 20. Herbert Gebauer, 21. Thea Wolf, 22. Daniela Leiser, 23. Wolfgang Fischer, 24. Hilde Kische, 25. Josef Habersetzer, 26. Ferdinand Freer, 27. Martin Keller, 28. Joachim Müller, 29. Dr. Barbara Müllner, 30. Viviane Hunger, 31. Karl Dieter Söhlemann, 32. Rudolf Heiß, 33. Annemarie Schlierf, 34. Jannis Becher, 35. Karl Heinz Maschke, 36. Hermann Sporer, 37. Uwe Offer, 38. Jörg Hoffmann, 39. Jakob Igelspacher, 40. Benjamin Krück, 41. Siegfried Kische, 42. Johannes Lochbrunner, 43. Helmuth Halder, 44. Gerhard Wölfl, 45. Harald-Peter Koleczko, 46. Hans Röder, 47. Werner Hildebrandt, 48. Tobias Meixner, 49. Richard Engelschall, 50. Marianne Schiegg, 51. Annemarie Hammermüller, 52. Ruth Veneris, 53. Larissa Vilceanu, 54. Dr. Peter Ludwig, 55. Marlene Buhlmann, 56. Herbert Schickinger, 57. Angelika Halder, 58. Christine Kreitmeyr.


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