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Dettenhofen

14.01.2020

Kultkneipe Fuchs und Has: Kommen jetzt doch keine Wohnungen?

Das Gasthaus „Bei Fuchs und Has“ in Dettenhofen ist Kult. Das Gebäude soll abgerissen werden, deswegen wurde Wirt Stephan Wilkening zum 30. April gekündigt.
Bild: Uschi Nagl

Plus Die Kultkneipe „FuHa“ in Dettenhofen soll für sieben neue Wohnungen weichen. Doch das Projekt kommt bei den Marktgemeinderäten nicht gut an.

Anfang November sorgte die Nachricht, dass die Kultkneipe „Bei Fuchs und Has“ in Dettenhofen schließen muss, weil das Gebäude abgerissen werden soll, für traurige Gesichter bei Wirt Stephan Wilkening und seinen Stammgästen. Ein Dreispänner, ein Doppelhaus und zwei Einfamilienhäuser mit Garagen und Stellplätzen sollen dort entstehen. Doch der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde Dießen hat eine entsprechende Bauvoranfrage am Montagabend einstimmig abgelehnt. Sie wollen unter anderem die benachbarten Landwirte schützen.

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Mit dem Wohnhaus mit Gaststätte und dem Stallgebäude ist derzeit auf dem Grundstück eine Fläche von 479 Quadratmetern überbaut. Die geplanten neuen Wohngebäude würden eine Gesamtgrundfläche von 446 Quadratmetern erreichen. Die Erschließung soll über die Kreisstraße (St. Martin-Straße) und über die Staatsstraße erfolgen. Für die insgesamt sieben Wohneinheiten sind 14 Stellplätze in Form von sieben Garagen und sieben offenen Stellplätzen nachgewiesen. Bedenken äußerte das Bauamt bezüglich der Firsthöhe, die mit 11,50 Metern deutlich höher wäre als beim bestehenden Gebäude (10,33 Meter).

„Das ist eine Katastrophe“

In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses äußerte sich unter anderem Gemeinderat Michael Hofmann (Bayernpartei) zu dem Projekt. Ihm sei klar, dass auf dem Grundstück Baurecht bestehe, trotzdem hoffe er, dass den Dettenhofenern dieses Bauvorhaben erspart bleibe. „Das ist eine Katastrophe. An dieser Stelle so zu bauen, ist reiner Reibach.“ Außerdem sagte Hofmann, dass in unmittelbarer Nachbarschaft Landwirtschaft betrieben werde. Diesbezüglich müsse vorab von den zuständigen Behörden geklärt werden, dass hinsichtlich der Auflagen zum Emissionsschutz die Tätigkeiten der Landwirte nicht eingeschränkt würden. „Womöglich beschweren sich die neuen Bewohner, dass es laut ist und stinkt.“

Kultkneipe Fuchs und Has: Kommen jetzt doch keine Wohnungen?

Dieser Forderung schloss sich auch Jürgen Zirch, der Vorsitzende der CSU-Fraktion, an. Zweiter Bürgermeister Peter Fastl (Freie Wähler) sagte, die Gemeinden seien angehalten, innerörtlich nachzuverdichten und das geplante Bauvorhaben sei hinsichtlich der Grundfläche sogar etwas kleiner als der Bestand.

Ein weiterer Antrag soll folgen

Das „Fuha“, wie das Wirtshaus „Bei Fuchs und Has“ von den Besuchern genannt wird, könne ein Dreispänner freilich nicht ersetzen, sagte Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger). Er schlug vor, das Vorhaben abzulehnen, da auf die Bauvoranfrage ohnehin ein weiterer Antrag mit korrigierten Höhenwerten folgen müsse. Auch das Thema Emissionen sollte, wie von Hofmann und Zirch gefordert, vorab zum Schutz der Landwirte bearbeitet werden.

Das Wirtshaus „Bei Fuchs und Has“ besteht seit vielen Jahren. Ab 1996 machte Stephan Wilkening daraus ein Szene- und Ausflugslokal, das Jugendliche, Familien, Dorfbewohner und Besucher aus dem Umland gleichermaßen anzieht. Ende November flatterte dem Wirt die Kündigung seines Pachtvertrags zum 30. April 2020 ins Haus. Derzeit suche er noch immer eine neue Location, sagt der 49-Jährige auf Nachfrage unserer Zeitung.

Sogar LaBrassBanda waren schon da

Bands wie LaBrassBanda sorgten im „Fuchs und Has“ schon für Stimmung, als noch kaum jemand über die Band aus Übersee am Chiemsee sprach. Auch für die Kleinkunst hatte und hat Stephan Wilkening ein offenes Ohr. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und hat wohl schon viele Wirtshäuser beherbergt. Seinen Namen „Bei Fuchs und Has“ erhielt die Lokalität in den 1960er-Jahren. Im Sommer ist insbesondere der Biergarten ein beliebter Freizeittreff. Dort prangt nun ein großes rotes Transparent mit der Aufschrift das „FUHA muss bleiben“.

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