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Landsberg

01.10.2020

Kulturauszeichnung: Für diese Landsberger gibt es die Rocaille

Die Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Gold.
Bild: Julian Leitenstorfer

In Landsberg gibt es viele Personen, die sich um die Kultur verdient machen. Die Stadt zeichnet jetzt sechs von ihnen aus.

Für Kunst- und Kulturschaffende oder Förderer von Kunst und Kultur beziehungsweise des künstlerischen und kulturellen Lebens, die sich in der Stadt Landsberg verdient gemacht haben stiftet die Stadt die Dominikus-Zimmermann-Rocaille. Auch in diesem Jahr wird sie an Personen und Vereine verliehen, die sich in besonderem Maße in das Landsberger Kulturleben eingebracht haben. Zwei Personen erhalten die Rocaille in Gold, vier in Silber.

Der Ehrungsabend findet wegen der Infektionsschutzauflagen erst im Frühjahr nächsten Jahr statt, teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. „Wir möchten den Ehrungsabend wie gewohnt in einem feierlichen, würdigen Rahmen stattfinden lassen, zu dem die Geehrten auch Gäste einladen dürfen und hoffen, dass dies im kommenden Frühjahr möglich sein wird“, erklärt Claudia Flörke, Leiterin des städtischen Kulturamts. In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Stadtrat, folgende Ehrungen vorzunehmen:

Mit der Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Silber werden ausgezeichnet: Cornelia Meyer, Beatrix Klein, Stefan G. Schmid und die Kleinkunstbühne s’Maximilianeum.

Cornelia Meyer ist seit vielen Jahren Organistin der evangelischen Kirchengemeinde. Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste leitet sie den Kinderchor „Die Kirchenmäuse“. Seit 1999 organisiert sie die Konzertreihe, die in der Christuskirche und im Gemeindehaus stattfindet - circa acht Konzertveranstaltungen im Jahr: sowohl geistliche als auch weltliche Musik, Gesprächskonzerte, Themenabende, zeitgenössische Musik, Jazz-orientierte Musik, Darbietungen von professionellen Künstlern wie auch von Laien oder jungen professionellen Musikerinnen und Musikern aus der Gemeinde.

Begonnen hat alles in Stoffen

„s’Maximilianeum e.V.“ ist eine ehrenamtlich organisierte Kleinkunstbühne, die ihre Spielstätte im Stadttheater Landsberg am Lech hat. Sie wurde 1991 in Stoffen gegründet und hatte dort im Kukuruz seine erste Bleibe. 1994 erfolgte der Umzug nach Landsberg am Lech mit einem provisorischen Spielort im Dachgeschoss der Stadtbibliothek. Im selben Jahr wurde auch der Verein „s‘Maximilianeum e.V.“ ins Leben gerufen. 1995, nach der Renovierung des Stadttheaters, wurde das Foyer „Heimat“ der Kleinkunstbühne. Bei großer Nachfrage finden die Vorstellungen auch im Theatersaal statt.

2016 wurde das 25-jährige Jubiläum mit einer großen Gala im Stadttheater gefeiert, die auch vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet wurde. Unter dem Motto „Neues wird ausprobiert, Regionales gefördert“ begegnet man im „s’Maximilianeum“ dem „Who is Who“ der deutschen und Bayerischen Kabarett- und Kleinkunstszene, so waren unter anderem Maxi Schafroth, HG Butzko, Christian Springer zu Gast.

Beatrix Klein wird die Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Silber verliehen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Beatrix Klein, Ballettlehrerin und Inhaberin der von ihr gegründeten Ballettschule ist Mitglied und registrierte Lehrerin der Royal Academy of Dance® und Mitglied im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik. Das Ballett- und Tanzstudio wurde 1987 von Beatrix Klein in Landsberg gegründet. Im Studio wird klassisches Ballett, Stepptanz, Bühnentanz im Stil von Grete Wiesenthal (Wiesenthal Akademie), Jazztanz, Hip Hop sowie Pilates für Tänzer und Erwachsene angeboten. Internationale Gastdozenten runden im Block das Programm ab. Seit über 30 Jahren bildet das Ballett- und Tanzstudio Beatrix Klein Tanzschüler in den verschiedenen Ausbildungsstufen aus, seit 2002 erhielten acht ihrer Schüler den Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg, mehrere schlugen eine professionelle Laufbahn ein und sind auf internationalen Bühnen tätig.

Nachdem Stefan G. Schmid im Alter von zwölf Jahren ein ganzes Konzert der örtlichen Blaskapelle auf den Punkt genau im Takt mit geklopft und dirigiert hatte, wurde er vom Dirigenten gefragt, ob er nicht Schlagzeug lernen möchte. Nach seinem Schulabschluss folgte zuerst die Ausbildung zum Bundeswehrmusiker (klassisches Schlagwerk) an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf/Hilden und anschließend studierte er modernes Schlagzeug an der School of Percussion in London. Schon während seiner Studienzeit begann er mit Studioarbeiten, Konzerten und Tourneen mit vielen bekannten Stars quer durch Europa und die Welt. Dabei hatte er die Möglichkeit in berühmten Sälen, wie der Royal Albert Hall (London), Carnegie Hall (N.Y.), Sejong Hall (Seoul), Olympia Halle (München) etc. aufzutreten. Er lebte und arbeitete viele Jahre als Drummer verschiedener Künstler, Orchester und Bands in England, Amerika und Südkorea.

Er komponiert auch für das Schlagzeug

Schon während des Studiums begann er Musik für Schlaginstrumente zu komponieren. Seitdem sind zahlreiche Werke für Schlagzeug, Mallets als auch Theater- und experimentelle Musik entstanden. Zudem ist er mehrfaches Jurymitglied bei „Jugend musiziert“ und beim „Bayerischen Musikbund“ und im Vorstand des Netzwerkes Percussion Creative. Von 2001 bis 2020 war er Lehrer an der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg am Lech und leitete unter anderem das Percussion Ensemble Licca Percussiva, eine feste Größe der Kulturszene, in Landsberg und darüber hinaus.

Mit der Dominikus-Zimmermann-Rocaille in Gold werden Rudolf Gilk und Hans-Günter Schwanzer geehrt.

Kinobesitzer Rudolf Gilk erhält die Rocaille in Gold.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Der gebürtige Landsberger Rudolf Gilk ist Fernsehjournalist für den Bayerischen Rundfunk, der Betreiber des Landsberger Traditionskinos „Olympia Filmtheater“ (seit 1987) sowie der selbständige Produzent der Landsberger Stadtfilme (seit 1970). Zuletzt zeichnete er sich für die Gesamtproduktion des Films „Landsberg und die 90er Jahre“ verantwortlich (Jan 2019). Weiterhin berichtet er filmisch für den BR, und war für die ARD als Nachrichtensprecher für Tagesschau und Tagesthemen tätig. Rudolf Gilk ist gemeinsam mit seiner Frau Clara Initiator und Veranstalter des jährlichen Kino Open Air auf dem Roßmarkt.

Auf Einladung von Rudolf Gilk besuchten bekannte Regisseure und Schauspieler Landsberg und standen bei Vorpremieren und besonderen Vorstellungen dem Publikum Rede und Antwort. Für sein qualitativ hochwertiges Jahresprogramm erhielt das Olympia-Filmtheater mehrfach Auszeichnungen des FilmFernsehFonds Bayern als eines der besten Kinos Bayerns, zuletzt 2019.

Dirigent und Musiker Hans-Günter Schwanzer betreut seit 30 Jahren die Stadtjugendkapelle Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Seit nunmehr 30 Jahren ist Hans-Günter Schwanzer Dirigent der Landsberger Stadtjugendkapelle und engagiert sich für die musikalische Ausbildung junger Talente. Hans-Günter Schwanzer kam im Dezember 1960 in Landsberg am Lech zur Welt und wuchs in Untermeitingen auf. Während seiner Schulzeit am Rhabanus-Maurus-Gymnasium Sankt Ottilien spielte Hans-Günter Schwanzer unter dem Dirigat von Pater Albert Rieger im dortigen Schülerblasorchester, erzielte mehrere Preise bei jugend musiziert und wurde Mitglied im Bayerischen Landesjugendorchester.

Nach dem Abitur studierte er Musik mit Hauptfach Trompete bei internationalen Größen wie Rolf Quinque, Konradin Groth und Jean-François Michel. Heute ist Hans-Günter Schwanzer als Instrumentallehrer an der Städtischen Sing- und Musikschule Landsberg tätig. Daneben leitet er die Stadtjugendkapelle Landsberg, das Landsberger Blechbläserensemble hailix bLECHle und das Schülerblasorchester Sankt Ottilien.

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