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Landsberg

16.11.2019

Kunst, die Landsberg prägt

Auf Banner gedruckt sind die Werke von Egon Stöckle derzeit im Foyer des Historischen Rathauses zu sehen. 
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Die Werke des Herkomerpreisträgers Egon Stöckle befinden sich an vielen Stellen in Landsberg. Derzeit sind sie auf Bannern im Rathausfoyer zu sehen. Nebenan stellt ein weiterer Künstler aus.

All die sehr unterschiedlichen Werke des Bildhauers Egon Stöckle finden sich derzeit in einer Sonderausstellung anlässlich der Ehrung des Künstlers mit dem Hubert-von-Herkomer-Preis 2019 auf Banner gedruckt im Rathausfoyer. Erst in dieser Zusammenführung wird deutlich, wie stark das Stadtbild Landsbergs von der Arbeit Stöckles geprägt und wie bedeutend sein Beitrag ist - als ungemein wandlungsfähiger und zugleich einfühlsamer Gestalter von Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum.

Was nicht alles von Egon Stöckle im Stadtgebiet zu finden ist: Ein Kruzifix in fast frühchristlicher Darstellungsweise im Sitzungssaal des Rathauses, in einem Hauseingang in der Ludwigstraße das Relief des heiligen Martin und nur wenige Schritte weiter – im Hof der Pfarrkirche – ein fast lebensgroßer „Guter Hirte“ mit seinen Schafen. Stadtauswärts dann, in der Volkshochschule, eine Büste des Bildungsreformers Fritz Beck sowie auf der anderen Seite des Lechs, im Herkomer Park, die Doppelbüste des „Man of many Parts“, Sir Hubert von Herkomer.

Das Foto unten rechts zeigt die Künstler Egon Stöckle (links) und Gerd Eisenblätter.
Foto: Julian Leitenstorfer

Bergan, auf dem Areal der ehemaligen Saarburgkaserne, die Bronze des Ehepaars Alois und Maria Elsner und am Hindenburgring ein von „Heiligen Engeln“ sorgsam behüteter Tabernakel. Wenig weiter, auf dem Hof der Platanenschule, kleine, in Stein gehauene „Schattentiere“ und schließlich auf dem Pater-Rupert-Mayer-Platz ein Brunnen als ungewöhnlich abstrahierendes und zutiefst eindrückliches „Porträt“ des von den Nationalsozialisten verfolgten und im Jahr 1987 seliggesprochenen Geistlichen des Jesuitenordens.

Der Preis wird in unregelmäßiger Folge vergeben

Gemeinsam mit dem Vernissagenpublikum begab sich Dr. Gudrun Sczcepanek im Foyer des Rathauses auf die Spur des erst neunten Trägers der höchsten Auszeichnung für kulturelles Schaffen, die die Stadt Landsberg seit 1991 in unregelmäßiger Folge vergibt. Mit sehr präzisen Kurzbeschreibungen eröffnete die Kunsthistorikerin einen Gesamtblick auf das Oeuvre des vielseitig in Holz, Stein sowie mit Stahl und Bronzeguss arbeitenden Künstlers, das nun in allen Facetten präsentiert wird.

Die freien Arbeiten Egon Stöckles, einige seiner männlich energiegeladenen Keilmänner, dynamisch, teils nur in Torsi gezeigte Läufer, plastisch gerundete Frauenfiguren sowie hochaufstrebende, kantige Tore und Turmkonstruktionen zeigt der Galerieverein in der nur wenige Schritte vom Rathaus entfernten Zedergalerie in einer wunderbar sich ergänzenden und „schweigsam beredt“ kommentierenden Gemeinschaftsausstellung mit dem Maler Gerd Eisenblätter. Beide Künstler waren vor 16 Jahren in der Säulenhalle schon einmal gemeinsam zu erleben.

Gleich nebenan, in der Zederpassage, ist eine Ausstellung von Gerd Eisenblätter zu sehen.
Foto: Julian Leitenstorfer

Die einzelnen Boxen der Zederpassage sind wie gemacht für die Präsentation der unterschiedlichen Arbeitsfelder und Techniken Eisenblätters: in Acryl gemalte, auf nur wenige Farben und Formen reduzierte Landschaften, Linolschnitte und ebenfalls aus nur wenigen Formen und Linien komponierte Tuschezeichnungen – menschenleer allesamt und mit verlassenen Wegen oder einsamen Scheunen gelegentlich dennoch auf sie verweisend. Reich bevölkert sind die klar strukturierten Räume, und vielfach kommentiert sind auch Eisenblätters bildnerische Arbeiten dennoch: nicht allein durch die Besucher, sondern, wie es Konzeption und Titel der Ausstellung nahelegen, „schweigsam beredt“ durch Egon Stöckles fein dazu inszenierte bildhauerische Werke.

Die Daten der Ausstellung

„Schweigsam beredt“, die Doppelausstellung anlässlich der Verleihung des Hubert-von-Herkomer-Preises an Egon Stöckle, läuft im Rathausfoyer bis Sonntag, 24. November, und als Gemeinschaftsausstellung Egon Stöckles mit dem Maler Gerd Eisenblätter in der Zederpassage bis Samstag, 25. Januar, jeweils zu den Öffnungszeiten. Die Verleihung des Hubert-von-Herkomer-Preises an Egon Stöckle findet am Freitag, 22. November, im Festsaal des Historischen Rathauses statt.

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