12.05.2008

Kunst zum Nachdenken

Ein Genie? Ein Verrückter? Wohl eine der schillerndsten Figuren in der europäischen Kunstszene ist der tschechische Allroundkünstler Lubo Kristek auf jeden Fall. Er hat sich sowohl durch seine Malerei, Assemblagen sowie durch seine Bildhauerei, aber vor allem durch seine Aktionskunst einen Namen gemacht.

Die Ausstellung "Das dritte Auge der Fernverständigung" von Lubo Kristek ist im Neuen Stadtmuseum Landsberg bis 29. Juni zu sehen. Der tschechische Bildhauer, Maler und Aktionskünstler hatte sich nach dem Prager Frühling 1968 bis 1990 im Landkreis Landsberg seinen schöpferischen Tätigkeitsbereich geschaffen. Heute lebt Kristek wieder in seiner tschechischen Heimat und tourt mit dem Happening "Requiem für Mobiltelephone" durch Europa. "Landsberg ist meine erste Station auf meiner Reise durch Deutschland und Europa," gestand der Künstler, "weil mein Herz an dieser Stadt hängt."

Diese Aktion hatte jedwede Voraussetzung, zu den Höhepunkten in der Geschichte des Ausstellungsprogramms im Neuen Stadtmuseum zu avancieren und für einen würdevollen Abgang des jetzigen Leiters Hartfrid Neunzert zu sorgen. Von Brücken geht auch heute noch eine ganz besondere Faszination aus. Sie führen zu Ufern und Menschen, sie verbinden Völker, andere Kulturen, Sprachen und Traditionen. Brücken der Verständigung, der Freundschaft, der Versöhnung. Mit seiner Assemblage "Das dritte Auge der Fernverständigung", das auch "Requiem für Mobiltelephone" genannt wird, möchte der Künstler einzelne Nationen und Kulturen verbinden.

In diesem Requiem verschmilzt Kunst, Musik und Technologie. Kristek verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und erklärt: "Requiem" ist eine Hommage an die Technologie und den Aufstieg von zwei vorherrschenden Erfindungen des letzten Jahrhunderts, die Automobile und die Telefone." Themen von zentraler Bedeutung für Kristeks Werk: Konsum, Mobilität, weltweite Kommunikation, aber keine verbindende, menschliche Nähe. Requiem symbolisiert die Transformation von der Industrie zum Informationszeitalter, unsere Beziehung und Nutzung der Technik. Seine Gemälde wirken oft wie Bilder aus einer fantastischen, bunten und keineswegs friedlichen Welt, jedoch seine Happenings zielen haarscharf auf unsere oft vorgefertigten Meinungen, die er damit ständig in Frage stellt. Weitere Aktionen wurden anschließend auf Video gezeigt.

Die Ausstellung "Das dritte Auge der Fernverständigung" ist noch bis 29. Juni zu sehen. Geöffnet ist das Neue Stadtmuseum dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr (montags geschlossen).

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