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Landsberg

10.11.2019

Kunsthaus Grimme: Startschuss für ein spannendes Projekt

Im Vorderanger hat das Kunsthaus Grimme eröffnet. Daniel Hofer (Zeichnungen, Silberschmied, Glaskünstler), Maxi Bernhardt (Schmuckkünstlerin), Andreas Grimme (Kunsthistoriker, Restaurator) und Wolfgang Grimme (Kunst- und Antiquitätenhändler, Bild unten Mitte von links) konnten dazu viele Besucher begrüßen.
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Im Vorderanger hat das Kunsthaus Grimme eröffnet. Daniel Hofer (Zeichnungen, Silberschmied, Glaskünstler), Maxi Bernhardt (Schmuckkünstlerin), Andreas Grimme (Kunsthistoriker, Restaurator) und Wolfgang Grimme (Kunst- und Antiquitätenhändler, Bild unten Mitte von links) konnten dazu viele Besucher begrüßen.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Im Vorderanger findet Familie Grimme mit ihrem Kunsthaus ein neues Zuhause. Als Kunsthändler und Restauratoren können ihre Mitglieder auf eine lange Geschichte in Landsberg zurückblicken.

Der Laden ist kaum wiederzuerkennen. Wo zuvor unzählige alte Gemälde an dunklen Wänden hingen, residiert jetzt ein lichtes, klar und minimalistisch strukturiertes „Kunsthaus“. Während am Hauptplatz zunehmend große Ketten die teuren Räume füllen, ist ein kleines, feines Kunstprojekt in die ehemalige Galerie Berg (in der Seilerei Daschner) im Landsberger Vorderanger gezogen. Antiquitäten, Kunst und Schmuck gehen im Kunsthaus Grimme eine überaus passende Verbindung ein.

Zur Vernissage luden die Familie Grimme, der Künstler Daniel Hofer sowie die Goldschmiedin Maxi Bernhardt zudem die wunderbare Band „De Bavarian Immigrants“ mit ihrer wilden Mischung aus Blas-, Volks-, Klezmer- und experimenteller Musik inklusive bairischem Gesang ein.

Das Kunsthaus Grimme im Landsberger Vorderanger ist neu. Zu sehen sind dort unter anderem Ohrhänger von Maxi Bernhardt.
Foto: Thorsten Jordan

Wolfgang Grimme, der Senior der Kunsthändler- und Restauratorenfamilie, blickt auf die über 50 Jahre zurück, „in denen unsere Familie in der Kunstszene Landsbergs präsent ist“. Angefangen hat alles mit dem ersten Laden des Vaters Hans-Kurt Grimme in der Alten Bergstraße. 1963 war das, die Miete betrug 35 D-Mark im Monat, so erinnert sich Grimme. 1965 kauften sie das Luidl-Haus in der Kochgasse, verließen dieses aber 1970 wieder, um in Dornstetten, acht Kilometer südlich von Landsberg, das Areal rund um den Gasthof Adler zu renovieren und ihren Kunst-, Antiquitätenhandel und Restaurationsbetrieb weiter auszubauen.

Der Stammsitz ist mittlerweile in Dornstetten

„Nun war die Geschäftslage dort natürlich nicht optimal“, so Wolfgang Grimme, und man mietete einen Showroom in Landsberg „im Steinmetzhaus Sepp“ im Vorderanger. 30 Jahre blieben die Grimmes (Sohn Andreas ist als Kunsthändler und Restaurator mit dabei) dort, bis sie 2014 „mit drei Damen“ in den Hinteranger kurz vor dem Sandauer Tor zogen. Seit Anfang November gibt es jetzt wieder ein neues Landsberger Zuhause für einen winzigen Teil ihrer aufwendig restaurierten Möbel aller Zeitalter – von Biedermeier bis Bauhaus, von Barock bis Art déco.

Das Kunsthaus Grimme im Landsberger Vorderanger ist neu. Ein Blick durchs Schaufenster.
Foto: Thorsten Jordan

Ungewöhnlich im besten Sinne des Wortes ist der Künstler Daniel Hofer aus Aufkirch im Ostallgäu. Fein strukturierte, schwarz-weiße Strichzeichnungen, einzuordnen irgendwo zwischen Comic, Grafik und experimentellem Ausdruck. Seine Bilder spielen mit Struktur und Freiheit, lassen Raum für vielfältige Interpretation und sind dennoch jedes Einzelne durchdachter Teil eines irren Kosmos, den der Künstler gerne jedem Interessierten (und natürlich jedem Käufer) erzählt. Das Gesamtwerk ist betitelt mit „Die Hölle der leidlichen Existenzen“ und die Idee des Ganzen hängt auf einem DIN-A4-Zettel im hinteren Teil des Raums. Mit Schalk und einem hintergründigen Grinsen spricht der 32-Jährige über seine Kunst, seine Ausbildung zum Silberschmied in Neugablonz sowie sein Studium an der Kunsthochschule Halle, an der er 2012 sein Diplom im Bereich Bild/Raum/Objekt/Glas erhalten hat.

Dritte im Bunde ist die 35-jährige in Neugablonz ausgebildete Goldschmiedin Maxi Bernhardt mit ihren zarten Schmuckkreationen. Die gebürtige Berlinerin erweitert ihr Atelier in Kaufbeuren durch die Kooperation mit dem „Kunsthaus“ nun um einen weiteren Raum. Ein neues, spannendes Kunstprojekt ist gestartet.

Lesen Sie dazu auch:Er verwandelt Materie in Schönheit

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